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Rezension

NACH MATTIAS von Peter Zantingh

Anzeige. Letzte Woche schrieb ich noch davon, dass dieser Monat unter dem Motto “Liebe” stehen könnte, und heute stelle ich dir ein Buch über Trauer vor. Aber irgendwie geht es bei Trauer ja auch um Liebe. Die Liebe zu einem verstorbenen Menschen.

KLAPPENTEXT

Amber singt bei einem Konzert gegen ihren Schmerz an; Quentin läuft Kilometer um Kilometer, um der Erinnerung zu entkommen, und Kristianne möchte die wahre Geschichte ihres Sohnes erzählen. Diese Leben und das von fünf weiteren Menschen überkreuzen sich durch Mattias’ unerwartetes Verschwinden auf schicksalhafte Weise. Wie Puzzlesteine fügen sich ihre Geschichten zu einem Abbild von Mattias und werden trotz aller Trauer zu Zeugen seiner Begeisterungsfähigkeit und seines unbeugsamen Mutes, sich dem Leben jeden Tag vorbehaltlos hinzugeben.
Quelle: Diogenes

MEINE MEINUNG

Als ich dieses Buch in der Vorschau entdeckt hatte, war ich davon überzeugt, dass das Lesen ziemlich emotional werden würde. Tatsächlich war das bis zum letzten Drittel des Buches nicht so sehr der Fall wie erwartet.

In jedem Kapitel dieses Buches geht es um eine andere Person, die Mattias mehr oder weniger gut kannte und sich jetzt in einem Leben ohne Mattias wiederfindet. Es beginnt mit seiner Frau, die zwischen einem Leben vor Mattias und nach Mattias schwankt. Diese Unterteilung fand ich schön, so traurig sie auch ist. Weiter geht es mit Quentin, Mattias bestem Freund, mit seinen Großeltern, mit einem Mann, der Mattias nur online kannte.

Es geht um so viele Menschen und ihre Leben nach Mattias und doch habe ich die Kapitel teilweise als etwas fad empfunden. Weil sie mich nicht so emotional berührt haben wie erwartet. Weil nicht viel passierte.

Während dem Lesen ist immer die Frage im Hintergrund, was eigentlich mit Mattias passiert ist. Näher kommt man der Antwort erst recht spät. Da wird es dann auch zum ersten Mal so richtig emotional. Als das Leben von Mattias’ Mutter beschrieben wird, die versucht irgendwie weiterzumachen, gleichzeitig aber von der Trauer ihres Mannes erdrückt wird.

Als ich erfahren habe, was passiert ist, hat sich alles wie ein Puzzle zusammengefügt. Plötzlich hatte jedes einzelne Kapitel, jeder Charakter einen Sinn. Was diese Welle der Erkenntnis in mir ausgelöst hat, war gewaltig.

FAZIT

Dieses Buch war zu Beginn weniger emotional als erwartet. Der angenehme Stil von Zantingh hat mich aber trotzdem irgendwie mitgerissen. Die ersten zwei Drittel sind wie ein Vorspiel, es geht ruhig zu, man liest von irgendwelchen Leuten. Erst gegen Ende explodieren all diese Emotionen, die man bei einem Buch wie “Nach Mattias” erwartet, und rieseln auf einen ein.

Ich habe dieses Buch vor Wochen gelesen und denke immer noch darüber nach. “Nach Mattias” ist ein ganz tolles Buch, das mir vor allem stilistisch gut gefällt. Aber die starken Emotionen, die ich erwartet hatte, blieben aus.


NACH MATTIAS von Peter Zantingh

Diogenes | 2019 | 240 Seiten
erhältlich als Taschenbuch | eBook

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2 COMMENTS
  • Zeilentänzerin
    1 Monat %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)

    Das klingt nach einem vollen Erfolg! Vom Buch habe ich auch schon einiges gehört und möchte es definitiv bald lesen.

    • Kate
      1 Monat %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)
      Autor

      Ein voller Erfolg war’s nicht ganz, aber gegen Ende konnte es mich noch überzeugen 🙂

