Oben
Rezension

MEIN HERZ UND ANDERE SCHWARZE LÖCHER von Jasmine Warga

„Mein Herz und andere schwarze Löcher“ habe ich gefühlt vor einer Ewigkeit gelesen. Tatsächlich war es im Mai 2015, also kurz nach dem Beginn meiner Bloggerlaufbahn und doch schon ein Weilchen her. Im Zuge der Blogliebe-Aktion (der entsprechende Beitrag kommt noch) bin ich nun meine alten Beiträge durchgegangen, die es von Blogspot nicht nach WordPress geschafft haben und habe diese Rezension entdeckt. „Mein Herz und andere schwarze Löcher“ ist ein wichtiges Buch, das mich zum ersten Mal an das Thema Depression herangeführt hat (an dieser Stelle auch eine Triggerwarnung). Deshalb habe ich die Rezension kurzerhand überarbeitet und liefere sie dir heute erneut 🙂

 

INHALT

In diesem Buch geht es um Aysel, die bei ihrer Mutter und deren neuen Familie lebt, nachdem ihr Vater etwas so schlimmes getan hat, dass er dafür ins Gefängnis gekommen ist. Was genau er getan hat, erfährt man erst recht spät. Aysel hat seit dem ständig das Gefühl, dass sie bei ihrer Mutter, deren neuem Mann und Aysels Halbgeschwistern nicht willkommen ist und es ihnen lieber wäre, wenn sie nicht bei ihnen wohnen würde. Auch in der Schule hat sie das Gefühl, dass sie von jedem verächtlich beobachtet wird und eigentlich nur jeder darauf wartet, dass aus ihr dasselbe Monster wie aus ihrem Vater wird.

Durch all diese Faktoren leidet sie unter so starken Depressionen, dass sie irgendwann nur noch den Wunsch hegt, sich umzubringen. Doch sie befürchtet, dass sie das alleine nicht schaffen würde, weshalb sie über eine Homepage einen Selbstmordpartner sucht. Den findet sie schließlich in Roman.

 

MEINE MEINUNG

Da es in diesem Buch vorrangig um Selbstmord geht, hatte ich vor dem Lesen ein eher ungutes Gefühl, daran erinnere ich mich noch genau. Bis dato habe ich noch nie über solche Themen gelesen und ich hatte große Angst, dass mir die Darstellung nicht gefallen würde, dass ich sie als unrealistisch empfinden würde. Dem war aber zum Glück überhaupt nicht so, „Mein Herz und andere schwarze Löcher“ fand ich einfach großartig. Es ist mir noch lange im Gedächtnis geblieben.

 

ES GEHT UM FAMILIE UND DAS GEFÜHL, KEIN TEIL DAVON ZU SEIN

In diesem Buch geht es um Aysel, ein 16-jähriges Mädchen, das sehr unter der Tat ihres Vaters leidet. Ihre Depression, die ich damals nicht sofort als solche erkannte, wird als Qualle dargestellt, die in Aysels Magen sitzt und all ihre Empfindungen aufsaugt, bevor sie bei Aysel ankommen können. Ich selbst leide nicht unter Depressionen, weshalb ich nicht beurteilen kann, ob dieses Bild gut passt, aber ich finde, es beschreibt Aysels Gefühle ganz gut. Sie weiß, was sie in bestimmten Situationen empfinden sollte – Mitgefühl, Freude, Trauer – aber diese Gefühle dringen nicht bis an die Oberfläche. Es ist wie eine Abwärtsspirale aus Gefühlen, die da sein sollten, und denen, die da sind, weil die „richtigen“ eben nicht da sind.

Hinzu kommt Aysels neue Familie, in die sie sich nicht so einfügen kann. Sie hat ständig das Gefühl, den Schatten ihres Vaters über sich zu haben, dessen Taten wir als Leser erst recht spät erfahren, und meint dadurch, dass der neue Mann ihrer Mutter und ihre neuen Geschwister sie eigentlich nicht in ihrer Mitte haben möchten. Ebenso die Bewohner ihrer Heimatstadt, in der natürlich jeder weiß, weshalb ihr Vater im Gefängnis ist. Aysel denkt, sie warten alle darauf, dass aus ihr das gleiche Monster herausbricht wie aus ihm, aber in Wahrheit wartet eigentlich nur Aysel darauf. Es geht hier ganz viel um Familie, um das, was uns in den Genen liegt oder nicht. Kann Böse-Sein vererbt werden?

 

ROMAN UND AYSEL

Aysel fällt diese Spirale immer weiter hinab, bis sie eine Internetseite entdeckt, auf der man sich Selbstmordpartner suchen kann. Man könnte meinen, jetzt ist Aysel ganz am Boden angekommen, aber so einfach ist es nicht.

