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Rezension

Kurzmeinungen #10 – Roman, Manga & Fantasy

Anzeige. Die drei Bücher, die ich dir heute vorstellen möchte, stammen aus ganz unterschiedlichen Genres. Eine kunterbunte Mischung sozusagen. Auch mein Fazit zu den Büchern fällt gemischt aus, denn während mir bei einem hauptsächlich der Stil gefallen hat, konnte mich beim nächsten die Story begeistern, und das dritte Buch war zwar kein richtiger Flop, aber doch nah dran.

Die Coverabbildungen stammen vom jeweiligen Verlag: Suhrkamp, Penhaligon und Egmont.

FRAU IM DUNKELN von Elena Ferrante

Dieses Buch habe ich vor Monaten gelesen und es existiert auch schon eine Rezension von mir, aber noch nicht auf kateastrophy.de, weshalb ich das in diesen Kurzmeinungen nachholen will.

In „Frau im Dunkeln“ geht es um das Thema Regretting Motherhood, also um das Bereuen der Mutterschaft. Das ist allerdings nicht zu verwechseln mit dem Bereuen vom Kinderkriegen. Denn die Protagonistin in „Frau im Dunkeln“ liebt ihre Töchter sehr, das merkt man ganz deutlich. Aber sie hasst es, Mutter zu sein. Sie hasst es, welche Möglichkeiten ihr durch die Mutterschaft nicht mehr offen standen, sie hasst es für zwei Wesen verantwortlich zu sein, sie hasst es, dass ihre Töchter ihr ähneln und nicht ähneln. Das ist ein ganz komplexes Thema, das Ferrante so wunderbar umgesetzt hat. Die Handlung hat mich nicht mitgerissen, aber vermutlich bin ich auch nicht die Zielgruppe für die dieses Buch gemacht ist. Immerhin ist die Protagonistin schon über 50 und Regretting Motherhood ist etwas, mit dem ich mich so überhaupt nicht identifizieren kann, weil ich ja noch nicht einmal Mutter bin. Aber es hat mir die Augen geöffnet über ein Thema, das ich vorher nicht kannte.

Und Ferrantes Schreibstil ist so unglaublich, so bildhaft, so schön, dass ich definitiv noch einmal etwas von ihr lesen werde. Ferrante an sich kann ich also nur empfehlen, sie war eine kleine Geheimentdeckung für mich, und ich kann selbst kaum glauben, wie sehr mich ihre Schreibe beeindruckt hat.


FRAU IM DUNKELN von Elena Ferrante

Suhrkamp | 2019 | 188 Seiten

erhältlich als Hardcover | eBook


ATELIER OF WITCH HAT von Kamome Shirahama

In diesem Manga geht es um ein Mädchen, das gerne eine Hexe sein würde, aber keine magischen Fähigkeiten besitzt. Durch den Trick eines scheinbar bösen Zauberers zerstört sie mit Hilfe von Magie ihr Zuhause und versteinert ihre Mutter. Ein Zauberer, der das mitbekommt, nimmt sie mit in sein Atelier, um sie zu unterrichten. Denn alles, was sie bisher geglaubt hat, ist eine Lüge. Mit der richtigen Technik kann jeder Zaubern.

Ich mochte den Zeichenstil dieses Mangas sehr gerne. Ich kann gar nicht beschreiben, was mir an ihm gut gefällt, vielleicht, dass er so schlicht ist. Auch die Story hat mir gut gefallen, vor allem das Zaubern ist schön dargestellt. Nämlich mit Feder und Tinte. Man kann Zauber wirken, in dem man bestimmte Muster malt, das finde ich total außergewöhnlich.

Klingt als müsste ein „Aber“ kommen oder? Ist auch so und das „Aber“ ist: es ist ein Manga. Ich habe jetzt schon ein paar Manga gelesen und muss feststellen, dass diese Art, Geschichten zu transportieren, einfach nichts für mich ist. Es ist hübsch anzusehen, aber ich kann mich einfach nicht so gut reinversetzen wie bei einem „normalen“ Buch, die Emotionen dringen nicht so zu mir durch.

Deshalb: Für Manga-Fans ist „Atelier of Witch Hat“ eine große Empfehlung und für diejenigen, die Manga mal testen wollen, auch. Für mich geht es wieder zu den Büchern mit Text, die mich einfach mehr erreichen.


ATELIER OF WITCH HAT von Kamome Shirahama

Egmont Manga | 2018 | 208 Seiten

erhältlich als Taschenbuch | eBook


DER SCHWARZE THRON – DIE GÖTTIN von Kendare Blake

Ich finde, es ist immer ein seltsames Gefühl, wenn man eine Reihe beendet, bei der man so mitgefiebert hat. Und das habe ich bei der “Der schwarze Thron”-Reihe sehr. Während der erste Band noch irgendwie unausgereift wirkte und ich gar nicht weiß, wieso ich eigentlich drangeblieben bin, hat der zweite Band dann definitiv seinen Zauber über mich gelegt, und spätestens beim dritten Band war ich dann vollkommen hin und weg. Weil er so spannend war, weil so viele Geheimnisse gelüftet und neue geschaffen wurden, weil diese Welt so riesig und atemberaubend ist. Und weil von Band zu Band immer mehr Spannung aufgebaut wurde, die nur in einem riesigen, atemberaubenden Finale gipfeln konnte.

Wie gesagt, das Beenden einer Reihe ist immer mit einem seltsamen Gefühl verbunden. In diesem Fall ist es aber noch viel komischer. Weil es leider nicht mit diesem spektakulären Finale endete. Ich muss ganz klar sagen, dass ich von “Der schwarze Thron – Die Göttin” mehr erwartet hatte, weil die Vorgänger so stark mit so viel Spannung und Geheimnissen auf dieses Ende hingearbeitet haben. Von der Action aus dem dritten Band war leider nicht mehr viel übrig. Im finalen Band geht es mehr um Intrigen und die Fäden, die im Hintergrund gezogen werden. Gleichzeitig hatten die Geheimnisse nicht mehr diesen Mindblowing-Charakter, die sie in den Bänden zuvor noch hatten. Irgendwie war alles gedämpft.

Natürlich war der letzte Band wieder blutig. Ich habe die Charaktere noch ein bisschen besser kennen gelernt, musste mich von anderen verabschieden. Es gab Kämpfe, Geheimnisse und Intrigen, aber … im Nachhinein würde ich es so beschreiben, dass ich alles wie durch einen Schleier wahrgenommen habe. Da war viel Potenzial, es gab unzählige Konflikte, aber es ist alles ein bisschen zu ferngeblieben. Ich habe mich einfach nicht so sehr mitgerissen gefühlt wie in den anderen Bänden der Reihe.


DER SCHWARZE THRON – DIE GÖTTIN von Kendare Blake

Penhaligon| 2020 | 496 Seiten

erhältlich als Paperback | eBook


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2 COMMENTS
  • Zeilentänzerin
    4 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)

    Schön, dass du wieder zurück bist! Danke für deinen Kommentar! Ich finde so einen Beitrag mit Kurzmeinungen total cool, müsste das auch mal anfangen. Die Bücher von Ferrante fangen mich auch immer ein. Und “Frau im Dunkeln” war auch mein letztes von ihr =)

    • Kate
      4 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)
      Autor

      Hast du das neueste von Ferrante schon gelesen? Das ist letzten Herbst erschienen und klingt wirklich interessant!
      Ich finde, Kurzmeinungen sind ideal, wenn man nicht so viel zu sagen hat 😀

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