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Rezension

Kurzmeinungen #8 – Science Fiction und Graphic Novels

Heute möchte ich dir kurz und knapp drei Bücher vorstellen, die ich vor kurzem gelesen habe. Eines haben die drei Bücher gemeinsam: Es geht um Science Fiction. Abgesehen davon unterscheiden sie sich extrem, nicht einmal die beiden Graphic Novels kann man miteinander vergleichen.

Die Coverabbildungen stammen vom jeweiligen Verlag: Cross Cult, dtv und Splitter.

GEMINA von Amie Kaufman und Jay Kristoff

Wie lange habe ich nur für dieses Buch gebraucht? Viel zu lange! Begonnen habe ich es im Dezember letzten Jahres, dann für viele, viele Monate zur Seite gelegt und es erst im August beendet. Noch einmal: Wie konnte das passieren?

Schon “Illuminae”, der Vorgänger, hat mich vollkommen für sich eingenommen. Ich war verzaubert von dieser einmaligen Gestaltung des Buches, von den (lebendigen und nicht lebendigen) Charakteren und dieser spannenden, tragischen, herzzerreißenden Handlung. Wie konnte ich auch nur eine Sekunde daran zweifeln, dass es mit “Gemina” anders sein würde?

Vielleicht, weil das der Fluch der zweiten Bände ist. Die sind immer schlechter als der erste Band. Vielleicht habe ich genau das befürchtet. Aber diese Befürchtung war so dämlich und vor allem umsonst, denn “Gemina” steht seinem Vorgänger in kaum etwas nach. Es gibt wieder grandiose Charaktere, deren Konstellation mir sogar besser gefällt als die in “Illuminae” (ich werde trotzdem immer Team Kady bleiben). Die Handlung setzt genauso spannend ein, wie sie im Vorgänger aufgehört hat. Deshalb werde ich auch nichts zum Inhalt sagen, denn einfach alles wäre ein Spoiler.

Ich sage nur so viel: Es ist wieder tragisch. Es ist wieder heftig. Und vor allem ist es wieder herzzerreißend. Kaufman und Kristoff wissen, wie sie ihre Leser mitreißen und niederschmettern können. Und sie wissen, wie sie ihre Leser an der Nase herumführen können – so gut! Bitte, lies die Reihe. Sie ist es wert.


GEMINA von Amie Kaufman und Jay Kristoff

dtv | 2018 | 672 Seiten

erhältlich als Hardcover


NAMELESS von Grant Morrison

Zu “Nameless” habe ich hauptsächlich wegen des grandiosen Covers gegriffen. Und auch die Innenseiten sind atemberaubend schön gezeichnet. Es gibt zwar Graphic Novels, deren Stil mir noch wesentlich besser gefällt, aber “Nameless” kann gut mithalten. Aber das Sprichwort stimmt eben doch: Man soll das Buch nicht nach seinem Umschlag beurteilen. Nur ist es in diesem Fall eher negativ gemeint.

Okkult-Experte “Nameless” wird auf eine aussichtslose Mission ins All geschickt. Mit einem Team erfahrener Astronauten soll er verhindern, dass der Asteroid Xibalba mit der Erde kollidiert. Doch wie immer ist nichts, wie es scheint und “Nameless” stolpert tiefer und tiefer hinein in ein unmenschliches Experiment. Immer dicht auf seinen Fersen: Eine verschleierte Lady, die ihn in seinen Träumen jagt.
Quelle: Cross Cult

Ich würde dir jetzt gerne eine nähere Beschreibung des Inhalts liefern als der kurze Klappentext oben. Das Problem ist nur: ich kann es nicht. Denn ehrlich gesagt habe ich absolut keine Ahnung, worum es in “Nameless” geht. Ich fand die Handlung so verwirrend, dass ich überhaupt nicht damit klargekommen bin. Ich kann dir nicht sagen, was der Ausgangspunkt ist und ich kann dir nicht sagen, was die Mission ist, ob es Xibalba wirklich gibt, ob alles nur ein Traum ist, ob … keine Ahnung.

Ich habe mir gerade dieses Foto angeschaut und versucht, mich daran zu erinnern, was auf diesen Seiten passiert. Und nicht einmal das kann ich beantworten. Es ist, als wäre ich beim Lesen dieser Graphic Novel in einen Strudel gezogen worden. Der hat mich und die Handlung einmal kräftig durchgeschüttelt und mich dann nur noch mit Bruchstücken an Erinnerung und null Komma gar nichts an Verständnis zurückgelassen.

Die Idee, unterschiedliche Kulturen (die am Ende auch erläutert werden) in einer Graphic Novel zu vereinen, und dieser tolle Zeichenstil sind ein guter Anfang. Doch leider konnte der Rest überhaupt nicht überzeugen. Ich bin immer noch verwirrt, und deshalb würde ich “Nameless” nicht weiterempfehlen.


