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Rezension

NOCTURNA von Maya Motayne

Anzeige. Als ich dieses Buch in der Vorschau gesehen habe, war ich sofort begeistert. Sowohl wegen dem Cover als auch wegen dem Klappentext. “Nocturna” klingt mal nach etwas anderem. Ich habe es auch direkt, nachdem ich es vom Bloggerportal bekommen habe, angefangen. Das war im Januar und ich habe es erst im April beendet. Das deutet wohl schon an, in welche Richtung diese Rezension gehen wird.

KLAPPENTEXT

Es ist Jahre her, dass Finn zuletzt ihr eigenes Gesicht erblickt hat. Denn die Gesichtsdiebin verfügt über Magie, die es ihr erlaubt, ihre Erscheinung beliebig zu verändern. Doch nicht nur sie weiß, wie nützlich dieses Talent ist: Ein finsterer Unterweltboss hat Finn in seiner Gewalt. Sollte die Gesichtsdiebin daran scheitern, einen Auftrag für ihn auszuführen, wird sie ihrer Kräfte für immer beraubt werden. Der gutmütige Prinz Alfehr, Thronfolger wider Willen, wendet ebenfalls zwielichtige Magie an: Er will seinen verschwundenen älteren Bruder, den Kronprinzen, finden, obwohl alle glauben, er sei tot. Als sich Finn und Alfehr gegenüberstehen, ist es, als würden Kräfte so unterschiedlich wie Tag und Nacht aufeinanderprallen. Und diese Wucht setzt eine ungeahnt böse Magie frei …

Quelle: blanvalet

MEINE MEINUNG

Ich habe also ziemlich lange für dieses Buch gebraucht. Das hat seine Gründe, aber bevor ich darauf eingehe, möchte ich ein bisschen über die positiven Aspekte von “Nocturna” sprechen. Denn da gibt es schon ein bisschen was zu sagen.

DAS SETTING

Als ich den Umschlag aufgeschlagen habe, hat mein Buchherz schon einmal ein bisschen schneller geschlagen. Denn in der Klappe befindet sich eine sehr hübsche Karte, die direkt darauf hindeutet, dass diese Fantasy-Welt, an die reale angelehnt ist. Das Buch an sich spielt in Castallan, es gibt aber noch die Inseln Englass, Ygosi und Mirai. Das Setting ist südamerikanisch angehaucht, was sich vor allem durch einzelne spanische Wörter in der Sprache der Charaktere zeigt. Das fand ich großartig. Ich mag Fantasy-Welten, die irgendwie noch eine Verbindung zur realen Welt haben. Diese kleinen Spielereien, diese Details finde ich ganz, ganz toll.

Allerdings sind diese spanischen Worte hin und wieder die einzige Verbindung zum südamerikanisch angehauchten Setting, denn abseits davon kommt der Flair gar nicht rüber. Weder durch Ortsbeschreibungen, noch durch die Kultur im Buch. Das fand ich so schade, weil das Potenzial dieses einzigartigen Settings total verschenkt wurde.

ANDERES POSITIVES

Was mir wahnsinnig gut gefallen hat, ist das Magiesystem. Demnach kann jeder ein bisschen Magie wirken, aber es gibt auch das Propio, so etwas wie eine Spezialkraft. Alfies Propio ist, dass er die Magie anderer Menschen in Farben sehen kann und dadurch auch manipulieren kann. Nämlich indem er seine Magie farblich anpasst. Diese Vorstellung ist wunderschön und das war für mich das klare Highlight dieses Buches. Aber leider kann auch ein originelles Magiesystem ein Buch nicht retten, wenn der Rest nicht ganz rund ist.

DER SCHREIBSTIL

Mir ist ziemlich schnell klar geworden, dass ich dieses Buch nicht wie in einem Rausch durchlesen werde. Denn der Schreibstil war von Anfang an eher langatmig, ich hatte das Gefühl, einfach nicht voranzukommen. Das, was mir an einem Buch immer am meisten Spaß macht, sind die Dialoge. Die wirkten in “Nocturna” aber leider sehr konstruiert. Sie zu lesen hat sich überhaupt nicht natürlich angefühlt.

Leider muss ich das so auch über die Handlung sagen, denn auch sie wirkte teilweise ein bisschen konstruiert. Es wirkte, als würden die Charaktere in eine bestimmte Reaktion gepresst, damit die Handlung sich in die Richtung entwickelt, die die Autorin will, aber leider hat man das beim Lesen sehr gemerkt. Das ist mir vor allem aufgefallen, als diese ungeahnt böse Magie aus dem Klappentext freigesetzt wird. Denn tags zuvor liest Alfie, der Protagonist, noch über diese Dunkelheit und am nächsten Tag lässt er sie frei und denkt nicht einmal über die Konsequenzen nach. Finde ich nicht sehr nachvollziehbar.

SPANNUNG?

Ungefähr in der Mitte des Buches wird es dann mal kurz spannend. Da fragt man sich, ob das nicht zu spät ist. Ich bin ganz ehrlich, wäre “Nocturna” kein Rezensionsexemplar, hätte ich nicht bis zur Hälfte durchgehalten. Aber okay, ich habe bis dahin durchgehalten. Es wurde spannender (und auch ziemlich brutal, was mich ein bisschen unvorbereitet getroffen hat, aber das ist okay), aber abgeholt hat mich das Buch leider immer noch nicht.

Und das hat sich bis zum Schluss nicht geändert. Ich kann gar nicht genau sagen, woran es liegt. Vielleicht weil das ganze Buch von Anfang bis Ende zu konstruiert wirkte, es gab keinen richtigen natürlichen Flow, sondern man hat sich beim Lesen an einen genauen Fahrplan gehalten und das leider auch sehr gemerkt. Das “große” Finale konnte daran nichts mehr ändern.

FAZIT

“Nocturna” hat extrem viel Potenzial. Die Welt ist großartig, das Magiesystem mega. Aber alles in allem wirkt die Geschichte nicht ganz ausgereift. Das Feeling des Settings kam leider nicht wirklich rüber und sowohl Charaktere als auch Handlung folgen altbekannten Mustern und bieten kaum etwas neues. Deshalb konnte sich die Spannung gar nicht natürlich aufbauen. Man hat beim Lesen das Gefühl, dass es bestimmte Punkte gibt, die die Charaktere treffen müssen, egal, ob es zu ihnen passt oder nicht.


NOCTURNA von Maya Motayne

2020| 512 Seiten
erhältlich als Paperback | eBook

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