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Rezension

LOVE TO SHARE von Beth O’Leary

Manchmal ist mir einfach nach einem leichten Liebesroman. Tatsächlich ist es mir die letzten Jahre immer etwas schwer gefallen, da etwas passendes zu finden, denn bei Liebesromanen bin ich besonders kritisch. Das ist auch der Grund, weshalb mich „Love to Share“ nicht vollends überzeugen konnte, obwohl der Start schon ganz gut war.

 

KLAPPENTEXT

Not macht erfinderisch: Tiffy braucht eine günstige Bleibe, Leon braucht dringend Geld. Warum also nicht ein Zimmer teilen, auch wenn sie einander noch nie begegnet sind? Eigentlich überhaupt kein Problem, denn Tiffy arbeitet tagsüber, Leon nachts. Die Uhrzeiten sind festgelegt, die Absprachen eindeutig. Doch das Leben hält sich nicht an Regeln …
Quelle: Diana

 

MEINE MEINUNG

Die Idee hinter „Love to Share“ finde ich so kurios wie auch spannend. Zwei Personen teilen sich eine Wohnung und durch ihre unterschiedlichen Arbeitszeiten begegnen sie sich nie. Das ist einfach total verrückt und vermutlich würde das Ganze nicht funktionieren, wenn Tiffy nicht sowieso schon in einer Notsituation wäre und unbedingt eine günstige Wohnung brauchen würde.

 

EIN PAAR STARTSCHWIERIGKEITEN

Ich hatte anfangs so meine Schwierigkeiten mit dieser Geschichte. Zum einen, weil sie aus den beiden Sichten der Protagonisten geschrieben ist. Und während sich die Kapitel aus Tiffys Sicht wunderbar lesen lassen, sind die aus Leons Sicht sehr merkwürdig geschrieben. Die Sätze sind kurz, abgehackt, die Wörtliche Rede wird kaum eingeleitet. Mir ist klar, dass das die unterschiedliche Denkweise der Protagonisten darstellen soll, aber ehrlich gesagt, fand ich diesen Schreibstil einfach nur befremdlich.

Zum anderen hatte ich ein paar Probleme mit Tiffy und ihrer Abhängigkeit zu ihrem Ex. Tiffy an sich ist eine sehr lustige Person. Ich fand ihre Arbeit in einem DIY-Verlag faszinierend und gerade diesen ganzen DIY-Aspekt im Buch mochte ich total gerne. Das hat so eine heimelige Atmosphäre geschaffen. Aber Tiffys Verhalten zu Beginn des Buches war sehr anstrengend. Sie zeigt sich extrem abhängig von ihrem Ex-Freund, obwohl er sie so sehr verletzt hat. Er hat sie für eine andere verlassen und treibt trotzdem noch seine Spielchen mit ihr. Und Tiffy springt tatsächlich noch darauf an.

Nach und nach zeigt sich, dass es sich um eine psychologische Abhängigkeit handelt und so wird die Situation im Gegensatz zu vielen anderen Büchern relativiert. Dadurch wirkt es nicht so übertrieben und Tiffy hat die Chance, sich innerhalb der Geschichte zu entwickeln. Und diese Chance ergreift sie. Während sie anfangs noch in der Vergangenheit lebt und ihrem Ex gegenüber nicht hart bleiben kann, ist sie gegen Ende eine fast unabhängige Frau.

 

ES ZIEHT AN

Nach dem etwas schwierigen Anfang ging es aber ganz toll weiter. In „Love to Share“ gibt es etliche Nebenstränge, die alle ihre benötigte Sendezeit bekommen, und trotzdem wirkt es nicht zu überfüllt. Es geht zum einen um Tiffys Abhängigkeit von ihrem Ex und um ihren Versuch, ein eigenes Leben zu führen. Aber es geht auch um ihr berufliches Vorankommen. Leon bietet ebenfalls viel Spannungspotenzial, da er zum einen nach der Kriegsliebe eines Patienten sucht, und zum anderen, weil sein Bruder unschuldig im Gefängnis sitzt. Bei all diesen Themen kommen leicht mal fast 500 Seiten zusammen. Aber das ganz ohne Längen.

