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Rezension

DER SPRUNG von Simone Lappert

Anzeige. Eine Rezension zu „Der Sprung“ zu schreiben, fällt mir unglaublich schwer. Als ich das Buch in der Vorschau entdeckt habe, klang es so vielversprechend und auch die ersten Seiten haben meine Erwartungen weiter geschürt. Vielleicht waren sie letztendlich einfach zu hoch.

KLAPPENTEXT

Eine junge Frau steht auf einem Dach und weigert sich herunterzukommen. Was geht in ihr vor? Will sie springen? Die Polizei riegelt das Gebäude ab, Schaulustige johlen, zücken ihre Handys. Der Freund der Frau, ihre Schwester, ein Polizist und sieben andere Menschen, die nah oder entfernt mit ihr zu tun haben, geraten aus dem Tritt. Sie fallen aus den Routinen ihres Alltags, verlieren den Halt – oder stürzen sich in eine nicht mehr für möglich gehaltene Freiheit.
Quelle: Diognes

MEINE MEINUNG

Das besondere an dieser Geschichte ist, dass sie nie aus der Sicht der jungen Frau auf dem Dach beschrieben wird. Wir erleben die Geschehnisse durch die Augen ganz unterschiedlicher Menschen, die irgendwie aufeinandertreffen oder zusammenhängen. Dadurch ergibt sich erst nach und nach ein Gesamtbild. Doch während des Lesens hat man immer wieder die Frage im Kopf: Was hat die junge Frau da hoch getrieben?

SCHICKSALE VON MENSCHEN

Lappert versteht sich darauf, die Schicksale von Menschen auf eine ganz besondere Weise zu beschreiben. Dem Buch liegt viel tragisches inne, aber auch einige sehr schöne Momente. Zum einen wäre da ein vegetarischer Hutmacher, der seinen Laden schließen musste und nun in einer Schlachterei arbeitet, weil er keine andere Stelle gefunden hat. Oder das ältere Pärchen, das einen Laden führt, der nicht mehr richtig läuft, was den Mann in eine schwere Depression getrieben hat. Oder auch Winnie, die von ihren Mitschülern gemobbt wird, dann aber die Chance hat, eine kleine Heldin zu werden.

Ich mochte all diese Charaktere und ihre Geschichten. Ich mochte es, wie sie alleine bestehen konnten und nur durch kleine Anspielungen mit den anderen zusammenhingen. All das hat mir wahnsinnig gut gefallen, es sind eben die Details, die dieses Buch so gut machen.

DER FUNKE

Dennoch hat mir eine Kleinigkeit gefehlt. Ich kann gar nicht ausdrücken, was es ist. Der Schreibstil ist unglaublich, die Worte fügen sich so schön zusammen. Die Geschichten im einzelnen bewegen, auch wenn es viele sind und man den Überblick behalten muss. Aber der letzte Funke, der dieses Buch von einem guten zu einem grandiosen Buch macht, ist einfach nicht übergesprungen.

FAZIT

Mich hat das Lesen von „Der Sprung“ sehr gut unterhalten und doch blieb nach der letzten Seite das Gefühl übrig, dass irgendetwas fehlt. Die Charaktere und ihre Probleme und Sorgen sind aus dem Leben gegriffen, Lappert stellt Situationen dar, die jeder von uns kennt und schafft mit ihren Worten wahnsinnig viel Tiefe. Aber letztendlich fehlte etwas zum grandiosen Buch.


DER SPRUNG von Simone Lappert

Diogenes | 2019 | 336 Seiten
erhältlich als HardcovereBook

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4 COMMENTS
  • Zeilentänzerin
    7 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)

    Auf diese Rezension war ich sehr gespannt, weil ich das Buch auch unbedingt lesen mag. Ich kenne das, wenn ein Buch hohe Erwartungen in einem schürt und man dann doch etwas enttäuscht zurück bleibt. Insgesamt scheint es dir ja gefallen zu haben, nur hat der letzte Funke gefehlt. Danke für die Rezension!

