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Rezension

WIR SIND DAS FEUER von Sophie Bichon

New Adult und ich sind bekanntlich keine Freunde. Weil die Autorin allerdings eine Premierenlesung in Augsburg hatte und ich dachte „Hey, da musst du hin!“, habe ich mir das eBook kurzerhand zum Einstiegspreis geholt. Und anfangs hat sich das auch richtig gelohnt.

KLAPPENTEXT

Endlich vergessen, was vor fünf Jahren geschah. Die Flammen, den Lärm, und all das, was ihr Leben danach zerstörte. Das ist es, was Louisa sich wünscht, als sie ans Redstone College kommt. Und tatsächlich: Gleich zu Beginn ihres Studiums begegnet sie Paul und alles scheint plötzlich anders. Mit seinem unwiderstehlichen Lachen und seinen Bernsteinaugen weckt er Gefühle in ihr, die sie schon längst vergessen glaubte. Mit ihm ist sie wild und frei und endlich wieder glücklich. Sie ist dabei, sich unwiederbringlich in ihn zu verlieben. Doch was sie nicht ahnt: Paul hütet ein dunkles Geheimnis. Die Wahrheit könnte ihre Liebe in Flammen aufgehen lassen …

Quelle: Heyne

MEINE MEINUNG

Mein Eindruck von diesem Buch ist so durchwachsen. Den Anfang habe ich sehr, sehr positiv wahrgenommen, doch dann hat dieses Gefühl ein bisschen nachgelassen. Ich habe die Rezension in positiv und negativ eingeteilt, um meine Gedanken ein bisschen besser zu strukturieren.

POSITIV

DER SCHREIBSTIL

Schon auf den ersten Seiten war ich hin und weg von diesem lockeren Schreibstil. Er hat mich sofort für sich eingenommen und ich konnte anfangs kaum aufhören zu lesen. Bichons Worte haben mich einfach so mitgetragen und das hat mich so sehr überrascht, weil ich nicht erwartet hatte, dass mir der Stil so besonders vorkommen würde. Es lässt sich schwer beschreiben, weil der Schreibstil zwar schon recht einfach, gleichzeitig aber sehr bildhaft ist. Bichon schreibt einfach so angenehm und für sich einnehmend.

SELTENE WÖRTER

Die Protagonistin Louisa sammelt außergewöhnliche Wörter und so fängt auch jedes Kapitel mit so einem Wort an. Das fand ich irgendwie sehr schön und vor allem fand ich schön, dass das nicht nur anfangs mal erwähnt wurde, sondern immer wieder Thema wird. So fragt Louisa Paul ganz oft nach deutschen Wörtern, die es in keiner anderen Sprache gibt. Mit einem deutschen Vater kennt sich Paul da aus und so haben sie gleich ein gemeinsames Thema. Dieses Wörtersammeln hat toll zu Louisa gepasst und dass jedes Kapitel mit einem dieser Wörter beginnt ist so ein kleines Detail, das mir wahnsinnig gut gefällt.

PAUL & LOUISA

Diese Dynamik zwischen den beiden war von Anfang an bezaubernd. Ein anderes Wort fällt mir kaum ein, weil es wirklich etwas magisches hatte. Wenn die beiden sich miteinander unterhalten, gibt es keine Welt mehr drumherum. Das habe ich als Leserin so sehr gespürt, wie es selten in Büchern der Fall ist. Es hat einfach Spaß gemacht, die beiden zu verfolgen, eben weil in ihren Gesprächen immer diese Dynamik war, die alles so leicht wirken ließ.

Louisa und Paul können miteinander scherzen, sich gegenseitig auf die Schippe nehmen und trotzdem ist da immer ein gewisses Knistern zwischen ihnen. Das Spiel mit dem Klischee Bad Boy, das zwischen den beiden sowas wie ein Running Gag geworden ist, fand ich besonders schön.

NEGATIV

EIN PAAR LÄNGEN

Wie schon angedeutet, fand ich das Buch nicht nur gut. Es hatte so seine Längen und zwar leider genau dann, wenn sich Louisa und Paul endlich näher kommen. Da gehen die spritzigen Unterhaltungen ein bisschen aus. Es geht um die beiden, sie sind glücklich. Das ist genau das, was man sich von einem Liebesroman erhofft. Aber beide haben in ihrer Vergangenheit schreckliches erlebt und genau das stand mir als Leserin im Weg. Ich konnte diese glücklichen Momente der beiden gar nicht genießen, weil ich wusste, dass da noch Geheimnisse warten. Und ich bin leider ziemlich ungeduldig, weshalb mir diese vielen Kapitel vor der Auflösung eher als Hinauszögern vorkamen.