Leider hat das Ende der Geschichte einen kleinen Dämpfer verpasst. Nicht nur, dass doch noch ein Klischee aufgefahren werden musste (die Jungfer in Nöten), sondern auch, weil das übliche passiert ist: Die Annäherung zwischen Leon und Tiffy, die sich über das ganze Buch sehr konstant und sachte entwickelt hat, ging dann doch ziemlich schnell – für meinen Geschmack zu schnell – und gipfelte in einigen kitschigen Momenten. Dramatisch wurde es natürlich auch noch, denn Tiffys Ex lässt sich nicht so einfach abschieben. Aber auch das war mir etwas zu übertrieben. Manchmal ist weniger eben doch mehr.

 

 

FAZIT

„Love to Share“ ist ein toller Liebesroman, bei dem anfangs so ziemlich alles stimmt. Die Charakterkonstellation kann von sich überzeugen und die Nebenhandlungen ergeben ein großartiges Zusammenspiel. Lediglich das Ende war mir dann etwas too much (too much Kitsch, too much Drama).

 

 

 

LOVE TO SHARE von Beth O’Leary

Diana | 2019 | 480 Seiten

erhältlich als Taschenbuch | eBook | Hörbuch

 

 

Meinungen anderer Leser

fairylightbooks | Buchkuschler | Traumrealistin

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  • Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag!
Gestern hatte ich überraschend frei und wollte eigentlich total produktiv sein und einen Beauty/Wellness-Tag einlegen. Stattdessen hab ich den ganzen Tag Animal Crossing gespielt. Hupsi 😬
Am Wochenende Versuch ich es dann nochmal, damit hoffentlich wieder Routine ins Bloggen kommt 😊
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Was steht bei euch heute so an?
Ich muss vermutlich länger arbeiten und werde nebenbei lernen. Sehr spannend 🙄
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📷: „Die Maske“ und „Der Revolver“ von Fuminori Nakamura (beide super, zweites bereits auf dem Blog rezensiert) und „Der Abgrund in dir“ von Dennis Lehane (noch ungelesen)
  • Anzeige. Ich hab gestern dieses Buch beendet und ... puh, das war echt hart. Ich kann nicht sagen, ob das Buch gut war, weil die Thematik so heftig und schlimm ist, dass man das kaum gut nennen kann.
Ich spreche hier ganz deutlich eine Triggerwarnung für Vergewaltigung und Kindesvernachlässigung aus. Denn es geht um eine Frau, die von ihrem Chef überwältigt wird und die, als sie schwanger wird, davon überzeugt ist, dass das Kind von ihrem Vergewaltiger ist und nicht von ihrem Mann. 
Von da an befindet sie sich in einem Kreislauf, in dem mal alles gut läuft, sie ihre Routine findet, und in dem dann wieder alles schrecklich läuft, weil sie ihr Kind nicht lieben kann und allen etwas vorspielt.
Dieses Buch war so, so schlimm, weil Marie mit all dem alleine war, obwohl sie eigentlich nicht alleine ist. Aber sie hatte nicht den Mut, sich jemandem anzuvertrauen.
Beschrieben wird das alles in einem sehr kühlen Ton. Dieser Abstand zur Protagonistin ist beim Lesen aber vielleicht ganz gut, weil man es sonst kaum ertragen könnte.
Für eine Rezension muss ich mir noch meine Gedanken machen, aber so viel sei schon gesagt: ich kann es empfehlen, aber man sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese Geschichte definitiv kein Zuckerschlecken ist.
  • Ich hab’s schon mal erwähnt: Mein Blog ist im März fünf Jahre alt geworden und jetzt gibt es auch einen Beitrag dazu 😊 Den Link findet ihr wie immer in meinem Profil!
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Ansonsten wünsche ich euch einen schönen Wochenstart. Und an alle, die wie ich rausmüssen: Haltet durch ♥️