    Liebe Grüße,
    Zeilentänzerin

    • Kate
      7 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)
      Autor

      Hallöchen,
      versuch es! Bei mir hat wirklich nur der letzte Funke gefehlt. Also irgendetwas hat gefehlt, was echt schade ist, weil das Buch so gut hätte sein können. Aber das ist meine Einschätzung. Ich hoffe, dir geht es anders und ich bin sehr gespannt auf deine Rezension 🙂
      Liebste Grüße, Kate

  • Dana
    7 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)

    Hallo Kate,

    irgendwie klingt dieses Buch sehr faszinierend, auch aufgrund der verschiedenen Erzählperspektiven und der Erzählweise. Schade, dass dir im Endeffekt der letzte Funke gefehlt hat, aber manchmal hat man das. 🙂

    Liebe Grüße
    Dana

    • Kate
      7 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)
      Autor

      Hallöchen,
      ich finde es auch sehr schade. Gerade weil ich auch finde, dass dieses Buch sehr interessant ist durch die unterschiedlichen Sichten. Ich hätte mir so gewünscht, dass es mich flasht. Aber du hast Recht, manchmal ist das einfach so.
      Liebste Grüße

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  • Anzeige. Vor ca. zwei Wochen habe ich dieses Buch beendet und ich bin irgendwie immer noch überfordert. Trotzdem habe ich jetzt endlich die Rezension geschrieben und auf meinem Blog hochgeladen (Link im Profil!).
Aber wie geht man mit so einem Buch um? Mit einem Buch, das von einer Vergewaltigung und den Folgen für die Frau handelt. Ein Buch, das kaum Unterhaltung bietet, weil es so weh tut. Das Lesen von "Scham" war ganz oft sehr beklemmend. Obwohl es so kühl geschrieben ist, fühlt man irgendwie trotzdem so viel von dem, was die Protagonistin fühlt.
Empfehlen lässt sich dieses Buch nicht einfach so, weil das Thema heftig ist, weil es heftig beschrieben wird, weil das Buch ganz, ganz sicher nicht für jeden etwas ist. Trotzdem bin ich froh es gelesen zu haben. Einfach wegen dem Gedankenstrudel, den es ausgelöst hat. Mehr zu meinen Gedanken dazu dann auf meinem Blog.
  • Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag!
Gestern hatte ich überraschend frei und wollte eigentlich total produktiv sein und einen Beauty/Wellness-Tag einlegen. Stattdessen hab ich den ganzen Tag Animal Crossing gespielt. Hupsi 😬
Am Wochenende Versuch ich es dann nochmal, damit hoffentlich wieder Routine ins Bloggen kommt 😊
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Was steht bei euch heute so an?
Ich muss vermutlich länger arbeiten und werde nebenbei lernen. Sehr spannend 🙄
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📷: „Die Maske“ und „Der Revolver“ von Fuminori Nakamura (beide super, zweites bereits auf dem Blog rezensiert) und „Der Abgrund in dir“ von Dennis Lehane (noch ungelesen)
  • Anzeige. Ich hab gestern dieses Buch beendet und ... puh, das war echt hart. Ich kann nicht sagen, ob das Buch gut war, weil die Thematik so heftig und schlimm ist, dass man das kaum gut nennen kann.
Ich spreche hier ganz deutlich eine Triggerwarnung für Vergewaltigung und Kindesvernachlässigung aus. Denn es geht um eine Frau, die von ihrem Chef überwältigt wird und die, als sie schwanger wird, davon überzeugt ist, dass das Kind von ihrem Vergewaltiger ist und nicht von ihrem Mann. 
Von da an befindet sie sich in einem Kreislauf, in dem mal alles gut läuft, sie ihre Routine findet, und in dem dann wieder alles schrecklich läuft, weil sie ihr Kind nicht lieben kann und allen etwas vorspielt.
Dieses Buch war so, so schlimm, weil Marie mit all dem alleine war, obwohl sie eigentlich nicht alleine ist. Aber sie hatte nicht den Mut, sich jemandem anzuvertrauen.
