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Rezension

Kurzmeinungen #11 – Poesie, Thriller, New Adult

Werbung. Heute habe ich wieder eine ganz bunte Mischung für dich. Diese drei Bücher habe ich in der letzten Zeit gelesen und es wurde höchste Zeit, meine Meinung zu ihnen mit dir zu teilen. Zu allererst möchte ich dir einen Poesieband von Filmemacher Tim Burton vorstellen, der mich ein bisschen gegruselt, aber vor allem sehr unterhalten hat. Dann habe ich hier einen Thriller für dich, der es mir in der aktuellen Situation ein bisschen schwer gemacht hat. Und zu guter letzt ein New Adult-Roman, der mich leider ein bisschen frustriert zurückgelassen hat.

THE MELANCHOLY DEATH OF OYSTER BOY & OTHER STORIES von Tim Burton

Bevor ich mit meiner Meinung zu diesem Buch beginne: Das gibt es natürlich auch auf deutsch. Allerdings wie es scheint nur noch gebraucht oder als eBook. Aber das Englisch ist leicht verständlich und gerade bei solchen Büchern würde ich immer zur Originalsprache raten.

Besonders viel gibt es zu diesem Lyrikband gar nicht zu sagen. Die Gedichte sind alle sehr schaurig und speziell. Sie erzählen kuriose Geschichten mit abgedrehten Charakteren und skurrilen Wendungen. Alles vermischt mit einem Humor, der das ganze noch abgedrehter macht, noch grausamer und gleichzeitig auch irgendwie erträglicher.

Hier könnt ihr eines der Gedichte auf englisch lesen. Es ist die Geschichte von Mummy Boy, sehr tragisch und skurril, süß und herzzerreißend. Aber es gibt einen guten Einblick in das, was all diese Gedichte ausdrücken.


DAS TRAURIGE ENDE DES AUSTERNJUNGEN UND ANDERE GESCHICHTEN von Tim Burton

Lübbe | 2011 | 128 Seiten

erhältlich als eBook


PANDEMIE von A. G. Riddle

Vorab möchte ich ein paar Worte zu diesem Buch verlieren. Ich habe es mir vor Corona-Zeiten angefragt, weil ich Thriller in diesem Stil eigentlich total gerne mag. Also wenn nicht der Mensch der Feind ist, sondern etwas anderes, wie zum Beispiel in “Cold Storage”. Ich habe es auch vor Corona begonnen, aber als dann eine echte Pandemie über uns hereinbrach, war ein Buch über Pandemie plötzlich gar nicht mehr so reizvoll.

Aber es ist ein Rezensionsexemplar und muss rezensiert werden, auch wenn zu diesem Buch momentan vermutlich absolut niemand greifen würde. Ich habe das Lesen ehrlich gesagt auch nicht besonders genossen. Natürlich ist die Pandemie in diesem Buch noch weitaus schlimmer, als die in unserem realen Leben (zum Glück!). Trotzdem unterhält dieses Thema aktuell natürlich nicht unbedingt.

Erstmal finde ich es unglaublich erschreckend, dass ich einen Thriller begonnen habe, dessen Inhalt frei erfunden sein sollte, der uns dann aber doch so betrifft. Damit hätte der Autor vermutlich auch nicht gerechnet. Ich mochte den Erzählstil sehr gerne. Er hat mich ein bisschen an die “Die Brut”-Reihe erinnert, die mir so wahnsinnig gut gefallen hat. Ich suche schon lange nach etwas ähnlichem dazu und wenn man nur von der Erzählweise ausgeht, habe ich in “Pandemie” ein Buch gefunden.

Der Inhalt … hätte mir vermutlich besser gefallen, wenn er sich nicht so real angefühlt hätte. Ich ärgere mich wirklich darüber, dass ich nicht schnell genug war, das Buch vor Corona zu beenden, denn dann hätte es mir mit Sicherheit total gut gefallen und ich hätte hiermit einen spannenden Thriller gehabt, den ich nicht aus der Hand hätte legen können.

FAZIT

Für Leser, die sich nicht davon abschrecken lassen, dass sich dieses Buch aktuell so verdammt real anfühlt, ist “Pandemie” eine richtige Buchempfehlung. Vielleicht verschafft es gerade durch die Parallelen zu unserer momentanen Realität eine ganz andere Art von Nervenkitzel. Für mich war es gerade leider nichts.


