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Rezension

Der erste Flop des Jahres: TRUE NORTH – WO AUCH IMMER DU BIST von Sarina Bowen

Mit diesem Buch habe ich im Januar eine richtige SuB-Leiche gelesen. Im September 2017 ist es bei mir eingezogen, stand jetzt also mehr als zwei Jahre unberührt in meinem Regal. Nun habe ich den ersten Band der „True North“-Reihe von seinem Dasein als SuB-Leiche befreit, aber dass es sich gelohnt hätte, kann ich nicht behaupten. Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit diesem New Adult-Roman. Wenn du wissen möchtest, welche das waren, wünsche ich dir viel Spaß mit dieser Rezension (möglicherweise wird es eine kleine Schimpftirade).

KLAPPENTEXT

Als Audrey Kidder der finstere Blick von Griffin Shipley trifft, weiß sie sofort, dass ihr Auftrag in Vermont schwieriger wird als gedacht. Doch sie hat keine Wahl: Wenn sie ihren Job behalten will, muss sie Griff davon überzeugen, seinen preisgekrönten Cider zum halben Preis zu verkaufen. Eine harte Nuss, denn der Bio-Farmer ist nicht nur ausgesprochen stur – und unheimlich attraktiv –, sondern seit ihrer heißen Affäre am College auch nicht besonders gut auf Audrey zu sprechen. Und dass sich Audrey in Griffs Nähe augenblicklich so zu Hause fühlt wie nirgends sonst auf der Welt, macht die Sache alles andere als einfach …
Quelle: LYX

MEINE MEINUNG

Es fing noch alles ganz gut an, nämlich mit Audrey als Protagonistin. Sie ist eine junge Frau, die Köchin werden möchte, tatsächlich aber ziemlich am Boden ist. Sie wohnt in einer abgeranzten Bude, ist kurz davor ihren Job zu verlieren und hat dann auch noch einen Platten, als sie auf dem Weg ist, ihren Job zu retten. Es kann nicht schlimmer werden, und genau das hat mir unheimlich gut gefallen. Weil es mich so sehr an die Liebesromane von Susan Elizabeth Phillips erinnert, die meine absolute Lieblings-Romance-Autorin ist und bei der immer eine Protagonistin im Fokus steht, die am Anfang des Romans nicht mehr viel zu verlieren hat.

Ich mochte die Kapitel aus Audreys Sicht mit ihrer frechen Art genauso sehr wie die Konstellation von Audrey, deren großer Traum ein eigenes Restaurant ist, und Griffin, der die Farm seines verstorbenen Vaters übernehmen musste und nie wirklich eine Wahl hatte. Das alles war so vielversprechend und es gab so viel Konfliktpotenzial, der leider nicht ausgeschöpft wurde. Dafür standen ganz andere Dinge im Fokus. Und hier endet dann auch der gute Teil der Rezension.

UNSYMPATHISCHER PROTAGONIST

Begonnen hat der schlechte Eindruck eigentlich schon von Anfang an. Während ich die Kapitel aus Audreys Sicht regelrecht verschlungen habe, weil sie interessant und spritzig waren, musste ich bei denen aus Griffins Sicht fast ununterbrochen die Augen verdrehen. Ich fand seine Wortwahl so plump, seine Gedanken so … blöd und einfach alles an diesen Kapiteln hat mich gestört. Sie wirkten überhaupt nicht authentisch und insgesamt ist mir Griffin ziemlich fern geblieben. Und unsympathisch.

GOODBYE, TAUNTAUN

Anfangs war auf der Farm auch noch alles ziemlich idyllisch. Es wurden Äpfel gepflückt, es wurde viel gekocht und als zum ersten Mal erwähnt wurde, dass das Schwein geschlachtet werden muss, habe ich mir noch gar nichts dabei gedacht. Aber wer hätte auch erwartet, dass in einem Liebesroman eine Schlachtung vorkommt? Ich jedenfalls nicht, deshalb hat es mich auch so überrumpelt, als alles dafür vorbereitet wurde.

Dass Griffin sich von Tauntaun mit den Worten „Du warst ein braver Junge, danke dafür.“ verabschiedet, macht das ganze nicht unbedingt angenehmer. Ein Gutes hat es: Das Schlachten an sich wurde übersprungen. Das Auseinandernehmen des Schweins jedoch nicht, denn gäbe es eine bessere Möglichkeit, die Protagonistin möglichst taff rüberzubringen als damit, dass sie beim Auseinandernehmen mit anpackt und das total toll findet? Ich denke JA, verdammt! Griffin scheint das anders zu sehen, denn das sind seine Gedanken dazu:

Heirate mich!, sagte mein Verstand, während ich ihre blutigen Hände und ihr strahlendes Lächeln anstarrte.