Beschrieben wird das alles in einem sehr kühlen Ton. Dieser Abstand zur Protagonistin ist beim Lesen aber vielleicht ganz gut, weil man es sonst kaum ertragen könnte.
Für eine Rezension muss ich mir noch meine Gedanken machen, aber so viel sei schon gesagt: ich kann es empfehlen, aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese Geschichte definitiv kein Zuckerschlecken ist.
  • Ich hab’s schon mal erwähnt: Mein Blog ist im März fünf Jahre alt geworden und jetzt gibt es auch einen Beitrag dazu 😊 Den Link findet ihr wie immer in meinem Profil!
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Ansonsten wünsche ich euch einen schönen Wochenstart. Und an alle, die wie ich rausmüssen: Haltet durch ♥️
(Ich fahre gerade in die Arbeit und auch an der dritten Haltestelle ist niemand zugestiegen ... gruselig 😖)
  • Gestern war #Schreibnacht und ich habe sie im Videocall mit den Chatadias verbracht. Wer hätte gedacht, dass wir wirklich so viel schreiben und uns nicht nur gegenseitig ablenken würden? Es hat so gut getan, diese Atmosphäre zu spüren, wenn jeder in sein Manuskript vertieft ist. Vor allem hat es so gut getan, nach drei Wochen Pause endlich wieder zu schreiben 😍
Auf dem Bild steht ihr einen Ausschnitt aus dem Pinterestboard zu meinem aktuellen Projekt. (Link ist im Profil)
Und hier noch ein dickes fettes Danke an die #Chatadias dafür, dass wir uns so lange kennen, dass uns das Schreiben so verbindet und dass ihr der Grund seid, weshalb ich immer noch an diesem Traum festhalte ♥️♥️
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Wer von euch schreibt auch?
  • Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende! ♥️
Ich verbringe meines mit Bloggen, lesen, schreiben und hoffentlich Animal Crossing. Oh ja, und mit viel Kaffee 😍 habt ihr Lust, dass ich euch mal ein Wochenende mitnehme? Ich habe eh das Gefühl, in den Storys in letzter Zeit zu inaktiv zu sein. Lasst es mich gerne wissen 😊
Übrigens poste ich gerade mein Lieblingsbild von euch, wenn ihr mit einem ♥️ auf meine Story reagiert!
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Wie sieht euer Wochenende aus?
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P.S. In Bayern herrschen jetzt Ausgangsbeschränkungen. Ist für viele ein großes Ding, aber ich denke nur so: juhuuu, endlich die Erlaubnis die ganze Zeit auf dem Sofa rumzugammeln. Ohne schlechtes Gewissen, dass man ja auch mal rausgehen sollte 🙈😂
  • Ich schicke euch ganz liebe Grüße!
In Bayern wird jetzt der Katastrophenfall ausgerufen. Das heißt, alle Läden schließen, außer natürlich Supermärkte und Apotheken.
Ich bin gerade auf dem Weg zur Arbeit und kann das alles gar nicht realisieren. Alles wirkt so normal, die Sonne scheint. Aber man merkt schon, dass weniger Leute unterwegs sind. Kommt mir vor, als würde ich einen Thriller lesen, in dem es um ein Supervirus geht ... hab ich übrigens erst vor ein paar Wochen. Aber ob auf „Cold Storage“ jetzt noch jemand Lust hat?
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Jedenfalls: passt auf euch auf! Geht kein unnötiges Risiko ein und denkt an eure Mitmenschen ♥️ und lest ganz viel. Wenn ihr mich fragt, gab es nie einen besseren Grund, in andere Welten zu fliehen 📖
  • Auf dem Blog gibt es neue Leselaunen und damit kurze Meinungen zu allen Büchern, die ich zuletzt gelesen habe oder gerade lese. Mit dabei „Die Maske“ von Nakamura 😊
Das Schreiben hat so Spaß gemacht und ich freu mich jetzt wieder richtig aufs Bloggen 😍 In den Leselaunen verrate ich übrigens auch, welche Beiträge ich demnächst schreiben will 😊