Oben
Rezension

BOOK BOYFRIEND von Claire Kingsley

Werbung. Bereite dich darauf vor keine normale Rezension zu lesen. Das hier wird ein Rant, weil ich von “Book Boyfriend” so viel erwartet habe, es mich aber leider total enttäuscht hat. Damit ich aber nicht nur schimpfe, teile ich die Rezension in Positiv und Negativ auf.

KLAPPENTEXT

Die Sache ist die: Ich bin kein schlechter Kerl. Mia anzulügen war nicht Teil eines Plans, es war eine simple Notlüge. Erfolg als Liebesromanautor mit einem weiblichen Pseudonym zu haben, gehörte auch nicht zum Plan. Wer hätte denn auch ahnen können, dass meine Bücher Bestseller werden?

Und als wäre es nicht schon kompliziert genug, ist Mia auch noch Buchbloggerin und die beste Chat-Freundin meines Alter Egos.

Online hält sie mich für die Bestsellerautorin Lexi Logan. Privat kennt sich mich als Alex Lawson und ist in mich verliebt. Ich weiß nicht, wie ich aus dem Schlamassel jemals wieder herauskommen soll.

Ich weiß nur eines: wenn Mia herausfindet, wer ich bin, werde ich sie verlieren. Und das darf auf keinen Fall geschehen…

Quelle: Aufbau Verlag

MEINE MEINUNG

Der Klappentext hat mich sofort angesprochen. Ich hatte eine süße Lovestory mit ganz vielen Büchern erwartet. Und anfangs sah es für meine Erwartungen auch ganz gut aus, das Blatt hat sich dann aber doch ziemlich schnell gewendet.

POSITIV

DIE IDEE

Ich finde die Idee unfassbar toll! Der Protagonist Alex ist Autor, schreibt unter weiblichem Pseudonym, Lexi Logan, Liebesromane. Aber auch Mia hat einen Pseudonym, denn sie ist online als erfolgreiche Buchbloggerin BB unterwegs. Es geht also um Bücher und eine Liebesgeschichte zwischen zwei Buchliebhabern. Das finde ich so schön und ich habe es mir total spannend vorgestellt. Vor allem, weil beide anfangs nicht wissen, wer der und die andere ist, obwohl sie unter ihrem Pseudonym sehr gut befreundet sind. BB und Lexi lernen sich durch Lexis Bücher kennen und es entsteht eine innige Online-Freundschaft. Wer sie in Wirklichkeit sind, verraten beide nicht. Denn Alex hat Angst, dass es seinem Erfolg schaden könnte, wenn seine Leserinnen erführen, dass sich hinter Lexi Logan ein Mann versteckt. Und Mia versteckt sich gerne hinter der Buchbloggerin BB.

Als sie im realen Leben aufeinander treffen, wissen sie nicht, wem sie gegenüberstehen. Erst als BB Lexi von ihren Dates erzählt, wird Alex klar, wer BB bzw. Mia wirklich ist. Und irgendwie weiß er dann einfach nicht, wie er ihr die Wahrheit sagen soll, weil er auch noch nicht bereit ist, sein Schriftstellergeheimnis zu lüften. Diesen Konflikt fand ich von Anfang an sehr spannend und gut gemacht.

DER ANFANG

Der Anfang hat mich sofort gecatched, weil er so lockerleicht war. Ich mochte den Schreibstil sehr, er hat mich sofort für sich eingenommen. Kingsley schafft es schon auf den ersten Seiten Sympathien für ihre Protagonisten aufzubauen.

Vor allem weil das Buch in dem Moment einsetzt, als Mia erfährt, wer Alex ist. Das ist der Schlüsselmoment und ihn an den Anfang des Romans zu setzen, finde ich sehr klug. Das hat die Spannung enorm vorangetrieben, denn darauf folgt erstmal eine Rückblende, in der wir erfahren, wie Alex Autor geworden ist und wie er Mia kennen lernt.

NEGATIV

DIE ERZÄHLWEISE

Am Anfang mochte ich den Schreibstil noch sehr gerne, das habe ich ja gerade erwähnt. Das Buch beginnt aus der Sicht des Protagonisten. Alex durchbricht die dritte Wand und spricht den Leser direkt an, was ich total interessant fand. Ich dachte, das könnte cool werden, wenn der Protagonist des Buches quasi selbst der Autor ist und seine Geschichte erzählt. War es auch, aber dann folgten Kapitel aus Mias Sicht und das hat das ganze Konzept zunichte gemacht. Denn wenn Alex die Geschichte erzählt, wie kann die Sichtweise der Protagonistin vorkommen? Und sie durchbricht ebenfalls die dritte Wand, was ich dann genauso unlogisch fand.