Seite 94; Bowen, Sarina – True North: Wo auch immer du bist

DIRTY TALK?

Und wenn du nun denkst, damit müsste das schlimmste doch überstanden sein, muss ich dich leider enttäuschen. Wobei vermutlich Ansichtssache ist, was schlimmer ist: Das Auseinandernehmen eines Schweins oder derbe Sprache beim Sex. Ich kann mich nicht entscheiden, was ich schlimmer finde. Ich habe eine Umfrage auf Instagram gestartet, die ergab dass die meisten meiner Meinung sind, dass so eine Sprache beim Sex definitiv nicht heiß ist (Zitat unten). Wie siehst du das? Ist das noch dirty Talk? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen.

„Mach deinen Job, Baby“, […] „Du kriegst meinen Schwanz erst zu spüren, wenn du ihn verpackt hast.” […] “Jetzt muss ich sichergehen, dass du auch bereit für mich bist.” […] „Farmer mögen es gern schmutzig.“

Seite 181; Bowen, Sarina – True North: Wo auch immer du bist

AUDREYS ZIELE

Die Schweinegeschichte und die Sprache beim Sex waren für mich eigentlich schon ausschlaggebend dafür, dass das Buch nicht mehr besser werden konnte. Aber weil ich die Hauptstory eigentlich total schön fand, dachte ich, ich muss dem Buch weiterhin eine Chance geben. Belohnt wurde ich dafür mit einem Grummel-Griff, der eine viel zu schnelle Wandlung durchmacht und innerhalb von Nanosekunden von Grummel zu supernett und süß und hilfsbereit wechselt.

Was ich aber noch viel schlimmer finde: Audreys Ziel während des ganzen Buches ist es, ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Und natürlich kann man seine Meinung ändern, die Lebensumstände können sich so verändern, dass man neue Ziele fasst. Aber eine Frau, die nichts lieber tut als kochen und das im großen Stil machen möchte, gibt diesen Traum vollkommen auf, um auf einer Farm zu leben? Ich fand es irgendwie sehr schade, dass von Audreys Traum nichts übrig blieb. Und dass nicht einmal die Änderung ihrer Ziele thematisiert wurde.

FAZIT

„True North – Wo auch immer du bist“ basiert auf einer schönen Grundidee, die viel verspricht, für mich aber leider nichts gehalten hat. Ein Grundgerüst reicht eben nicht aus, um einen unsympathischen Protagonisten, derbe Sprache und so vieles mehr auszubessern. Meine Erwartungen an das Buch waren nicht besonders hoch und trotzdem wurde ich enttäuscht. Obwohl ich schon gute Bücher von Sarina Bowen gelesen habe, werde ich die „True North“-Reihe meiden.


TRUE NORTH – WO AUCH IMMER DU BIST von Sarina Bowen

LYX | 2017 | 379 Seiten
erhältlich als Paperback | eBook | Hörbuch

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4 COMMENTS
  • Lara
    3 Wochen %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)

    Oh wow, das hört sich ja super an … Ich habe bisher einen unbewussten Bogen um die Reihe gemacht und bisher nur einen Nebenband gelesen, den ich der Hauptreihe gar nicht zu geordnet hatte. Der war ganz okay, dass ich mich nicht mal mehr an den Titel erinnern kann sagt vermutlich aber auch schon alles.

    Aber die Szenen, die du hier ansprichst und zitierst klingen wirklich grauenhaft! Da bleib ich doch gerne bei dem Abstand von dieser Reihe 🙂

    Liebst, Lara.

    • Kate
      2 Wochen %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)
      Autor

      Mist, ich wollte gerade fragen, wie dieser Nebenband hieß 😀
      Ich bin wirklich extrem verwirrt. Ich lese schon seit Jahren immer mal wieder Bücher von Sarina Bowen. Am meisten diese Wintersport-Reihe, da ist abwechselnd ein Band toll und einer eher so okay. Und den ersten Band der Ivy Years mochte ich auch sehr. Aber True North war einfach schrecklich!
      Liebste Grüße

  • Zeilentänzerin
    2 Wochen %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)

    Das war dann wohl ein Satz mit X, schade! Aber auch das gibts hin und wieder. Ich finds umso besser, auch darüber zu berichten!

    Guten Start ins Wochenende!

