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Rezension

Kurzmeinungen #12 – New Adult, Roman und Ratgeber

Werbung. Heute möchte ich dir drei Bücher im Schnelldurchlauf vorstellen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. “What if we drown” ist ein New Adult-Roman über Verlust und Liebe, “Normale Menschen” ist ein internationaler Bestseller, und durch “Nur wer sichtbar ist, findet auch statt” wollte ich meine Onlinepräsenz optimieren. Drei unterschiedliche Bücher, doch eines haben sie gemeinsam: Die Begeisterung blieb leider bei allen aus.

WHAT IF WE DROWN von Sarah Sprinz

Romane, die das Thema Trauer behandeln, sind nicht unbedingt meins, weil ich dabei nicht oft auf Charaktere treffe, deren Handlungen und Gedanken aufgrund dieser Trauer ich wirklich nachvollziehen kann. Deshalb war “What if we Drown” thematisch auf den ersten Blick nicht meins. Aber nachdem mir “Die Welt durch deine Augen” von der Autorin so gut gefallen hat, wollte ich auch ihr neuestes Buch lesen.

Sie möchte möchte endlich nach vorne blicken. Er macht es ihr unmöglichEin Neuanfang – das ist Lauries sehnlichster Wunsch, als sie nach dem tragischen Tod ihres Bruders an die Westküste Kanadas zieht. Noch vor der ersten Vorlesung ihres Medizinstudiums an der University of British Columbia lernt sie Sam kennen und spürt sofort, dass er sie auf eine nie gekannte Weise versteht. Unaufhaltsam schleicht sich der attraktive Jungmediziner in ihr Herz. Bis Laurie erkennt, wie tief er in die Ereignisse der Nacht verstrickt war, die ihren Bruder das Leben kostete —

Quelle: LYX

Leider war das Buch nicht nur thematisch nicht meins, sondern ganz generell. Die meisten Schwierigkeiten hatte ich wohl mit der Protagonistin, Laurie, weil ich sie nicht richtig greifen konnte. Sie und ihr Charakter blieb mir so fern, dass ich mich nicht wirklich in sie hineinversetzen und ihre Handlungen und Gedanken nachvollziehen konnte. Dadurch ist die Geschichte irgendwie an mir vorbeigeflogen ohne, dass ich irgendwelche Emotionen verspürt hätte.

Das ist auch der Grund dafür, dass ich zwischen Laurie und Sam keine Funken sprühen gespürt habe. Ihre Annäherung kam für mich einfach viel zu schnell und plötzlich. Sie haben sich zwei Mal gesehen und Laurie sinniert schon über ihre Gefühle für ihn. Konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen.

Auch Lauries späteres Verhalten (Achtung, Spoiler: Sie lügt über ihren Bruder) fand ich ganz schlimm. Zwischen Laurie und Sam steht so viel, dass ich nicht verstehen konnte, wie da überhaupt noch ein Happy End möglich wäre.

FAZIT

Insgesamt hat mir das Buch also nicht gefallen. Mir fehlte die Chemie zwischen den Protagonisten, die anderen Charaktere wirkten klischeehaft und die Handlung war zu konstruiert. Aber es gab auch Dinge, die ich mochte. Den Einblick in das Medizinstudium zum Beispiel, und die vielen kleinen und großen Details zum Handlungsort Vancouver.


WHAT IF WE DROWN von Sarah Sprinz

LYX | 2020 | 390 Seiten

erhältlich als Paperback | eBook | Hörbuch


NORMALE MENSCHEN von Sally Rooney

Wie sehr ich mich auf dieses Buch gefreut habe, kann ich gar nicht in Worte fassen. Als ich noch bei Thalia gearbeitet habe, war ich für die Abteilung Fremdsprachige Bücher zuständig, und da gehörte dieses Buch zu den Kassenschlagern. Deshalb war ich unglaublich neugierig darauf. Hinzu kam dieses unfassbar faszinierende Cover, das mich jedes Mal wieder anspricht.

Die Geschichte einer intensiven Liebe: Connell und Marianne wachsen in derselben Kleinstadt im Westen Irlands auf, aber das ist auch schon alles, was sie gemein haben. In der Schule ist Connell beliebt, der Star der Fußballmannschaft, Marianne die komische Außenseiterin. Doch als die beiden miteinander reden, geschieht etwas mit ihnen, das ihr Leben verändert. Und auch später, an der Universität in Dublin, werden sie, obwohl sie versuchen, einander fern zu bleiben, immer wieder magnetisch, unwiderstehlich voneinander angezogen. Eine Geschichte über Faszination und Freundschaft, über Sex und Macht.