PANDEMIE von A.G. Riddle

Heyne | 2019 | 800 Seiten

erhältlich als Taschenbuch | eBook | Hörbuch


WIR SIND DER STURM von Sophie Bichon

Ich habe dieses Buch nicht gelesen, weil ich mich so unglaublich darauf gefreut habe, sondern weil ich wissen wollte, wie Paul und Louisas Geschichte endet. Hierbei handelt es sich um eine Fortsetzung, wenn du also wissen willst, wie mir der erste Band, „Wir sind das Feuer“, gefallen hat, kannst du das hier lesen. Außerdem gilt hier Spoileralert, denn um meine Kritikpunkte zu erklären, muss ich von der Handlung von „Wir sind der Sturm“ erzählen.

Wo sind wir im letzten Band stehen geblieben? Paul hatte einen Autounfall und durch den ist ihm klar geworden, dass in dem Unfall, den er vor Jahren vermeintlich verursacht hat, Louisa und ihr Vater verwickelt waren. Er denkt also er hat Louisas Vater auf dem Gewissen, und genau hier setzt der zweite Band ein. Paul geht zu Louisa auf Distanz, wobei das sogar noch untertrieben ist. Erst ignoriert er sie, geht ihr aus dem Weg, lässt sie von seinen Mitbewohnern abwimmeln, dann ist er gemein zu ihr, wirft ihr grausame Worte entgegen (zum Beispiel, dass er sie nie geliebt hat, dass es für ihn nur ein Spiel war, dass sie darauf reingefallen ist), um sie loszuwerden, und macht vor ihren Augen andere Frauen klar. Er verhält sich wie ein riesengroßes Arschloch!

Klar, durch die Szenen aus seiner Sicht, verstehen wir seine Gedanken. Er ist geplagt von Schuldgefühlen, will es Louisa einfacher machen, indem er sie dazu bringt, ihn zu hassen. Aber ganz ehrlich? Eigentlich macht er es so nur sich selbst einfacher, weil er ihr dann nicht die Wahrheit sagen muss. Ich finde es schrecklich, wie er sich verhält. Dass er ihr so wehtut, vor ihren Augen mit anderen Frauen von Partys verschwindet und was nicht noch alles. Das ist für mich keine Liebe, wirklich nicht. Als Louisa dann mit ihm schläft, weil er sich einen Abend nicht wie ein Arsch aufführt … ich war echt schockiert! Hier mal ein Zitat ihrer Gedanken:

Er hat mir so unfassbar wehgetan. […] Aber ich verstehe es auch. […] Ich kann auch verstehen, wieso er mit diesen ganzen Frauen geschlafen hat. […] Und ein Teil von mir versteht sogar, wieso er mich absichtlich verletzt hat.

Seite 233/334

Tja, Louisa … ich verstehe es leider nicht! Ich verstehe nicht, wie er sich so verhalten kann, wie er sie so verletzen kann, obwohl er sie liebt (und das nur, weil er ihr nicht die Wahrheit sagen kann), und ich verstehe nicht, wieso sie das alles vergessen kann, sobald sie mit ihm alleine ist und er nicht ein gemeiner Arsch ist.

Wirklich schade daran ist, dass ich Paul und Louisa zusammen wirklich mochte, da war eine gewisse Dynamik zwischen ihnen. Aber nach all dem, den verletzenden Worten und Taten, wie kann das jetzt noch mit den beiden funktionieren?

FAZIT

Das einzig gute an diesem Buch – abgesehen von diesem mega Schreibstil – war für mich Louisas Abschied von ihrem Vater. Dieser Moment mit ihrer Schwester war so berührend, so herzzerreißend und ja, da sind mir auch die Tränen gekommen. Aber ansonsten fand ich Pauls Verhalten das ganze Buch über einfach nur schrecklich, und ich kann nicht verstehen, wie Louisa ihm verzeihen konnte (und dabei meine ich nicht den Unfall, dafür kann er nichts, sondern sein scheiß Verhalten ihr gegenüber).

Mein Fazit zur Reihe: Die Charaktere sind toll! Ich mochte sie alle im ersten Band wirklich wahnsinnig gerne, auch Paul noch. Aber die Handlung war mir persönlich einfach zu dramatisch, zu viel Hin und Her. Ich liebe Bichons Schreibstil und hoffe sehr darauf, dass ihre nächsten Bücher vielleicht etwas weniger dramatisch und mehr Wohlfühl-Bücher sind.


WIR SIND DER STURM von Sophie Bichon

Heyne | 2020 | 432 Seiten

erhältlich als Paperback | eBook | Hörbuch


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