ALLES SO VORHERSEHBAR

Beide Protagonisten haben ein dunkles Geheimnis in ihrer Vergangenheit. Bei Louisa kann man sich durch die unzähligen Anspielungen ziemlich schnell denken, was es bei ihr damit auf sich hat. Ich verzichte jetzt mal darauf, dich zu spoilern, was diesen Kritikpunkt schwer zu beschreiben macht. Pauls Vergangenheit war da doch schwieriger zu entschlüsseln, doch als Louisa ausgepackt hat, hatte ich direkt so eine Vermutung. Und die hat sich am Ende leider bestätigt. Dabei wäre ich so gerne überrascht worden.

Ich will mir jetzt nicht einbilden, dass ich eine super Detektivin wäre und gehe deshalb davon aus, dass viele das Rätsel schon vor dem fiesen letzten Kapitel erraten haben. Ganz viele stört das vermutlich nicht mal, ich fand es leider nicht ganz so gelungen.

FAZIT

Der Schreibstil war mega, weshalb ich definitiv noch einmal etwas von Sophie Bichon lesen werde, allerdings dann aus einem anderen Genre (auf Instagram hat sie verraten, dass sie eine Jugendbuch-Idee hat), denn New Adult ist und bleibt wohl einfach nicht meins. Und so war es auch hier wieder: Der Stil und die Charaktere waren umwerfend, die Handlung hingegen nicht so ganz mein Fall.


