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Rezension

MASCHINEN WIE ICH von Ian McEwan

Anzeige. Wie sehr ich mich auf dieses Buch gefreut habe. Von Ian McEwan wollte ich schon lange mal etwas lesen und „Maschinen wie ich“ klang wie das perfekte Buch, um diesen Vorsatz endlich anzugehen. Der Klappentext hat mich sofort überzeugt und meine Erwartungen fast automatisch hoch steigen lassen. Denn wie spannend ist ein Roman über eine Liebesbeziehung, in der plötzlich ein Roboter mitwirkt und immer dazwischensteht?

 

MEINE MEINUNG

Schon zu Beginn des Buches kam die Ernüchterung. Die Einführung der Charaktere ist eher kurz gehalten, dadurch konnte ich noch gar nicht richtig in die Geschichte finden, bis es schon um die politischen Geschehnisse zur Zeit der Handlung ging. Es ist mir generell sehr schwer gefallen, die Handlungszeit einzuschätzen, denn durch einen menschlich wirkenden Roboter würde man natürlich vermuten, dass „Maschinen wie ich“ in naher Zukunft spielt. Tatsächlich aber ist die Geschichte in den frühen 80er Jahren zur Zeit des Falklandkrieges angesiedelt. Und dieser Krieg spielt immer wieder eine große Rolle, bzw. das politische Geschehen in England zu dieser Zeit.

Und genau diese Zwischensequenzen haben mich immer wieder aus dem Roman gerissen. Die Thematik an sich finde ich unfassbar spannend – auch die Charakterkonstellation. Charlie ist ein Mann, dessen Existenz gescheitert ist. Dennoch steht er mit zwei Beinen im Leben. Er wirkt zwar etwas orientierungslos, aber sein Leben verläuft im Großen und Ganzen geregelt. Seine Nachbarin Miranda, in die er sich verliebt hat, bevor Adam hinzukommt, wirkt unnahbar. Sie lässt sich auf eine Beziehung mit Charlie ein, scheint aber ernsteres vermeiden zu wollen. Tja, und Adam, der menschenähnliche Roboter, steht plötzlich zwischen ihnen. Anfangs wirkt er wie ein loyaler, treuer Hund, später wie ein lernendes Kind, bis er eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln scheint und sich in Miranda verliebt.

Ab diesem Moment hätte es so spannend werden können. Ich hatte wirklich erwartet, dass dieses Buch gut wird, dass die Seiten nur so dahinfliegen. Doch die ständigen Einwürfe über die politische Lage haben die Luft rausgenommen. Auch Mirandas dunkles Geheimnis konnte die Spannung nicht erneut aufleben lassen. Die Handlung wirkte generell sehr sprunghaft.

Aber es war nicht alles schlecht. Der Verlauf im letzten Viertel des Buches fand ich ganz gut. Auch wenn die Spannung selbst da nicht richtig aufkam, fand ich den Ausgang des Romans sehr realistisch. Es ist eben nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen, es gibt Hürden im Leben, manchmal kann man sie überwinden, manchmal nicht.

 

 

FAZIT

„Maschinen wie ich“ wird bestimmt vielen Lesern Freude bereiten, nur mich hat es leider enttäuscht. Der Fokus lag zu sehr auf den politischen Ereignissen, auf dem Falklandkrieg, und zu wenig auf dem Konflikt eines Roboters, der sich zwischen eine Liebesbeziehung zweier Menschen stellt.

Den Schreibstil von Ian McEwan fand ich aber sehr angenehm, weshalb ich definitiv noch einmal etwas von ihm lesen werde. Schon bei den ersten Worten hatte ich direkt ein Bild des Autors im Kopf, was mir so extrem noch nie passiert ist. Ich bin gespannt, ob mir das beim nächsten Buch von Ian McEwan auch passieren wird.

 

 

 

MASCHINEN WIE ICH von Ian McEwan

Diogenes | 2019 | 416 Seiten

erhältlich als Hardcover | eBook | Hörbuch

 

Hierbei handelt es sich um ein Rezensionsexemplar des Diogenes Verlags.

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2 COMMENTS
  • Denise
    8 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)

    Hi,
    ich habe das Buch im Thalia bei den Bestsellern gesehen.
    Mich hat der Klappentext total angesprochen, allerdings hat mich der Preis etwas abgeschreckt.
    Also klar gebe ich für ein gutes Buch auch mal 1-2 € mehr aus, als normal.. Aber 25€ finde ich schon heftig.
    Jetzt wo ich deine Rezi gelesen habe, bin ich froh dass ich es doch nicht gekauft habe.