Sie lernt Roman kennen, der ganz anders ist als sie. Er ist ein beliebter Schüler und hat Freunde, auch wenn er selbst sie nicht als das wahrnimmt, und eine überfürsorgliche Mutter, die auch weiß, dass er psychische Probleme hat. Eigentlich führt Roman genau das Leben, das Aysel gerne hätte: Familie, Freunde, Beliebtheit, nur eben ohne den Ballast, den sie mit sich herumschleppt.

Erst nach und nach begreift Aysel wie tiefgründig Roman hinter seiner Fassade ist und vor allem zu welch breitem Spektrum seine Gefühle fähig sind. Man kann sich in beide wunderbar hineinversetzen, ihre Traurigkeit und Zerrissenheit nachempfinden. Und das auch wenn man kein Betroffener ist.

 

NOCH 2 TAGE

Alles steuert auf ein großes, schlimmes Finale zu, was vor allem auch durch die Kapitelüberschriften im Stil eines Countdowns dargestellt wird. Die Überschriften „Noch 11 Tage …“ oder „Noch 6 Tage …“ zeigen ganz deutlich, dass Aysel und Roman immer weiter auf den Abgrund zuschlittern. Das Ende hat es in sich, es ist ein emotionsgeladener Moment, in dem zwei Jugendliche, beide am tiefsten Punkt angelangt, aufeinandertreffen.

Die Frage, die vor dem allerletzten Kapitel bleibt, ist eine: Werden sie es tun? Wird Aysels und Romans Geschichte auf diesen Seiten wirklich enden?

 

FAZIT

„Mein Herz und andere schwarze Löcher“ hat mich sehr bewegt und noch lange im Bann gehalten. Niemals hätte ich vorher gedacht, dass mir das Buch so gefallen und vor allem so nahe gehen würde. Ich habe es vor vier Jahren gelesen und kann mich immer noch daran erinnern, wie toll ich den Schreibstil fand und wie sehr mich das Buch emotional ergriffen hat. Eine ganz klare Empfehlung an dieser Stelle.

 

 

 

MEIN HERZ UND ANDERE SCHWARZE LÖCHER von Jasmine Warga

Fischer | 2015 | 384 Seiten

erhältlich als Paperback | eBook

 

 

«

»

Was mache ich jetzt?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter

IMMER ALLES MITBEKOMMEN!
Erhalte eine Email bei neuen Beiträgen.


Kateastrophy sammelt deine eigegebenen Daten, um mit dir in Kontakt zu bleiben und dir Newsletter schicken zu können.