Quelle: Luchterhand

Trotzdem habe ich keinen richtigen Zugang zur Geschichte gefunden, was wahrscheinlich vor allem am Schreibstil lag. Er erinnert mich sehr an den Stil von Philippe Djian in “Morgengrauen”, doch anders als hier hat mich diese Geschichte doch noch erreichen können. Bei “Normale Menschen” hatte ich beim Lesen die ganze Zeit das Gefühl, auf Distanz gehalten zu werden. Ich habe weder Zugang zu den Charakteren noch zu ihren Emotionen erlangen können.

Auf Instagram hat eine Leserin davon gesprochen, dass sie die Gespräche zwischen den Zeilen in “Normale Menschen” geliebt hat. Ich befürchte, dass es mir einfach nicht gelungen ist, in diesem Buch zwischen den Zeilen zu lesen. Dieses Besondere, das andere dabei verspürt haben, blieb bei mir aus. Was unendlich schade ist, aber so ist das bei Büchern manchmal. Jedenfalls kann ich “Normale Menschen” leider nicht wirklich weiterempfehlen.


NORMALE MENSCHEN von Sally Rooney

Luchterhand | 2020 | 320 Seiten

erhältlich als Hardcover | eBook | Hörbuch


NUR WER SICHTBAR IST, FINDET AUCH STATT von Tijen Onaran

Wie bereits erwähnt, habe ich mir von diesem Buch erhofft, meinen Onlineauftritt etwas zu verbessern – hauptsächlich Instagram. Insgesamt würde ich wohl sagen, dass ich etwas zu viel erwartet habe und das Buch auch nicht ganz auf das abzielt, was ich mir gewünscht habe. Aber es hat mir trotzdem ein paar Denkanstöße gegeben, die mich weiterbringen werden.

Wie wir uns präsentieren und wie wir wahrgenommen werden, ist Teil unserer Persönlichkeit. Das Bild, das wir abgeben, und die Rolle, die wir spielen, sind elementar für unseren Erfolg im beruflichen wie im privaten Kontext. Tijen Onaran, bekannte Speakerin und Netzwerkerin, erklärt eindrucksvoll, wie man eine persönliche Marke aufbaut und wie man seine eigene Agenda findet. Tijens eigener Erfolg fiel ihr nicht einfach zu, denn zu Beginn ihrer Karriere wurde sie oft in Schubladen gesteckt. Wie wir unsere Wahrnehmung online in den sozialen Medien, aber auch offline, selbst gestalten können, das zeigt Tijen in »Nur wer sichtbar ist, findet auch statt«. Dabei berichtet sie von ihren eigenen Erfahrungen in der Politik und der Digitalbranche, von Rückschlägen, Lerneffekten und ihrer ganz persönlichen Markenbildung. Das Must-read in Sachen Personal Branding.

Quelle: Goldmann

Ich muss ganz klar sagen, dass ich anfangs ein paar Schwierigkeiten mit den Themen dieses Buches hatte. Es geht um Selfbranding und man soll herausfinden, was einen ausmacht, wofür man steht. Und obwohl ich Mitte zwanzig bin, habe ich absolut keine Ahnung, was mich ausmacht. Das Buch hat mich in der Hinsicht sogar eher blockiert, weil ich nicht wusste, in welchem Themengebiet ich eine Eigenmarke bilden könnte. Das hat mich ganz lange beschäftigt, bis ich dachte: Scheiß drauf!

Und das ist der Punkt, in dem mir das Buch irgendwie doch etwas gegeben hat. Denn Onaran widmet ein Kapitel dem Thema Authentizität und Natürlichkeit. Und das rufe ich mir jetzt ganz oft ins Gedächtnis, wenn ich online etwas tue. Denn ja, ich weiß nicht, was mein Markenkern ist, ich weiß nicht, was mich ausmacht oder wofür genau ich stehen möchte. Aber das ist okay, denn das bin ich und das kann ich so auch sagen. Das ist natürlich und authentisch.

Insgesamt greift das Buch also viel weiter als ich es gebraucht hätte. Es geht um Selfbranding im Social Media, aber auch im Beruf und im privatem. Und da geht der Inhalt weit über das hinaus, was für mich wichtig ist. Ich kann das Buch also empfehlen. Für Social Media-Interessierte ist nicht alles hilfreich, aber wer auch Tipps möchte, wie man sich selbst im Berufsleben am besten darstellen und verkaufen kann, wird “Nur wer sichtbar ist, findet auch statt” sehr hilfreich finden.


NUR WER SICHTBAR IST, FINDET AUCH STATT von Tijen Onaran

Goldmann | 2020 | 256 Seiten

erhältlich als Paperback | eBook


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