    Liebe Grüße <3

    • Kate
      8 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)
      Autor

      Hallöchen,
      ja, der Preis ist schon happig. Aber an sich ist es ja gut, dass die Verlage die momentan ein bisschen erhöhen.
      Ich denke, “Maschinen wie ich” hat das Potenzial nicht ausgeschöpft, daher ist es vielleicht besser, es nicht gekauft zu haben. Aber der Autor soll auch echt gute Bücher geschrieben haben, weshalb ich es mal noch mit einem probiere.
      Liebste Grüße, Kate

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  • Anzeige. Heute erscheint „Nach Mattias“ von Peter Zantingh!
Ich durfte das Buch schon vorab im Januar lesen und war sehr gespannt darauf. Ich habe mir eine emotionale Geschichte versprochen und erwartet, dass ich nonstop heulen würde (weil ich so nah am Wasser gebaut bin). Tatsächlich haben all die Emotionen auf sich warten lassen und sind erst gegen Ende auf mich eingeprasselt.
„Nach Mattias“ ist so ein Buch, dass erst sehr ruhig anfängt und mit einem Knall endet. Erst am Ende erschließen sich einem all die Zusammenhänge zwischen den erwähnten Personen und erst zum Schluss legt sich alles wie ein Puzzle zusammen.
Wenn ihr mehr über das Buch und meine Meinung dazu wissen wollt, schaut gerne auf meinem Blog vorbei. Da ist jetzt die Rezension online 😊
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Kennt ihr auch Bücher, die erst so lala sind und am Ende nochmal richtig schocken?
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Was steht bei euch die nächsten Wochen an?
  • Feiert ihr Karneval? Oder Fasching, wie wir in Bayern sagen?
Früher hab ich das ja immer mitgemacht. An Rosenmontag und Faschingsdienstag bin ich verkleidet um die Häuser gezogen. Und es war jedes Mal arschkalt 🥶
Dieses Jahr habe ich nicht die ganze Woche frei, weshalb ich mir ein entspannendes Alternativprogramm zusammengelegt habe. Heute geht es in die Berufsschule zum Weißwurstfrühstück (inklusive Verkleidung) und morgen in die Therme 😍 der perfekte Ausgleich zum Lernen für die Klausuren 😊
Wie verbringt ihr die nächsten Tage?
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📷: „Wie das Feuer zwischen uns“ aus dem @lyx_verlag (ungelesen)
  • „Kleine Feuer überall“ ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Ich hatte es mir damals nur ausgeliehen und dann extra nochmal gekauft, weil es so großartig war. Das Debüt der Autorin steht noch ungelesen in meinem Regal. Ich Trau mich nicht so richtig ran, weil die Erwartungen so hoch sind 🙈 Kennt ihr das?
  • Any Cat Persons here?
Die Cat Person in diesem Buch ist ja nicht unbedingt toll. Denn dabei handelt es sich um einen etwas merkwürdigen Typen, der eine Frau abschleppt. Als diese sich nicht mehr meldet, wird er ausfällig. Eine Situation, die heutzutage wahrscheinlich viele kennen.
Kristen Roupenian trifft mit vielen ihrer Kurzgeschichten den Zahn der Zeit und bringt kleine Missstände auf den Punkt. Ich bin Fan!
Auf meinem Blog gibt es eine ausführlichere Rezension, falls ihr neugierig geworden seid 😊
  • Und schon ist wieder Freitag. Vergeht die Zeit bei euch momentan auch so schnell? Ich finds ja umso schlimmer, weil ich in zwei Wochen Klausuren schreibe 😱
Damit hängt vermutlich auch zusammen, dass meine Leselust momentan stark nachlässt. Selbst auf dem Weg in die Berufsschule greife ich momentan immer weniger um Buch.
Vielleicht probiere ich es heute mal mit einem Hörbuch 😊
Wie sieht es mir eurer Leselust momentan aus?
  • „Die 5. Welle“ gehört zu den Büchern, die ich gerne noch einmal zum ersten Mal lesen würde. Neulich ging dazu ein Beitrag auf meinem Blog online, den ich euch dazu gerne empfehlen würde.
Dieses Buch beschreibt ja ein Endzeitszenario, die liebe ich so ♥️ und Aliens kommen auch vor!
Kennt ihr gute Endzeit- und/oder Alien-Bücher?
  • Eigentlich wollte ich dieses Buch lesen. Aber nach 40 Seiten packt es mich immer noch nicht.
Wie viele Seiten gebt ihr einem Buch, um euch zu überzeugen? Ich frage mich gerade, ob 40 Seiten zu wenig sind, um es endgültig aufzugeben. Oder ob ich weiterlesen soll. Aber was wenn es nicht besser wird und ich in der Zeit ein besseres Buch hätte lesen können?
Die Probleme eines Buchnerds 🤓😂 wie macht ihr das?