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Rezension

Ist der Hype um PAPER GIRLS berechtigt?

Vor ein paar Monaten ist „Paper Girls“ von Brian K. Vaughan plötzlich überall auf Instagram aufgetaucht. Wegen dieser grandiosen Covergestaltung war ich sofort neugierig, aber so wie diese Reihe teilweise beschrieben wurde, klang es für mich gar nicht interessant. Dank einer Kollegen durfte ich mich eines besseren überzeugen.

KLAPPENTEXT

Bei den PAPER GIRLS handelt es sich um vier Mädchen, die in einem amerikanischen Vorort im Jahre 1988, ausgestattet mit Walkie-Talkies, Tageszeitungen an Haushalte ausliefern. Wie es sich für selbstbewusste Teenie-Mädels gehört, möchten sie eines dieser Walkie-Talkies natürlich wieder zurückerobern, als es ihnen ausgerechnet in der Nacht nach Halloween von einer mysteriösen Gestalt entwendet wird. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass in ihrer Kleinstadt Dinge vor sich gehen, die ihre bis dahin bekannte Vorstellungskraft weit übersteigt.
Quelle: Cross Cult

MEINE MEINUNG

Eine Beschreibung, die mich damals abgehalten hat „Paper Girls“ zu lesen, war ungefähr sowas wie „feministisches Werk, das in den 80ern spielt“. Und natürlich beschreibt das die Graphic Novel irgendwie, aber es gibt viele Themen, die doch wesentlich mehr im Fokus stehen.

FEMINISMUS?

Im Großen und Ganzen geht es in „Paper Girls“ um vier Mädels, die sich beim Zeitungsaustragen kennen lernen und plötzlich von maskierten Typen überfallen werden. Ihnen wird ein teures Walkie Talkie geklaut und das können sich die Mädels natürlich nicht gefallen lassen. Deshalb machen sie Jagd auf die vermummten Männer.

Und hier sind diese feministischen Züge durchaus zu sehen. Denn die vier stehen für sich selbst ein, aber vor allem in ihren Gesprächen wird klar, in welcher Zeit die Geschichte spielt und welche Stellung Frauen dort haben. Eine der vier Mädchen war zum Beispiel die erste weibliche Zeitungsausträgerin in dem kleinen amerikanischen Vorort.

ZEITREISE

Aber weiter im Text: Die Mädels machen sich auf die Suche nach den Dieben, merken aber schnell, dass wesentlich mehr nicht stimmt, als gruselige vermummte Diebe. Denn plötzlich sind fast alle Menschen verschwunden und die, die noch übrig sind, verschwinden auch nach und nach.

Es gibt immer wieder Seiten in der Graphic Novel, auf denen es um einen Weisen geht und auf denen man auch erfährt, was mit den Verschwundenen passiert, auch wenn man es nicht versteht und alles nach Kauderwelsch klingt. Aber eines ist ganz deutlich: Dieser Mann stammt nicht aus den 80ern. Und auch als sie auf die Diebe treffen, stellt sich heraus, dass diese ebenfalls nicht aus dieser Zeit stammen.

So stürzen die Mädels in ein Abenteuer durch die Zeiten.

DER ZWEITE BAND

Wie ich schon gesagt habe, gefällt mir die Gestaltung von „Paper Girls“ unheimlich gut. Mittlerweile habe ich auch den zweiten Band gelesen und der hält sich in Sachen Farbgestaltung sehr nahe am Vorgänger. Die Reihe folgt einem ganz bestimmten (Farb-)Konzept und das gefällt mir unglaublich gut. Aber die Gestaltung punktet natürlich mit noch mehr als nur den Farben. Vaughans gesamter Stil trifft genau meinen Geschmack und im zweiten Band hat er sich beinahe noch selbst übertroffen. Denn alles, was ich am ersten Band so mochte, hat er genauso belassen, nur punktet die Fortsetzung mit ein paar blutigeren und brutaleren Bildern, sowie spannungsgeladenerer Handlung und einem noch fieseren Cliffhanger.

FAZIT

„Paper Girls“ ist eine SciFi-Graphic Novel voller Abenteuer und Zeitreisen. Aber es geht auch um die Freundschaft der vier Mädels, um ihre Wünsche und träume. Und um ihre Ängste – vor allem auch vor der Zukunft.