WIR SIND DAS FEUER von Sophie Bichon

2020 | 432 Seiten
erhältlich als Paperback | eBook | Hörbuch

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  • Anzeige. Diese drei Bücher habe ich im März gelesen. Während mir „Die Maske“ sehr gut gefallen hat, hat mich „Scham“ extrem aufgewühlt. Und „Schuldig“ war leider die Enttäuschung des Monats. Genaueres gibt es in meinem Monatsrückblick auf dem Blog 😊
  • Anzeige. Vor ca. zwei Wochen habe ich dieses Buch beendet und ich bin irgendwie immer noch überfordert. Trotzdem habe ich jetzt endlich die Rezension geschrieben und auf meinem Blog hochgeladen (Link im Profil!).
Aber wie geht man mit so einem Buch um? Mit einem Buch, das von einer Vergewaltigung und den Folgen für die Frau handelt. Ein Buch, das kaum Unterhaltung bietet, weil es so weh tut. Das Lesen von "Scham" war ganz oft sehr beklemmend. Obwohl es so kühl geschrieben ist, fühlt man irgendwie trotzdem so viel von dem, was die Protagonistin fühlt.
Empfehlen lässt sich dieses Buch nicht einfach so, weil das Thema heftig ist, weil es heftig beschrieben wird, weil das Buch ganz, ganz sicher nicht für jeden etwas ist. Trotzdem bin ich froh es gelesen zu haben. Einfach wegen dem Gedankenstrudel, den es ausgelöst hat. Mehr zu meinen Gedanken dazu dann auf meinem Blog.
  • Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag!
Gestern hatte ich überraschend frei und wollte eigentlich total produktiv sein und einen Beauty/Wellness-Tag einlegen. Stattdessen hab ich den ganzen Tag Animal Crossing gespielt. Hupsi 😬
Am Wochenende Versuch ich es dann nochmal, damit hoffentlich wieder Routine ins Bloggen kommt 😊
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Was steht bei euch heute so an?
Ich muss vermutlich länger arbeiten und werde nebenbei lernen. Sehr spannend 🙄
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📷: „Die Maske“ und „Der Revolver“ von Fuminori Nakamura (beide super, zweites bereits auf dem Blog rezensiert) und „Der Abgrund in dir“ von Dennis Lehane (noch ungelesen)
  • Anzeige. Ich hab gestern dieses Buch beendet und ... puh, das war echt hart. Ich kann nicht sagen, ob das Buch gut war, weil die Thematik so heftig und schlimm ist, dass man das kaum gut nennen kann.
Ich spreche hier ganz deutlich eine Triggerwarnung für Vergewaltigung und Kindesvernachlässigung aus. Denn es geht um eine Frau, die von ihrem Chef überwältigt wird und die, als sie schwanger wird, davon überzeugt ist, dass das Kind von ihrem Vergewaltiger ist und nicht von ihrem Mann. 
Von da an befindet sie sich in einem Kreislauf, in dem mal alles gut läuft, sie ihre Routine findet, und in dem dann wieder alles schrecklich läuft, weil sie ihr Kind nicht lieben kann und allen etwas vorspielt.
Dieses Buch war so, so schlimm, weil Marie mit all dem alleine war, obwohl sie eigentlich nicht alleine ist. Aber sie hatte nicht den Mut, sich jemandem anzuvertrauen.
Beschrieben wird das alles in einem sehr kühlen Ton. Dieser Abstand zur Protagonistin ist beim Lesen aber vielleicht ganz gut, weil man es sonst kaum ertragen könnte.
Für eine Rezension muss ich mir noch meine Gedanken machen, aber so viel sei schon gesagt: ich kann es empfehlen, aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese Geschichte definitiv kein Zuckerschlecken ist.
  • Ich hab’s schon mal erwähnt: Mein Blog ist im März fünf Jahre alt geworden und jetzt gibt es auch einen Beitrag dazu 😊 Den Link findet ihr wie immer in meinem Profil!
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Ansonsten wünsche ich euch einen schönen Wochenstart. Und an alle, die wie ich rausmüssen: Haltet durch ♥️
(Ich fahre gerade in die Arbeit und auch an der dritten Haltestelle ist niemand zugestiegen ... gruselig 😖)
  • Gestern war #Schreibnacht und ich habe sie im Videocall mit den Chatadias verbracht. Wer hätte gedacht, dass wir wirklich so viel schreiben und uns nicht nur gegenseitig ablenken würden? Es hat so gut getan, diese Atmosphäre zu spüren, wenn jeder in sein Manuskript vertieft ist. Vor allem hat es so gut getan, nach drei Wochen Pause endlich wieder zu schreiben 😍
Auf dem Bild steht ihr einen Ausschnitt aus dem Pinterestboard zu meinem aktuellen Projekt. (Link ist im Profil)
Und hier noch ein dickes fettes Danke an die #Chatadias dafür, dass wir uns so lange kennen, dass uns das Schreiben so verbindet und dass ihr der Grund seid, weshalb ich immer noch an diesem Traum festhalte ♥️♥️
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Wer von euch schreibt auch?
  • Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende! ♥️
Ich verbringe meines mit Bloggen, lesen, schreiben und hoffentlich Animal Crossing. Oh ja, und mit viel Kaffee 😍 habt ihr Lust, dass ich euch mal ein Wochenende mitnehme? Ich habe eh das Gefühl, in den Storys in letzter Zeit zu inaktiv zu sein. Lasst es mich gerne wissen 😊
Übrigens poste ich gerade mein Lieblingsbild von euch, wenn ihr mit einem ♥️ auf meine Story reagiert!
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Wie sieht euer Wochenende aus?
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P.S. In Bayern herrschen jetzt Ausgangsbeschränkungen. Ist für viele ein großes Ding, aber ich denke nur so: juhuuu, endlich die Erlaubnis die ganze Zeit auf dem Sofa rumzugammeln. Ohne schlechtes Gewissen, dass man ja auch mal rausgehen sollte 🙈😂
  • Ich schicke euch ganz liebe Grüße!
In Bayern wird jetzt der Katastrophenfall ausgerufen. Das heißt, alle Läden schließen, außer natürlich Supermärkte und Apotheken.
Ich bin gerade auf dem Weg zur Arbeit und kann das alles gar nicht realisieren. Alles wirkt so normal, die Sonne scheint. Aber man merkt schon, dass weniger Leute unterwegs sind. Kommt mir vor, als würde ich einen Thriller lesen, in dem es um ein Supervirus geht ... hab ich übrigens erst vor ein paar Wochen. Aber ob auf „Cold Storage“ jetzt noch jemand Lust hat?
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Jedenfalls: passt auf euch auf! Geht kein unnötiges Risiko ein und denkt an eure Mitmenschen ♥️ und lest ganz viel. Wenn ihr mich fragt, gab es nie einen besseren Grund, in andere Welten zu fliehen 📖