(Ich fahre gerade in die Arbeit und auch an der dritten Haltestelle ist niemand zugestiegen ... gruselig 😖)
  • Gestern war #Schreibnacht und ich habe sie im Videocall mit den Chatadias verbracht. Wer hätte gedacht, dass wir wirklich so viel schreiben und uns nicht nur gegenseitig ablenken würden? Es hat so gut getan, diese Atmosphäre zu spüren, wenn jeder in sein Manuskript vertieft ist. Vor allem hat es so gut getan, nach drei Wochen Pause endlich wieder zu schreiben 😍
Auf dem Bild steht ihr einen Ausschnitt aus dem Pinterestboard zu meinem aktuellen Projekt. (Link ist im Profil)
Und hier noch ein dickes fettes Danke an die #Chatadias dafür, dass wir uns so lange kennen, dass uns das Schreiben so verbindet und dass ihr der Grund seid, weshalb ich immer noch an diesem Traum festhalte ♥️♥️
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Wer von euch schreibt auch?
  • Ich wünsche euch ein wunderschönes Wochenende! ♥️
Ich verbringe meines mit Bloggen, lesen, schreiben und hoffentlich Animal Crossing. Oh ja, und mit viel Kaffee 😍 habt ihr Lust, dass ich euch mal ein Wochenende mitnehme? Ich habe eh das Gefühl, in den Storys in letzter Zeit zu inaktiv zu sein. Lasst es mich gerne wissen 😊
Übrigens poste ich gerade mein Lieblingsbild von euch, wenn ihr mit einem ♥️ auf meine Story reagiert!
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Wie sieht euer Wochenende aus?
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P.S. In Bayern herrschen jetzt Ausgangsbeschränkungen. Ist für viele ein großes Ding, aber ich denke nur so: juhuuu, endlich die Erlaubnis die ganze Zeit auf dem Sofa rumzugammeln. Ohne schlechtes Gewissen, dass man ja auch mal rausgehen sollte 🙈😂
  • Ich schicke euch ganz liebe Grüße!
In Bayern wird jetzt der Katastrophenfall ausgerufen. Das heißt, alle Läden schließen, außer natürlich Supermärkte und Apotheken.
Ich bin gerade auf dem Weg zur Arbeit und kann das alles gar nicht realisieren. Alles wirkt so normal, die Sonne scheint. Aber man merkt schon, dass weniger Leute unterwegs sind. Kommt mir vor, als würde ich einen Thriller lesen, in dem es um ein Supervirus geht ... hab ich übrigens erst vor ein paar Wochen. Aber ob auf „Cold Storage“ jetzt noch jemand Lust hat?
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Jedenfalls: passt auf euch auf! Geht kein unnötiges Risiko ein und denkt an eure Mitmenschen ♥️ und lest ganz viel. Wenn ihr mich fragt, gab es nie einen besseren Grund, in andere Welten zu fliehen 📖
  • Auf dem Blog gibt es neue Leselaunen und damit kurze Meinungen zu allen Büchern, die ich zuletzt gelesen habe oder gerade lese. Mit dabei „Die Maske“ von Nakamura 😊
Das Schreiben hat so Spaß gemacht und ich freu mich jetzt wieder richtig aufs Bloggen 😍 In den Leselaunen verrate ich übrigens auch, welche Beiträge ich demnächst schreiben will 😊
  • Lest ihr gerne Ratgeber? Ich hole sie mir so gerne, brauche manchmal aber einen kleinen Schubser, damit ich sie lese.
Nicole Staudinger kann ich total empfehlen! Ich hab vor Ewigkeiten ihre „Schlagfertigkeitsqueen“ gelesen und fand es so gut und witzig! Deshalb hab ich direkt zugegriffen, als es „Stehaufqueen“ als Mängelexemplar gab.
Würde euch ein Beitrag zu meinen liebsten Ratgebern interessieren? Dafür müsste ich wahrscheinlich erst mal ein paar lesen, aber das wäre ja ein guter Schubser 😂