NAMELESS von Grant Morrison

Cross Cult | 2017 | 192 Seiten

erhältlich als Paperback


LADY MECHANIKA von Joe Benitez

Vor Ewigkeiten hat mir eine ehemalige Kollegin diese Graphic Novel empfohlen. Fast genauso lange lag sie auf meinem SuB, bis ich ihn diesen Sommer davon befreit habe. Das war höchste Zeit und hat sich vor allem auch gelohnt.

Ich liebe Steampunk. Dieser Stilbruch von Alt und Neu gefällt mir unglaublich gut, weshalb es kein Wunder war, warum mich „Lady Mechanika“ allein aufgrund des Covers direkt angesprochen hat. Der Inhalt kann aber wunderbar mithalten. „Lady Mechanika“ besticht durch einen wundervoll düsteren Zeichenstil, der der Story gerecht wird. Es geht um die Lady Mechanika, eine Frau halb Mensch halb Maschine, die nicht weiß, wie sie so geworden ist. Ihr Ziel ist es, dieses Rätsel zu entschlüsseln und so folgen wir Lady Mechanika auf den Spuren ihrer Vergangenheit und den düsteren Machenschaften eines grausamen Wissenschaftlers.

Neben einer spannenden Geschichte hält „Lady Mechanika“ Charaktere bereit, die die Handlung fast auch alleine tragen könnten. Denn Lady Mechanika selbst ist wohl das beste Beispiel für harte Schale, weicher Kern. Denn wenn man einmal über ihr Metallgehäuse hinwegblick, sieht man schnell ihr Mitgefühl für andere und ihre Traurigkeit, weil sie nicht weiß, wer sie wirklich ist.

Fazit: „Lady Mechanika“ ist der Einstieg in eine absolut spannende Reihe, bei der es fast schade ist, dass man so viele Bände lesen muss, bis man dem großen Geheimnis auf die Schliche kommt. Bis dahin kann man sich mit einer spannenden Handlung nachts wachhalten und mit all den tragischen Charakteren mitfiebern und –trauern.