DIE ÜBERTREIBUNGEN

Es gibt Autorinnen und Autoren, die Maschinen sind und ein Buch nach dem anderen raushauen. Das gibt es und ich will es nicht bestreiten. Aber Alex schreibt schon seit Jahren an seinem eigentlichen Herzensprojekt (ein SciFi-Roman), er kommt zu keinem Ende. Doch als er sich dazu entscheidet, Liebesromane zu schreiben, schafft er plötzlich sieben Bücher pro Jahr. Fand ich dann doch etwas übertrieben und gleichzeitig setzt es das Genre auch ein klein wenig herab oder? So als wären Liebesromane so easy zu schreiben und überhaupt nicht anspruchsvoll. Fand ich sehr schade.

Aber er ist nicht der einzige, der viel schafft. Denn Mia liest fast 30 Bücher pro Monat. Ich kann mich noch an meine Anfangsbloggerzeit erinnern, in der es tatsächlich noch einige Bloggerinnen gab, die so viel gelesen haben sollen. Aber bei einer Bloggerin mit Vollzeitjob finde ich das irgendwie ein bisschen unrealistisch. (Falls du mit Vollzeitjob so viel liest, belehre mich gerne eines Besseren!)

STOTTERNDE PROTAGONISTIN

Ich dachte, über diese Protagonistinnen, die durch ihre Schüchternheit besonders reizvoll wirken, wären wir seit der Biss-Reihe hinweg. Tatsächlich ist mir anfangs gar nicht so sehr aufgefallen, dass Mia stottert. Sie stottert auch nicht wirklich, sondern verhaspelt sich beim Sprechen immer, wenn sie nervös ist. Was hauptsächlich passiert, wenn sie mit Alex spricht. Und der findet das natürlich total süß. Ich nicht. Ich finde es einfach nur nervig. Vor allem hat es den Lesefluss sehr gestört. Und es wird auch nicht thematisiert, dass dieses Stottern zu ihr gehört, also dass sie es immer tut. Es scheint wirklich nur dazu da zu sein, dass sie im Umgang mit dem Protagonistn möglichst niedlich und unbeholfen wirkt.

DER SEX

Wenn Sex beschrieben wird, finde ich das okay. Immerhin gehört das ja auch zu einer Liebesgeschichte. Ich störe mich nicht mal daran, wenn er überperfekt und unrealistisch dargestellt wird. Woran ich mich aber störe ist, wenn die Protagonisten plötzlich nur noch Sex haben und das immer über mehrere Seiten hinausgezogen wird. Dadurch kam in “Book Boyfriend” einfach die Handlung zu kurz. Eine Liebesgeschichte, die zu einem Drittel nur aus Sex besteht, gibt mir einfach nichts. Ich möchte, darüber lesen, wie sich die Protagonisten näher kommen und ineinander verlieben, nicht wie sie ständig übereinander herfallen.

FAZIT

Ich hatte mir wirklich viel von “Book Boyfriend” erhofft. Es klang nach der perfekten Geschichte zum Abschalten, gespickt mit ganz viel Buchliebe. Tatsächlich hat mir ab der Hälfte die Handlung zunehmend gefehlt. Es ging mehr um den atemberaubenden Sex als um das Kennenlernen der beiden Protagonisten, und als die Handlung dann doch mal wieder in Schwung kam, war sie doch sehr vorhersehbar.

Gutes Grundkonzept – vor allem durch das Durchbrechen der dritten Wand und dem Protagonisten selbst als Autor des Buches sehr interessant -, das leider nur dürftig umgesetzt wurde.


BOOK BOYFRIEND von Claire Kingsley

2020 | 289 Seiten
erhältlich als eBook

«

»

Was mache ich jetzt?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter

IMMER ALLES MITBEKOMMEN!
Erhalte eine Email bei neuen Beiträgen.


Kateastrophy sammelt deine eigegebenen Daten, um mit dir in Kontakt zu bleiben und dir Newsletter schicken zu können.

Instagram hat keinen Statuscode 200 zurückgegeben.