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Rezension

MONSTERJÄGER von Richard Schwartz (Eisraben-Chroniken 2)

Eigentlich finde ich Rezensionen über Fortsetzungen eher unnötig, weshalb ich sie selten bis nie schreibe. Aber zum zweiten Band der Eisraben-Chroniken habe ich eindeutig zu viel zu sagen, um diese Rezension unter den Tisch fallen zu lassen.

KLAPPENTEXT

In der gigantischen Welt des Online-Spiels Vorena hat Alexandra McInnes ein neues Leben begonnen. Die ehemalige Pilotin der Special Forces wurde bei einem Einsatz schwer verletzt und hat ihr Bewusstsein nach Vorena transferiert, wo sie fortan als Kriegerin lebt. Doch ihre neue Heimat ist noch weitaus gefährlicher als die Wirklichkeit. Denn ihre Gegner sind ihr nach Vorena gefolgt. Und in einer Welt, die zahllose Geheimnisse birgt, in der Verschwörer ihr nach dem Leben trachten und Monster zum Leben erwachen, könnte jeder Schritt für Alexandra der letzte sein …

Quelle: Piper

MEINE MEINUNG

Den ersten Band zu dieser Reihe fand ich wirklich toll (hier nachzulesen), weshalb ich mich sehr auf die Fortsetzung gefreut habe. Erst ging es auch noch gut los, aber die Ernüchterung kam leider sehr schnell.

Zu allererst möchte ich etwas sehr positives betonen: Als ich angefangen habe zu lesen, ist mir aufgefallen, wie wenig ich tatsächlich noch wusste. Immerhin ist das Lesen des Vorgängers fast zwei Jahre her. Aber zu Beginn des Buches wurden die wichtigsten Geschehnisse noch einmal wiederholt, wodurch mir der Einstieg super einfach gefallen ist. Dafür war ich sehr dankbar.

RPG?

Was diese Reihe so besonders macht, ist das RPG-Feeling, das die Geschichte erzeugt. Während das Anfangs kam das noch ganz gut rüber, aber das hat sich leider mehr und mehr verflüchtigt. Beim Vorgänger hatte ich die ganze Zeit Lust, selbst ein RPG zu zocken, das Gefühl hatte ich bei “Monsterjäger” nur ganz kurz und dann leider überhaupt nicht mehr. Was echt schade ist. Es gab zwar Spiel-Elemente, vor allem auch am Ende wieder, aber sie rückten einfach viel zu sehr in den Hintergrund.

LEKTORAT?

Sich zu fragen, ob das Buch überhaupt ein Lektorat erfahren hat, ist vielleicht ein bisschen fies. Aber ehrlicherweise sind mir genau diese Gedanken gekommen. Und das bei ganz unterschiedlichen Dingen.

Zum Einen bei ganz simplen Sachen wie Sätzen, die grammatikalisch nicht viel Sinn ergeben haben, oder Charakteren, die eigentlich schon da waren, und dann plötzlich noch einmal kamen. Aber es gab auch ein paar größere Sachen, bei denen ein Lektorat vielleicht hätte einschreiten sollen.

Zum Beispiel wird erwähnt, dass Alex, die Protagonistin, intelligenter wird, weil sie in diesem Tank steckt. Ich will gar nicht zu viel sagen, weil es spoilern könnte, aber aufgrund einer Wendung des Buches, wird sie intelligenter. Trotzdem führt sie mit Elena, ihrer NSC-Beschützerin, Gespräche, die absolut unnötig sind und zeigen, dass Alex absolut nichts an Intelligenz dazu gewonnen hat. Ganz im Gegenteil. Wenn man sich die einfachsten Dinge erklären lassen muss. Oder wichtige Dinge gleich mehrmals, dann ist da keine übermäßig höhere Intelligenz vorhanden.

ZU SEXY?

Es gibt ja dieses Klischee von supersexy Gamerinnen. Und scheinbar muss das auch in diesem Buch aufgegriffen werden. Denn es wird seitenweise darüber diskutiert, ob Alex’ Rüstung zu sexy ist oder nicht. Und dass sie ja unbedingt einen Rock tragen muss. Dass ihre neue Rüstung mit Rock noch viel heißer ist, ist irrelevant, denn sie trägt einen ROCK! Wenig später kommt dann ein ähnliches Gespräch in dem drei Seiten lang darüber gesprochen wird, dass Alex sich nicht ausgelaugt von einem Kampf zeigen darf. Sie muss sauber und unverletzt sein, um ihre Macht zu demonstrieren.

  1. Wie rückschrittlich ist das? Okay, das ganze spielt in einer Mittelalter-Welt, trotzdem sollte das Thema Rock oder nicht überhaupt keine Rolle spielen. Echt nicht.
  2. Trägt das ganze absolut nichts zur Handlung bei. Gar nichts. Ich muss mir nur seitenweise unnötige Dialoge durchlesen. Nein, danke!

FAZIT

Insgesamt war “Monsterjäger” also eher eine Enttäuschung, nach der die Lust auf den dritten Band gering ist. Die Geschichte hat sich gezogen und die, zwar absolut unvorhersehbare, Wendung einfach nicht meins. Man erfährt in diesem Band nämlich endlich den Grund, wofür das Spiel geschaffen wurde, und leider fand ich das ziemlich unlogisch, so überraschend es auch kam. Was soll ich sagen, es war ein Flop. Leider.


MONSTERJÄGER von Richard Schwartz

2020| 528 Seiten
erhältlich als Paperback | eBook

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