Also ja, der Hype um diese Graphic Novel-Reihe ist absolut gerechtfertigt. „Paper Girls“ gehört nun zu meinen Lieblingsreihen, getoppt hat das nur noch „Saga“.


PAPER GIRLS von Brian K. Vaughan

Cross Cult | 2017 | 144 Seiten
erhältlich als Hardcover | eBook

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2 COMMENTS
  • Zeilentänzerin
    4 Wochen %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)

    Ich finds schön, dass du neben dem Feminismus auch die anderen wichtigen Themen des Buches erwähnst!

    Zeilentänzerin

    • Kate
      4 Wochen %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)
      Autor

      Hallöchen,
      ich finde, dass „Feminismus“ gerade so ein allgegenwärtiges Thema ist und teilweise ein bisschen abschreckt. Aber in Paper Girls geht es wirklich um so viel mehr 🙂
      Liebste Grüße

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  • Tag 16 der #NaNoPrepChallenge
Wo eure Geschichte spielt, haben wir gestern ja schon geklärt. Heute soll es um die Ausarbeitung dieses Ortes gehen.
-> Erfundene Welt: Notiert euch alles, was euch zu eurer Welt einfällt. Gibt es auch erfundene oder magische Wesen? Wie ist die Flora und Fauna? Die Rituale? Gibt es Religionen oder Spiritualität? Schreibt euch alles auf, ihr müsst eure erfundene Welt in- und auswendig kennen!
-> Existierender Ort: Gestern habt ihr euch euren gewählten Handlungsort hoffentlich schon angeschaut. Heute soll es darum gehen, dass ihr auch die Örtlichkeiten unter die Lupe nehmt. Ein Beispiel: Ich habe mal ein Gestaltwandler-Buch geschrieben, das in einem realen Kaff in Amerika gespielt hat. Für die Handlung brauchte ich ein Café, ich habe mir den Ort genauer angeschaut und mich dazu entschieden, ein Café zu wählen, dass dort tatsächlich existiert.
Macht euch dazu vorher unbedingt Gedanken! Ihr könnt dieses Café auch einfach erfinden, aber um im NaNo schnell schreiben zu können, müsst ihr vorbereitet sein.
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Heutige Schreibaufgabe: Ihr wacht plötzlich als euer Lieblingstier auf. Wie ist euer Tag?
  • Tag 15 der #NaNoPrepChallenge
Heute soll es um den Handlungsort gehen, in dem eure Geschichte spielt.
-> Ist es eine erfundene Welt? Dann könnt ihr euch heute schon einmal ein paar Gedanken machen. Morgen geht es um das Wordbuilding, da werden wir eure Welt dann bis ins kleinste Detail ausarbeiten.
-> Spielt eure Geschichte in einem Ort, den es wirklich gibt? Dann schaut euch diesen Ort genauer an (Google Maps ist da sehr hilfreich).
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Heutige Schreibübung: Stellt euch einen Ort (zum Beispiel ein Café) vor, der in eurer Geschichte eine Rolle spielt und schreibt darüber.
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Es ist passiert. Kurz vor dem Nano und nachdem heute Halbzeit in der Challenge ist, habe ich das Projekt gewechselt. Zumindest so halb, denn meine neue Protagonistin ist schon Teil meines bisherigen Projekts gewesen. Aber die passte nicht so ganz rein, also bekommt sie ihre eigene Geschichte ♥️
Es geht ab jetzt also um Ronnie Sinclair, Fotografin und vor allem plötzlich Vampir. Die Handlung spielte bisher in Baton Rouge, also einem real existierenden Ort, aber das ändert sich vielleicht noch einmal.
  • Tag 14 der #NaNoPrepChallenge
Ein Buch zu schreiben ist gar nicht so einfach. Vor allem die Ideen für ein Buch zu finden, ist manchmal ganz schön schwer. Aber wir erfinden das Rad ja nicht neu und deshalb gibt es eine Menge Kreativitätstechniken, die einem bei der Ideenfindung helfen sollen.
Ich habe euch wieder einen tollen Link in mein Profil gesetzt, in dem ihr tolle Kreativitätstechniken findet. Schaut sie euch an, probiert sie aus und merkt sie euch für Zeiten, in denen ihr sie brauchen könnt.