  • Tag 16 der #NaNoPrepChallenge
Wo eure Geschichte spielt, haben wir gestern ja schon geklärt. Heute soll es um die Ausarbeitung dieses Ortes gehen.
-> Erfundene Welt: Notiert euch alles, was euch zu eurer Welt einfällt. Gibt es auch erfundene oder magische Wesen? Wie ist die Flora und Fauna? Die Rituale? Gibt es Religionen oder Spiritualität? Schreibt euch alles auf, ihr müsst eure erfundene Welt in- und auswendig kennen!
-> Existierender Ort: Gestern habt ihr euch euren gewählten Handlungsort hoffentlich schon angeschaut. Heute soll es darum gehen, dass ihr auch die Örtlichkeiten unter die Lupe nehmt. Ein Beispiel: Ich habe mal ein Gestaltwandler-Buch geschrieben, das in einem realen Kaff in Amerika gespielt hat. Für die Handlung brauchte ich ein Café, ich habe mir den Ort genauer angeschaut und mich dazu entschieden, ein Café zu wählen, dass dort tatsächlich existiert.
Macht euch dazu vorher unbedingt Gedanken! Ihr könnt dieses Café auch einfach erfinden, aber um im NaNo schnell schreiben zu können, müsst ihr vorbereitet sein.
.
Heutige Schreibaufgabe: Ihr wacht plötzlich als euer Lieblingstier auf. Wie ist euer Tag?
  • Tag 15 der #NaNoPrepChallenge
Heute soll es um den Handlungsort gehen, in dem eure Geschichte spielt.
-> Ist es eine erfundene Welt? Dann könnt ihr euch heute schon einmal ein paar Gedanken machen. Morgen geht es um das Wordbuilding, da werden wir eure Welt dann bis ins kleinste Detail ausarbeiten.
-> Spielt eure Geschichte in einem Ort, den es wirklich gibt? Dann schaut euch diesen Ort genauer an (Google Maps ist da sehr hilfreich).
.
Heutige Schreibübung: Stellt euch einen Ort (zum Beispiel ein Café) vor, der in eurer Geschichte eine Rolle spielt und schreibt darüber.
.
.
Es ist passiert. Kurz vor dem Nano und nachdem heute Halbzeit in der Challenge ist, habe ich das Projekt gewechselt. Zumindest so halb, denn meine neue Protagonistin ist schon Teil meines bisherigen Projekts gewesen. Aber die passte nicht so ganz rein, also bekommt sie ihre eigene Geschichte ♥️
Es geht ab jetzt also um Ronnie Sinclair, Fotografin und vor allem plötzlich Vampir. Die Handlung spielte bisher in Baton Rouge, also einem real existierenden Ort, aber das ändert sich vielleicht noch einmal.
  • Tag 14 der #NaNoPrepChallenge
Ein Buch zu schreiben ist gar nicht so einfach. Vor allem die Ideen für ein Buch zu finden, ist manchmal ganz schön schwer. Aber wir erfinden das Rad ja nicht neu und deshalb gibt es eine Menge Kreativitätstechniken, die einem bei der Ideenfindung helfen sollen.
Ich habe euch wieder einen tollen Link in mein Profil gesetzt, in dem ihr tolle Kreativitätstechniken findet. Schaut sie euch an, probiert sie aus und merkt sie euch für Zeiten, in denen ihr sie brauchen könnt.
Habt ihr eure ganz eigene Kreativitätstechnik? Teilt sie gerne mit uns!
.
So allmählich gehen mir ja die Ideen für die Schreibübungen aus. Da kommt die heutige Challenge-Aufgabe ja gerade recht 😄
Ihr seid spazieren und findet plötzlich eine Lichtung. Auf ihr steht ein einzelner alter, knorriger Baum. Erzählt seine Geschichte.
  • Tag 13 der #NaNoPrepChallenge
Über die Charaktere haben wir uns schon Gedanken gemacht und auch über ihre Beziehungen zueinander. Heute soll es aber um die Entwicklung der einzelnen Charaktere gehen. Wo stehen sie am Anfang des Buches, wo am Ende? Wie sollen sie sich verändern, welche Entwicklung sollen sie durchmachen?
Die Entwicklung eurer Charaktere ist enorm wichtig. Denn die macht oft ein richtig gutes Buch aus und kann auch aus einem guten Buch ein Lieblingsbuch machen. Deshalb solltet ihr euch darüber heute Gedanken machen.
Natürlich machen Charaktere nicht immer eure geplante Entwicklung durch, denn für gewöhnlich haben sie einen ganz eigenen Willen. Aber mit etwas Glück halten sie sich ja doch an den Plan 😅
.
Heutige Schreibübung: Stellt euch vor ihr müsst das Haus verlassen, aber draußen tobt ein Sturm. Schreibt darüber, wieso ihr das Haus verlassen müsst, wie ihr euch fühlt. Habt ihr Angst vor dem Sturm?
.
.
Meine Protagonistin Hannah ist am Anfang des Buches ziemlich unwissend. Sie weiß, dass sie eine Magierin ist, aber sie kennt die magische Welt nicht, kennt keine anderen Magier und ihre Fähigkeiten sind auch noch ausbaufähig. Aber am Ende des Buches oder der Reihe soll sie eine richtig gute Magierin sein, die weiß, was sie will und sich in der teilweise harten Welt der Magier zurechtfindet.
.
.
.
📷: „Das blaue Zimmer“ von Simenon ist auch ein gutes Beispiel für die Charakterentwicklung, denn der Protagonist schwenkt in ganz unterschiedliche Richtungen. Das Buch hat mir überraschend gut gefallen, vor allem der Schreibstil. Eine Rezension folgt noch 😊
  • Tag 12 der #NaNoPrepChallenge
