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Rezension

Ein neues Highlight: CRENSCHAW von Katherine Applegate

Als ich dieses Buch in der Arbeit in der Kinder- und Jugendbuchabteilung gesehen habe, wusste ich sofort: das muss ich lesen. Immerhin geht es um einen Kater, der gerne Schaumbäder nimmt – und ich liebe bekanntermaßen beides.

 

MEINE MEINUNG

Mit Crenshaw habe ich hier ein ganz großes Highlight für mich entdeckt. Katzenliebhabern sollte es wohl ähnlich gehen, denn dieses Buch ist nach einem riesigen, schwarz-weißen Kater benannt, der eine große Rolle in dieser Geschichte spielt.

Crenshaw ist Jacksons imaginärer Freund, der immer dann auftaucht, wenn Jackson ihn braucht.

Erstens: Er war ein surfender Kater.

Zwietens: Er hatte ein T-Shirt an. Darauf stand: KATER REGIEREN, HUNDE PARIEREN. …

-Seite 7

Als Crenshaw wieder auftaucht, als Jackson neun Jahre alt ist, geht ihm das mächtig gegen den Strich. Immerhin will Jackson Wissenschaftler werden, er liebt Fakten, aber genau die versagen bei einem riesigen Kater, den nur er sehen kann, kläglich.

 

EINE VERRÜCKTE KATZE

Crenshaw ist eine Katze, wie man sie sich vorstellt. Er macht sein Ding und lässt sich davon nicht abbringen, stellt sich selbst und seine Rasse über andere – zum Beispiel Hunde – und sagt mysteriöse Sachen. Er schnurrt, rollt sich beim Schlafen zusammen und tut einfach überhaupt nicht das, was Jackson gerne hätte.

Nur in einem ist er nicht typisch Katze: Crenshaw liebt Schaumbäder. Es kommt mehr als einmal vor, dass Jackson den Kater planschend im Bad mit einem Schaumbart im Gesicht vorfindet. Genau diese Szene wird auch im Klappentext erwähnt und hat dafür gesorgt, dass ich zu diesem Buch gegriffen habe – zum Glück.

 

LIEBE ZUM DETAIL

Es sind die ganzen Kleinigkeiten, die „Crenshaw“ so toll machen und zu einem großen Gesamtbild zusammenführen.

Zum Beispiel Jacksons Liebe zu Fakten und Wissenschaft, die immer wieder aufgegriffen wird. Auch von seinen Eltern, die ihn in dieser Hinsicht sehr ernst nehmen.

Oder die Hündin Aretha, die Crenshaw als einzige auch wahrnehmen kann. Das Verhältnis zwischen Jackson und Aretha wird ganz toll beschrieben. Es steht nicht im Fokus, findet aber doch einen wichtigen Platz in der Geschichte.

Die Zusammentreffen zwischen Crenshaw und Aretha sorgen wieder für viele Momente voller Schmunzlern. Denn Crenshaw hält nicht allzu viel von dieser tollpatschigen Hündin, die immer sabbert und spielen will. Dieses Zitat bringt seine Gedanken ganz gut rüber:

„Mir ist wirklich schleierhaft, warum sich deine Familie unbedingt einen Hund zulegen musste“, sagte Crenshaw und beäugte Aretha misstrauisch. „Warum keinen Kater? Ein Tier mit ein bisschen Schwung? Ein bisschen Pfiff? Ein bisschen Würde?“

-Seite 61

DAS GROSSE GANZE

„Crenshaw – Einmal schwarzer Kater“ ist nicht nur ein lustiges Buch über eine verrückte Katze, es schlägt auch ernstere Themen an. Schon von Beginn an wird klar, dass irgendetwas in Jacksons Familie nicht stimmt. Auch Crenshaw deutet mehrmals an, dass er nicht ohne Grund aufgetaucht ist.

Zum ersten Mal wird es bemerkbar, als Jackson Methoden aufzählt, wie man seinen Hunger vergessen oder ignorieren kann. Im ersten Moment dachte ich noch, es geht um Hunger außerhalb der geregelten Essenszeiten, aber nein: es geht um Hunger, weil nicht genug zu essen da ist.

Diese Probleme führt Applegate ganz behutsam ein. So behutsam wie auch Jackson damit umgeht. Sein innerer Konflikt ist toll dargestellt. Auf der einen Seite das Kind, das nichts davon mitbekommen möchte, auf der anderen Seite das Kind, das doch schon mehr versteht als die Eltern meinen, und sich auch irgendwie verantwortlich fühlt.

 

FAZIT

„Crenshaw – Einmal schwarzer Kater“ ist ein großartiges Kinder-/Jugendbuch, das Humor und erste Themen gekonnt zusammenführt. Die Charaktere sind großartig ausgearbeitet und die starken Emotionen sorgen hier für ganz großes Kino. Das Buch bekommt von mir eine ganz große Empfehlung – vor allem für Katzenliebhaber.

 

 

 

CRENSHAW – EINMAL SCHWARZER KATER von Katherine Applegate

Fischer | 2016 | 224 Seiten

erhältlich als HardcoverTaschenbuch | eBook

 

 

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