Habt ihr eure ganz eigene Kreativitätstechnik? Teilt sie gerne mit uns!
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So allmählich gehen mir ja die Ideen für die Schreibübungen aus. Da kommt die heutige Challenge-Aufgabe ja gerade recht 😄
Ihr seid spazieren und findet plötzlich eine Lichtung. Auf ihr steht ein einzelner alter, knorriger Baum. Erzählt seine Geschichte.
  • Tag 13 der #NaNoPrepChallenge
Über die Charaktere haben wir uns schon Gedanken gemacht und auch über ihre Beziehungen zueinander. Heute soll es aber um die Entwicklung der einzelnen Charaktere gehen. Wo stehen sie am Anfang des Buches, wo am Ende? Wie sollen sie sich verändern, welche Entwicklung sollen sie durchmachen?
Die Entwicklung eurer Charaktere ist enorm wichtig. Denn die macht oft ein richtig gutes Buch aus und kann auch aus einem guten Buch ein Lieblingsbuch machen. Deshalb solltet ihr euch darüber heute Gedanken machen.
Natürlich machen Charaktere nicht immer eure geplante Entwicklung durch, denn für gewöhnlich haben sie einen ganz eigenen Willen. Aber mit etwas Glück halten sie sich ja doch an den Plan 😅
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Heutige Schreibübung: Stellt euch vor ihr müsst das Haus verlassen, aber draußen tobt ein Sturm. Schreibt darüber, wieso ihr das Haus verlassen müsst, wie ihr euch fühlt. Habt ihr Angst vor dem Sturm?
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Meine Protagonistin Hannah ist am Anfang des Buches ziemlich unwissend. Sie weiß, dass sie eine Magierin ist, aber sie kennt die magische Welt nicht, kennt keine anderen Magier und ihre Fähigkeiten sind auch noch ausbaufähig. Aber am Ende des Buches oder der Reihe soll sie eine richtig gute Magierin sein, die weiß, was sie will und sich in der teilweise harten Welt der Magier zurechtfindet.
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📷: „Das blaue Zimmer“ von Simenon ist auch ein gutes Beispiel für die Charakterentwicklung, denn der Protagonist schwenkt in ganz unterschiedliche Richtungen. Das Buch hat mir überraschend gut gefallen, vor allem der Schreibstil. Eine Rezension folgt noch 😊
  • Tag 12 der #NaNoPrepChallenge
Nachdem wir uns schon mit dem Charaktereb beschäftigt haben (und sie hoffentlich schon sehr gut kennen), wenden wir uns heute ihren Beziehungen zu. Wie stehen eure Charaktere zueinander, wie ist ihr Verhältnis? Ich finde für einen groben Überblick eine MindMap immer ganz hilfreich. Abschließend mache ich mir zu den einzelnen Verbindungen Gedanken.
Wie ist das Verhältnis von Mutter und Tochter? Haben die besten Freundinnen Geheimnisse voreinander? Und so weiter und so fort.
Lege dir eine MindMap oder eine Seite in deinem Notizbuch an und analysiere alles, was es zu den Beziehungen deiner Charaktere zu analysieren gibt. .
Heutige Schreibübung: Du bist auf einer Insel gestrandet. Um dich rum ist nur Meer und Dschungel. Und jetzt schreib los!
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📷: „Die Welt durch deine Augen“ von @s.arahheine. Ein richtig schöner Liebesroman, der mir ein paar tolle Stunden bereitet hat. Wäre auch was für den Herbst zum einkuscheln gewesen 🤔
  • Tag 11 der #NaNoPrepChallenge
Heute geht es um die Erzählperspektive und davon gibt es einige. Zum Beispiel den auktorialen oder personalen Erzähler und das er/sie/es oder ich. Welche Erzählperspektive man wählt, sollte man sich gut überlegen, denn jede sorgt für eine andere Stimmung. Mit dem Ich-Erzähler sorgt man zum Beispiel für viel Nähe zum Protagonisten, aber es beschränkt die Geschichte eben auch auf den Ich-Erzähler und beleuchtet sie nicht auch von anderen Seiten. Auch die gewählte Zeit spielt da eine Rolle. Schreibt ihr im Präsens hat der Leser viel mehr das Gefühl wirklich dabei zu sein als mit dem Präteritum.