Nachdem wir uns schon mit dem Charaktereb beschäftigt haben (und sie hoffentlich schon sehr gut kennen), wenden wir uns heute ihren Beziehungen zu. Wie stehen eure Charaktere zueinander, wie ist ihr Verhältnis? Ich finde für einen groben Überblick eine MindMap immer ganz hilfreich. Abschließend mache ich mir zu den einzelnen Verbindungen Gedanken.
Wie ist das Verhältnis von Mutter und Tochter? Haben die besten Freundinnen Geheimnisse voreinander? Und so weiter und so fort.
Lege dir eine MindMap oder eine Seite in deinem Notizbuch an und analysiere alles, was es zu den Beziehungen deiner Charaktere zu analysieren gibt. .
Heutige Schreibübung: Du bist auf einer Insel gestrandet. Um dich rum ist nur Meer und Dschungel. Und jetzt schreib los!
.
.
.
📷: „Die Welt durch deine Augen“ von @s.arahheine. Ein richtig schöner Liebesroman, der mir ein paar tolle Stunden bereitet hat. Wäre auch was für den Herbst zum einkuscheln gewesen 🤔
  • Tag 11 der #NaNoPrepChallenge
Heute geht es um die Erzählperspektive und davon gibt es einige. Zum Beispiel den auktorialen oder personalen Erzähler und das er/sie/es oder ich. Welche Erzählperspektive man wählt, sollte man sich gut überlegen, denn jede sorgt für eine andere Stimmung. Mit dem Ich-Erzähler sorgt man zum Beispiel für viel Nähe zum Protagonisten, aber es beschränkt die Geschichte eben auch auf den Ich-Erzähler und beleuchtet sie nicht auch von anderen Seiten. Auch die gewählte Zeit spielt da eine Rolle. Schreibt ihr im Präsens hat der Leser viel mehr das Gefühl wirklich dabei zu sein als mit dem Präteritum.
Eine tolle Übersicht der Erzählperspektiven habe ich dir in meinem Profil verlinkt. Mach dir Gedanken dazu, welche Perspektive du wählen willst. Aber denke auch darüber nach, was eine ander Perspektive aus deiner Geschichte machen würde. So ist mein Projekt zum Beispiel dem Ich-Erzähler entwachsen.
.
Die heutige Schreibübung: Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Worauf freust du dich in nächster Zeit am meisten? Berichte, wie es dazu kommt oder wie du dir vorstellst, dass es wird.
.
.
In meinem Projekt hatte ich in der Urfassung den Ich-Erzähler gewählt. Nun gibt es aber so viele Nebenhandlungen, die ich zusätzlich erzählen möchte, dass der personale Erzähler viel besser passt. So kann ich zwischen den Charakteren, die im Fokus stehen, hin und her springen.
  • Tag 10 der #NaNoPrepChallenge
Heute beschäftigen wir uns mit unseren Charakteren. Wahrscheinlich habt ihr so wie ich schon grobe Gestalten und Eigenschaften im Kopf, aber es ist wichtig, die eigenen Charaktere so gut wie möglich zu kennen. Dafür helfen RPGs ganz gut, aber auch Fragebögen sind super, um seine Charaktere besser kennen zu lernen. Vor allem könnt ihr so immer wieder nachschlagen, falls ihr vergessen haben solltet, welche Haarfarbe Nebencharakter XY zum Beispiel hat.
Unten habe ich euch den Steckbrief aufgeschrieben, den ich oft nutze und den ich auch für mein aktuelles Projekt verwendet habe.
Legt euch also ein Notizbuch an und fangt an, alles zu euren Charakteren aufzuschreiben.
.
Heutige Schreibübung: Stellt euch einen eurer Charaktere vor und beschreibt ihn. Nicht nur äußerlich, sondern auch seinen Charakter, seine Gedanken und Emotionen.
.
.
Steckbrief
Name:
Alter: (ggf. mit Geburtstag)
Geburtsort:
Heimatort:
Haare:
Augenfarbe:
Größe:
Äußere Erscheinung: (alle äußerlichen Eigenschaften, sowie Ausstrahlung, etc.)
Wesen:
Besondere Fähigkeiten: (nicht nur magische, sondern auch zum Beispiel Karate)
Ausbildung/Beruf:
Beziehungen:
Erwähnenswertes: (hier notiere ich gerne Dinge aus der Vergangenheit oder wichtige Aspekte, die im späteren Verlauf erfolgen)
.
Man kann den Steckbrief natürlich noch um viele Punkte ergänzen, aber ich komme mit diesem knackig kurzen ganz gut klar.
  • Tag 09 der #NaNoPrepChallenge
Heute soll es um das Thema Inspiration gehen. Die Frage danach ist Bestandteil fast jeden Autoreninterviews. Und meist antworten die Autoren, dass es darauf keine richtige Antwort gibt. Denn Inspiration kann man überall finden. Voraussetzung dafür ist es mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Aber es gibt natürlich Tools, die perfekte Inspirationslieferanten sind.
Meine liebste Inspirationsquelle ist Pinterest. Dort suche ich häufig gezielt nach einem Stichwort und durch all die Bilder bildet sich ein Netz an Ideen.
.
Ich habe aber auch mal bei anderen Autorinnen nachgefragt und hier eine kleine Liste an Offline-Inspirationsquellen:
* @weilautorin erlangt Inspiration durch Orte, die sie bereist.
* @frauvorragend_89 bekommt ihre Inspiration durch ihr Studium, durch alte Geschichten, Legenden und Sagen.
* Für @kianelazin ist das echte Leben die größte Inspiration. Orte, Gespräche, Geräusche.
.
Welche Inspirationsquellen nutzt ihr?
.
Heutige Schreibübung: Geh raus spazieren, lass dich inspirieren und schreibe über das erste, das dir dort einfällt.