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Rezension

Ein großer SciFi-Epos? INFINITUM von Christopher Paolini

Werbung. Als ich von “Infinitum” erfahren habe, war mir sofort klar, dass ich das Buch lesen muss. Umso mehr habe ich mich über den Gewinn des Buches bei vorablesen.de gefreut. Drei Monate habe ich mich dann mit dem Wälzer herumgeschlagen, und meine Gefühle beim Lesen waren sehr durchwachsen.

KLAPPENTEXT

Neue Welten zu untersuchen ist alles, wovon die junge Forscherin Kira Navarez jemals geträumt hat. Doch ein harmloser Auftrag auf einem fernen Planeten lässt Kiras Traum zum größten Albtraum der Menschheit werden:

Bei der abschließenden Untersuchung des Planeten, der in Kürze kolonialisiert werden soll, stürzt Kira in eine Felsspalte – und entdeckt etwas, das kein menschliches Auge zuvor erblickt hat. Es wird sie vollständig und für immer verwandeln.

Kira ist allein. Wir sind es nicht. Und wir müssen einen Weg finden, um zu überleben.

Quelle: Knaur

MEINE MEINUNG

Beim Lesen des Klappentextes war ich überrascht, einer weiblichen Protagonistin zu begegnen. Nach vier Bänden “Eragon” habe ich damit überhaupt nicht gerechnet. Aber ich fand das sehr erfrischend, und ich habe auch das Gefühl, dass Paolini die Sicht einer weiblichen Protagonistin gut eingefangen hat. Es gibt ja doch einige männliche Fantasyautoren, die eine weibliche Perspektive zur sehr sexuell darstellen können. Das war bei Paolini zum Glück überhaupt nicht der Fall. Ich mochte die Darstellung von Kira sehr gerne.

TOLLE GESTALTUNG

Um an der Verlosung von vorablesen.de teilzunehmen, muss man zum einen das Cover und zum anderen die Leseprobe bewerten und kommentieren. Das Cover habe ich am Anfang als etwas langweilig empfunden. Jetzt nach Beenden des Buches erkenne ich, wie gut es zur Geschichte passt. Aber man muss auch erwähnen, dass das Hardcover nicht nur vom Cover lebt, die Gestaltung bietet hier noch so viel mehr.

Denn immer wieder sind Seiten mit Graphiken zu finden, auf denen beispielsweise ein Sonnensystem oder der Aufbau eines Planeten abgebildet sind. Aber auch die ersten und letzten Seiten des Buches sind besonders gestaltet, sowie die Titelseiten der einzelnen Teile der Geschichte. Es sind die kleinen Details, die dieses Hardcover so besonders machen.

VIEL & LANG

Aber kommen wir zum Inhalt zurück. Der hat nämlich wahnsinnig viel zu bieten (bei fast 1.000 Seiten kein Wunder). Ich war am Anfang echt skeptisch. 960 Seiten sind echt verdammt viel und SciFi nicht unbedingt mein Genre. Ich hatte die Befürchtung, dass mir das Buch nicht gefallen und es mich erschlagen könnte, doch die Leseprobe hat mich eines Besseren belehrt. Da sind die Seiten nämlich nur so dahingeflogen, und sie endete an so einer spannenden Stelle, dass ich es kaum erwarten konnte, bis das Buch endlich bei mir eintrifft.

Als es dann kam, habe ich übrigens ziemlich schnell bereut, nicht das eBook gewählt zu haben. Zwar wäre mir dann diese tolle Gestaltung entgangen, aber dieses Buch ist so verdammt schwer. In den bequemsten Lesepositionen oder unterwegs lesen, war damit eigentlich unmöglich.

Jedenfalls ging es nach der Leseprobe genauso spannend weiter. Es passiert echt wahnsinnig viel und Paolini wartet hier mit vielen Wendungen auf, mit denen ich allen nicht gerechnet habe. Ich wusste bis zum Schluss nicht, wie Kiras Geschichte enden würde. Trotzdem hat es sich zwischendrin gezogen.

“Infinitum” hat nicht nur fast 1.000 Seiten, sie sind auch von oben bis unten vollgeschrieben. Dass da Längen entstehen, ist wohl keine Überraschung. Und obwohl ich die Geschichte mochte und spannend fand, habe ich zum Lesen dieses Buches doch fast drei Monate gebraucht. Es war also gut, aber nicht so begeisternd, dass ich an den Seiten klebte. Und das fand ich dann doch etwas anstrengend.

DAS ENDE

Wie schon erwähnt, habe ich den Verlauf des Buches nicht voraussehen können. Ich hatte zwar eine Vermutung, in welche Richtung das Ende gehen würde (von wegen Happy End oder nicht), aber abgesehen davon war ich vollkommen ratlos. Und das fand ich echt toll, weil mir das bei Büchern echt selten passiert. Das Ende an sich war dann zwar nicht ganz mein Fall, hat aber sehr gut gepasst.

DIE DETAILS MACHEN ES AUS

Bevor ich jetzt zu einem abschließenden Fazit komme, möchte ich noch zwei Dinge ansprechen.

Zum einen befindet sich am Ende des Buches ein Glossar, in dem alle Begriffe mit Bedeutung aufgeführt sind. Auch die unterschiedlichen Bezeichnungen der vielen Völker für ein und dieselbe Sache. Nach vier Bänden “Eragon” mit so einer grandiosen Übersicht, hätte ich mir denken können, dass es auch in “Infinitum” so etwas gibt. Aber tatsächlich bin ich darauf erst recht spät gestoßen. Es hätte mir so vieles beim Lesen erleichtert, weil ich manchmal wirklich verwirrt war, was die verwendeten Wörter bedeuten.

Was ich erst nach Beenden des Buches entdeckt habe, sind die Beschreibungen technischer Vorgänge, die im Buch angesprochen werden. Genau dieses technische ist das, was mir am Science Fiction-Genre nicht zusagt. Und hätte ich diese Erläuterungen schon vorher entdeckt, wären mir diese Stellen im Buch vielleicht etwas eingängiger erschienen (gut hätte ich sie vermutlich trotzdem nicht gefunden).

Was ich auch noch erwähnen möchte, ist die Großartigkeit der Charaktere. Ich fand alle Charaktere total nachvollziehbar in ihren Handlungen und vor allem das Zusammenspiel der Crew der Walfish total passend. Ich mochte es, wie sie aufeinander eingegangen sind, wie jeder von ihnen eine eigene Geschichte hatte, aber sie doch wie eine Familie mit großem Zusammenhalt waren. Ich glaube, die Crew ist tatsächlich mein Highlight im ganzen Buch.

FAZIT

Insgesamt lässt mich Christopher Paolini mit “Infinitum” mit gemischten Gefühlen zurück. Zwar hat mir die Geschichte gut gefallen, – ich mochte Kira als Kickass-Protagonistin, die sich auch von dem Befall einer außerirdischen Substanz nicht aufhalten lässt, die Crewmitglieder der Walfish und die spannenden Wendungen – aber sie war einfach zu lang. Und dieses ewig lange Herumschleppen ein- und derselben Geschichte trübt meinen positiven Eindruck der Geschichte doch ein bisschen.


INFINITUM von Christopher Paolini

2020 | 960 Seiten
erhältlich als Hardcover | eBook

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