Eine tolle Übersicht der Erzählperspektiven habe ich dir in meinem Profil verlinkt. Mach dir Gedanken dazu, welche Perspektive du wählen willst. Aber denke auch darüber nach, was eine ander Perspektive aus deiner Geschichte machen würde. So ist mein Projekt zum Beispiel dem Ich-Erzähler entwachsen.
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Die heutige Schreibübung: Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Worauf freust du dich in nächster Zeit am meisten? Berichte, wie es dazu kommt oder wie du dir vorstellst, dass es wird.
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In meinem Projekt hatte ich in der Urfassung den Ich-Erzähler gewählt. Nun gibt es aber so viele Nebenhandlungen, die ich zusätzlich erzählen möchte, dass der personale Erzähler viel besser passt. So kann ich zwischen den Charakteren, die im Fokus stehen, hin und her springen.
  • Tag 10 der #NaNoPrepChallenge
Heute beschäftigen wir uns mit unseren Charakteren. Wahrscheinlich habt ihr so wie ich schon grobe Gestalten und Eigenschaften im Kopf, aber es ist wichtig, die eigenen Charaktere so gut wie möglich zu kennen. Dafür helfen RPGs ganz gut, aber auch Fragebögen sind super, um seine Charaktere besser kennen zu lernen. Vor allem könnt ihr so immer wieder nachschlagen, falls ihr vergessen haben solltet, welche Haarfarbe Nebencharakter XY zum Beispiel hat.
Unten habe ich euch den Steckbrief aufgeschrieben, den ich oft nutze und den ich auch für mein aktuelles Projekt verwendet habe.
Legt euch also ein Notizbuch an und fangt an, alles zu euren Charakteren aufzuschreiben.
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Heutige Schreibübung: Stellt euch einen eurer Charaktere vor und beschreibt ihn. Nicht nur äußerlich, sondern auch seinen Charakter, seine Gedanken und Emotionen.
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Steckbrief
Name:
Alter: (ggf. mit Geburtstag)
Geburtsort:
Heimatort:
Haare:
Augenfarbe:
Größe:
Äußere Erscheinung: (alle äußerlichen Eigenschaften, sowie Ausstrahlung, etc.)
Wesen:
Besondere Fähigkeiten: (nicht nur magische, sondern auch zum Beispiel Karate)
Ausbildung/Beruf:
Beziehungen:
Erwähnenswertes: (hier notiere ich gerne Dinge aus der Vergangenheit oder wichtige Aspekte, die im späteren Verlauf erfolgen)
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Man kann den Steckbrief natürlich noch um viele Punkte ergänzen, aber ich komme mit diesem knackig kurzen ganz gut klar.
  • Tag 09 der #NaNoPrepChallenge
Heute soll es um das Thema Inspiration gehen. Die Frage danach ist Bestandteil fast jeden Autoreninterviews. Und meist antworten die Autoren, dass es darauf keine richtige Antwort gibt. Denn Inspiration kann man überall finden. Voraussetzung dafür ist es mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Aber es gibt natürlich Tools, die perfekte Inspirationslieferanten sind.
Meine liebste Inspirationsquelle ist Pinterest. Dort suche ich häufig gezielt nach einem Stichwort und durch all die Bilder bildet sich ein Netz an Ideen.
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Ich habe aber auch mal bei anderen Autorinnen nachgefragt und hier eine kleine Liste an Offline-Inspirationsquellen:
* @weilautorin erlangt Inspiration durch Orte, die sie bereist.
* @frauvorragend_89 bekommt ihre Inspiration durch ihr Studium, durch alte Geschichten, Legenden und Sagen.
* Für @kianelazin ist das echte Leben die größte Inspiration. Orte, Gespräche, Geräusche.
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Welche Inspirationsquellen nutzt ihr?
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Heutige Schreibübung: Geh raus spazieren, lass dich inspirieren und schreibe über das erste, das dir dort einfällt.