    • Kate
      2 Wochen %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)
      Autor

      Ich muss ja sagen, dass mir schlechte Bücher dann sogar lieber sind als mittelmäßige. Da hab ich wenigstens was zu schimpfen 😀
      Dir auch ein schönes Wochenende! ♥

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  • Anzeige. Heute erscheint „Nach Mattias“ von Peter Zantingh!
Ich durfte das Buch schon vorab im Januar lesen und war sehr gespannt darauf. Ich habe mir eine emotionale Geschichte versprochen und erwartet, dass ich nonstop heulen würde (weil ich so nah am Wasser gebaut bin). Tatsächlich haben all die Emotionen auf sich warten lassen und sind erst gegen Ende auf mich eingeprasselt.
„Nach Mattias“ ist so ein Buch, dass erst sehr ruhig anfängt und mit einem Knall endet. Erst am Ende erschließen sich einem all die Zusammenhänge zwischen den erwähnten Personen und erst zum Schluss legt sich alles wie ein Puzzle zusammen.
Wenn ihr mehr über das Buch und meine Meinung dazu wissen wollt, schaut gerne auf meinem Blog vorbei. Da ist jetzt die Rezension online 😊
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Kennt ihr auch Bücher, die erst so lala sind und am Ende nochmal richtig schocken?
  • Ende der Woche ist der Februar schon wieder vorbei 😱 Mitte März sind dann meine Klausuren und kurz darauf startet eine neue Praktikumsphase in einem neuen Amt. Das macht mich irgendwie nervös 😅 Aber ich freue mich darauf, wenn die Lernerei vorbei ist und ich endlich wieder in Ruhe lesen und schreiben kann 😍
Was steht bei euch die nächsten Wochen an?
  • Feiert ihr Karneval? Oder Fasching, wie wir in Bayern sagen?
Früher hab ich das ja immer mitgemacht. An Rosenmontag und Faschingsdienstag bin ich verkleidet um die Häuser gezogen. Und es war jedes Mal arschkalt 🥶
Dieses Jahr habe ich nicht die ganze Woche frei, weshalb ich mir ein entspannendes Alternativprogramm zusammengelegt habe. Heute geht es in die Berufsschule zum Weißwurstfrühstück (inklusive Verkleidung) und morgen in die Therme 😍 der perfekte Ausgleich zum Lernen für die Klausuren 😊
Wie verbringt ihr die nächsten Tage?
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📷: „Wie das Feuer zwischen uns“ aus dem @lyx_verlag (ungelesen)
  • „Kleine Feuer überall“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Ich hatte es mir damals nur ausgeliehen und dann extra nochmal gekauft, weil es so großartig war. Das Debüt der Autorin steht noch ungelesen in meinem Regal. Ich Trau mich nicht so richtig ran, weil die Erwartungen so hoch sind 🙈 Kennt ihr das?
  • Any Cat Persons here?
Die Cat Person in diesem Buch ist ja nicht unbedingt toll. Denn dabei handelt es sich um einen etwas merkwürdigen Typen, der eine Frau abschleppt. Als diese sich nicht mehr meldet, wird er ausfällig. Eine Situation, die heutzutage wahrscheinlich viele kennen.
Kristen Roupenian trifft mit vielen ihrer Kurzgeschichten den Zahn der Zeit und bringt kleine Missstände auf den Punkt. Ich bin Fan!
Auf meinem Blog gibt es eine ausführlichere Rezension, falls ihr neugierig geworden seid 😊
  • Und schon ist wieder Freitag. Vergeht die Zeit bei euch momentan auch so schnell? Ich finds ja umso schlimmer, weil ich in zwei Wochen Klausuren schreibe 😱
Damit hängt vermutlich auch zusammen, dass meine Leselust momentan stark nachlässt. Selbst auf dem Weg in die Berufsschule greife ich momentan immer weniger um Buch.
Vielleicht probiere ich es heute mal mit einem Hörbuch 😊
Wie sieht es mir eurer Leselust momentan aus?
  • „Die 5. Welle“ gehört zu den Büchern, die ich gerne noch einmal zum ersten Mal lesen würde. Neulich ging dazu ein Beitrag auf meinem Blog online, den ich euch dazu gerne empfehlen würde.
Dieses Buch beschreibt ja ein Endzeitszenario, die liebe ich so ♥️ und Aliens kommen auch vor!
Kennt ihr gute Endzeit- und/oder Alien-Bücher?
  • Eigentlich wollte ich dieses Buch lesen. Aber nach 40 Seiten packt es mich immer noch nicht.
Wie viele Seiten gebt ihr einem Buch, um euch zu überzeugen? Ich frage mich gerade, ob 40 Seiten zu wenig sind, um es endgültig aufzugeben. Oder ob ich weiterlesen soll. Aber was wenn es nicht besser wird und ich in der Zeit ein besseres Buch hätte lesen können?
Die Probleme eines Buchnerds 🤓😂 wie macht ihr das?