LADY MECHANIKA von Joe Benitez

Splitter | 2017 | 112 Seiten

erhältlich als Hardcover


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  • Lest ihr gerne Fantasy?
Also dafür, dass ich es so liebe und ganz oft selbst schreibe, lese ich mittlerweile tatsächlich eher weniger in dem Genre. Ich muss für Fantasy irgendwie in Stimmung sein. In den meisten Fällen lässt man sich ja auf eine größere Welt und Geschichte ein.
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Was sind eure Lieblingsfantasybücher?
  • Anzeige. Mein liebster Leseort ist auf Balkonien 😍 mit einem guten Buch und einem Drink in der Sonne zu sitzen, ist für mich das allerschönste. Auch wenn mir oft viel zu heiß ist, weil ich Sonnenanbeterin mich weigere die Markise auszufahren 😂
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Lest ihr gerne draußen?
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Auf dem Bild seht ihr „Wir sind der Sturm“ von Sophie Bichon. Nachdem der erste Band mit so einem fiesen Cliffhanger geendet hat, muss ich bald den zweiten lesen.
  • Habt ihr schon mal was von Celeste Ng gelesen?
Kann ich euch nur empfehlen, denn ihre Schreibe ist der absolute Wahnsinn! Sie schafft ihren Charakteren so enorm viel Tiefe, wie ich es bisher nich nie erlebt habe. Und all ihre Abgründe, die sich nach und nach auftun, ihre Verbindungen, die sich entschlüsseln lassen. Was Ng mit ihren Charakteren schafft, ist unglaublich! Da ist sie für mich ein großes Vorbild. 
Auf dem Bild seht ihr „Was ich euch nicht erzählte“, das ich im April gelesen habe. „Kleine Feuer überall“ fand ich aber sogar noch besser. Dazu gibt es jetzt eine Amazon-Serie, die ich mir unbedingt demnächst anschauen muss 😍
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Welche Charaktere in welchem Buch haben euch zuletzt so richtig begeistert?
  • Uff, was für eine Nacht!
Ich habe total viel unterschiedlichen Mist geträumt (ich musste unter anderem zum Zahnarzt) und dann auch noch so verschlafen, dass ich zwar noch pünktlich zur Arbeit komme, aber mir keinen Kaffee mehr machen konnte. Dabei hätte ich ihn so dringend gebraucht 😅
Mein Montag macht seinem Namen bisher also alle Ehre. Aber ich muss heute nur den halben Tag arbeiten und will danach lesen und schreiben 😊 und Bilder für Insta machen. Und eventuell joggen, falls es trocken bleibt.
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Was habt ihr heute vor?
  • Anzeige. Was soll ich zu diesem Finalband nur sagen? Ich bin wirklich sehr Zwiegespalten, denn die Reihe habe ich sehr geliebt. Der erste Band war noch so lala, aber dann wurde es mit jedem Band besser und spannender. Es wurde sogar so spannend, dass ich ein wirklich episches Finale erwartet habe. Aber so episch war es dann leider gar nicht. In der Rezension auf meinem Blog bin ich ein bisschen ausführlicher geworden, da könnt ihr gerne vorbeischauen 😊
  • Vor ein paar Tagen habe ich in meiner Story noch gesagt, dass mich das Buch gar nicht so sehr packt und jetzt bin ich voll drin. Ich bin momentan auf Seite 191 von 576, es könnte also eigentlich schneller vorangehen, aber da ich gerade eine miese Leseflaute mit mir rumschleppe ist das doch eigentlich ganz gut 😊
Aber jetzt mal zum Buch: Wieso ist es so packend? Ich kann es gar nicht sagen. Ich mag diesen lockeren episodenhaften Schreibstil. Er ist keine Meisterleistung, da geht mehr, aber er ist genau richtig für diese Story und genau richtig zum "einfach weglesen". Gleichzeitig sind die Charaktere total interessant. Sie bleiben bisher noch eher oberflächlich, aber ich hoffe, das gibt sich noch. Was mir auch total gut gefällt: Das Buch verläuft anders als der Film. Also mit dem Film hat man sich schon nahe an der Handlung gehalten, aber so ein paar Kleinigkeiten sind im Buch eigentlich anders und genau die machen es total interessant. Collin Khoo, zu dessen Hochzeit Rachel und Nicholas nach Singapur reisen, hat mehr Tiefe und seine ganz eigenen Probleme. Die tauchen im Film zum Beispiel gar nicht auf.
Einen klitzekleinen Kritikpunkt habe ich. Aber der ist eigentlich gar nicht an der Story selbst, sondern an der Anzahl der Charaktere. Ich komme einfach nicht mit! Wer ist wer?!
Nick meinte einmal: "Für Außenstehende ist sein Stammbaum schwer zu verstehen." Also wenn das mal nicht die Untertreibung des Jahrtausends ist!
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Klappentext: Rachel ist überglücklich: Ihr Freund Nick möchte sie endlich seiner Familie in Singapur vorstellen. Doch schon kurz nach ihrer Ankunft in Asiens schillerndster Stadt wird Rachel klar, dass Nick aus der obersten Schicht der Superreichen stammt, einem geschlossenen Kreis, der unermessliche Reichtümer besitzt. Plötzlich sieht sie sich konfrontiert mit schrillen Verwandten, glamourösen Nebenbuhlerinnen und Privatjets mit ayurvedischen Yogastudios. Welchen Wert hat Liebe in dieser maßlosen Welt?
  • „Die Nickel Boys“ ist mein bisher einziges beendetes Buch im Mai (eine Woche hab ich ja noch, um die Zahl zu erhöhen 🤓), und leider fand ich es eher so lala.
Es geht um eine Besserungsanstalt und spielt so ca. in den 60ern (ich hoffe, ich vertue mich da gerade nicht komplett) und Rassentrennung ist noch ein ganz großes Thema. 
Der Protagonist ist eigentlich ein braver Schüler, ist sogar so weit, dass er während der Highschool schon Collegeseminare belegen kann. Dann kommt es, wie es so oft passiert: er ist zur falschen Zeit am falschen Ort und wird verurteilt. Im Nickel, der Besserungsanstalt, läuft das Leben ganz anders. Die Weißen und Schwarzen werden getrennt untergebracht, die Weißen kriegen „gute“ Anstaltskleidung, die Schwarzen alte und abgenutzte. Im Nickel muss man nicht unbedingt etwas anstellen, um bestraft zu werden. Das geschieht mit Willkür und wie ihr euch denken könnt, ist viel Gewalt im Spiel.
Die Begebenheiten beruhen teilweise auf wahren Geschichten von ehemaligen Insassen solcher Anstalten, was das ganze Buch noch erschreckender macht. Trotzdem hat es mich leider nicht so sehr gepackt. Es war heftig, ging mir aber nicht so nahe. Die Intensität des Textes hat mir irgendwie gefehlt. Eine ausführliche Rezension auf dem Blog kommt noch 😊
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Welche Bücher habt ihr diesen Monat schon gelesen?
  • Eigentlich lese ich ja keine Manga. Aber von dem hier haben alle so geschwärmt und dann war die liebe @ninismangatraeume so nett, ihn mir zu schenken. Danke nochmal ♥️
Jedenfalls habe ich ihn gelesen (eigentlich sogar schon letztes Jahr) und endlich meine Rezension dazu verfasst. Ihr findet sie zusammen mit zwei anderen Rezensionen in meinem neuesten Blogbeitrag. Der Link ist wie immer im Profil 😊
Es ist nur eine Kurzrezension, aber ich versuche das hier mal noch kürzer zu fassen:
Ich mag den Zeichenstil und die Geschichte unheimlich gerne. Sie ist so entzückend und einzigartig. Aber mit Manga werde ich wohl einfach nicht mehr warm. Mir fehlen da die Gefühle, die dringen irgendwie einfach nicht so richtig zu mir durch, wie es bei einem normalen Buch der Fall wäre.
Deshalb kriegt der Manga ganz klar eine Empfehlung von mir, weil er so besonders ist. Aber als Buch hätte er mir wahrscheinlich besser gefallen 😂
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Lest ihr Manga?