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  • Anzeige. Diese drei Bücher habe ich im März gelesen. Während mir „Die Maske“ sehr gut gefallen hat, hat mich „Scham“ extrem aufgewühlt. Und „Schuldig“ war leider die Enttäuschung des Monats. Genaueres gibt es in meinem Monatsrückblick auf dem Blog 😊
  • Anzeige. Vor ca. zwei Wochen habe ich dieses Buch beendet und ich bin irgendwie immer noch überfordert. Trotzdem habe ich jetzt endlich die Rezension geschrieben und auf meinem Blog hochgeladen (Link im Profil!).
Aber wie geht man mit so einem Buch um? Mit einem Buch, das von einer Vergewaltigung und den Folgen für die Frau handelt. Ein Buch, das kaum Unterhaltung bietet, weil es so weh tut. Das Lesen von "Scham" war ganz oft sehr beklemmend. Obwohl es so kühl geschrieben ist, fühlt man irgendwie trotzdem so viel von dem, was die Protagonistin fühlt.
Empfehlen lässt sich dieses Buch nicht einfach so, weil das Thema heftig ist, weil es heftig beschrieben wird, weil das Buch ganz, ganz sicher nicht für jeden etwas ist. Trotzdem bin ich froh es gelesen zu haben. Einfach wegen dem Gedankenstrudel, den es ausgelöst hat. Mehr zu meinen Gedanken dazu dann auf meinem Blog.
  • Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag!
Gestern hatte ich überraschend frei und wollte eigentlich total produktiv sein und einen Beauty/Wellness-Tag einlegen. Stattdessen hab ich den ganzen Tag Animal Crossing gespielt. Hupsi 😬
Am Wochenende Versuch ich es dann nochmal, damit hoffentlich wieder Routine ins Bloggen kommt 😊
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Was steht bei euch heute so an?
Ich muss vermutlich länger arbeiten und werde nebenbei lernen. Sehr spannend 🙄
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📷: „Die Maske“ und „Der Revolver“ von Fuminori Nakamura (beide super, zweites bereits auf dem Blog rezensiert) und „Der Abgrund in dir“ von Dennis Lehane (noch ungelesen)
  • Anzeige. Ich hab gestern dieses Buch beendet und ... puh, das war echt hart. Ich kann nicht sagen, ob das Buch gut war, weil die Thematik so heftig und schlimm ist, dass man das kaum gut nennen kann.
Ich spreche hier ganz deutlich eine Triggerwarnung für Vergewaltigung und Kindesvernachlässigung aus. Denn es geht um eine Frau, die von ihrem Chef überwältigt wird und die, als sie schwanger wird, davon überzeugt ist, dass das Kind von ihrem Vergewaltiger ist und nicht von ihrem Mann. 
Von da an befindet sie sich in einem Kreislauf, in dem mal alles gut läuft, sie ihre Routine findet, und in dem dann wieder alles schrecklich läuft, weil sie ihr Kind nicht lieben kann und allen etwas vorspielt.
Dieses Buch war so, so schlimm, weil Marie mit all dem alleine war, obwohl sie eigentlich nicht alleine ist. Aber sie hatte nicht den Mut, sich jemandem anzuvertrauen.
Beschrieben wird das alles in einem sehr kühlen Ton. Dieser Abstand zur Protagonistin ist beim Lesen aber vielleicht ganz gut, weil man es sonst kaum ertragen könnte.
Für eine Rezension muss ich mir noch meine Gedanken machen, aber so viel sei schon gesagt: ich kann es empfehlen, aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese Geschichte definitiv kein Zuckerschlecken ist.
  • Ich hab’s schon mal erwähnt: Mein Blog ist im März fünf Jahre alt geworden und jetzt gibt es auch einen Beitrag dazu 😊 Den Link findet ihr wie immer in meinem Profil!
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Ansonsten wünsche ich euch einen schönen Wochenstart. Und an alle, die wie ich rausmüssen: Haltet durch ♥️
(Ich fahre gerade in die Arbeit und auch an der dritten Haltestelle ist niemand zugestiegen ... gruselig 😖)
  • Gestern war #Schreibnacht und ich habe sie im Videocall mit den Chatadias verbracht. Wer hätte gedacht, dass wir wirklich so viel schreiben und uns nicht nur gegenseitig ablenken würden? Es hat so gut getan, diese Atmosphäre zu spüren, wenn jeder in sein Manuskript vertieft ist. Vor allem hat es so gut getan, nach drei Wochen Pause endlich wieder zu schreiben 😍
Auf dem Bild steht ihr einen Ausschnitt aus dem Pinterestboard zu meinem aktuellen Projekt. (Link ist im Profil)
Und hier noch ein dickes fettes Danke an die #Chatadias dafür, dass wir uns so lange kennen, dass uns das Schreiben so verbindet und dass ihr der Grund seid, weshalb ich immer noch an diesem Traum festhalte ♥️♥️
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Wer von euch schreibt auch?
  • Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende! ♥️
Ich verbringe meines mit Bloggen, lesen, schreiben und hoffentlich Animal Crossing. Oh ja, und mit viel Kaffee 😍 habt ihr Lust, dass ich euch mal ein Wochenende mitnehme? Ich habe eh das Gefühl, in den Storys in letzter Zeit zu inaktiv zu sein. Lasst es mich gerne wissen 😊
Übrigens poste ich gerade mein Lieblingsbild von euch, wenn ihr mit einem ♥️ auf meine Story reagiert!
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Wie sieht euer Wochenende aus?
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P.S. In Bayern herrschen jetzt Ausgangsbeschränkungen. Ist für viele ein großes Ding, aber ich denke nur so: juhuuu, endlich die Erlaubnis die ganze Zeit auf dem Sofa rumzugammeln. Ohne schlechtes Gewissen, dass man ja auch mal rausgehen sollte 🙈😂
  • Ich schicke euch ganz liebe Grüße!
In Bayern wird jetzt der Katastrophenfall ausgerufen. Das heißt, alle Läden schließen, außer natürlich Supermärkte und Apotheken.
Ich bin gerade auf dem Weg zur Arbeit und kann das alles gar nicht realisieren. Alles wirkt so normal, die Sonne scheint. Aber man merkt schon, dass weniger Leute unterwegs sind. Kommt mir vor, als würde ich einen Thriller lesen, in dem es um ein Supervirus geht ... hab ich übrigens erst vor ein paar Wochen. Aber ob auf „Cold Storage“ jetzt noch jemand Lust hat?
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Jedenfalls: passt auf euch auf! Geht kein unnötiges Risiko ein und denkt an eure Mitmenschen ♥️ und lest ganz viel. Wenn ihr mich fragt, gab es nie einen besseren Grund, in andere Welten zu fliehen 📖