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Ratgeber

Hygge, Lykke und Lagom sind von gestern:
Jetzt kommt KALSARIKÄNNI

Anzeige. Als ich dieses Buch auf der Verlagsseite gesehen habe, musste ich im ersten Moment etwas schmunzeln. Denn grob gesagt geht es darum, sich in Unterwäsche auf dem Sofa zu betrinken. Dann dachte ich aber, dieses Buch könnte einen zweiten Blick wert sein.

 

KLAPPENTEXT

Die Dänen lieben Hygge, kuscheln sich gerne gemütlich ein und trinken literweise heiße Schokolade. Da das ziemlich auf die Hüften geht, haben die Schweden das etwas moderatere Lagom erfunden. Ein bisschen Schoki, aber nicht zu viel davon. So richtig viel Spaß macht Mäßigung dann aber doch nicht, weswegen die Finnen nun mit Kalsarikänni durchstarten, was so viel bedeutet wie: sich allein zu Hause in Unterwäsche betrinken. Bei diesem sensationellen Wohlfühltrend aus dem coolen Norden geht es darum, sich all die hoffnungslos verplanten Abende zurückzuerobern, die man sonst mit Besuchen im Fitnessstudio, miesen Dates, langweiligen Familienfeiern oder gar im Büro gefüllt hat. Canceln Sie das alles. Gehen Sie heim, ziehen Sie sich den unbequemen Anzug aus und kippen Sie in Ruhe einen: Entspannter werden Sie nie sein. Der finnische Kalsarikänni-Experte Miska Rantanen zeigt Ihnen, wie es geht!
Quelle: Goldmann

 

 

MEINE MEINUNG

Als ich begonnen habe „Kalsarikänni“ zu lesen, ist mir bewusst geworden, wie sehr ich mich von Trends wie Hygge beeinflussen lasse. Dass ich Bilder von diesen ganzen hyggeligen Wohnungen sehe und mich bei mir nicht mehr wohlfühle, weil ich diesen Aufwand nicht betreiben kann oder will. Und wie soll man ein glückliches, heimisches Leben führen, wenn Zuhause nicht alles in Beigetönen gehalten und überall (Kunst-)Felle und Kuscheldecken rumfliegen?

In dieser Hinsicht hat mir „Kalsarikänni“ definitiv die Augen geöffnet. Denn der Autor selbst findet Hygge nicht so ideal, denn es braucht einen imensen Aufwand, um das Wohlfühlen nach Hygge zu begünstigen. Bei Kalsarikänni ist das anders.

Das Wort stammt aus Finnland und hat dort wohl schon eine lange Tradition, auch wenn das Wort erst viel später von Sprachforschern erfasst wurde. Früher hatte der Begriff allerdings eine negative Konnotation. Denn es geht unter anderem um das alleine trinken, was früher ganz anders gewertet wurde als heute.

Ich muss zugeben, dass ich eine ganze Weile gebraucht habe, um zu verstehen, was Kalsarikänni bedeutet. Eigentlich ist es mir erst zum Schluss der Lektüre bewusst geworden. Es ist möglich, dass ich es auch komplett falsch deute, aber für mich ist Kalsarikänni: Sich endlich mal wieder Zeit für sich selbst nehmen, sich gehen lassen und all das tun, trinken und essen, was man sich sonst nicht gönnt. Und all das ohne schlechtes Gewissen!

Das A und O ist Ruhe. Die Zeit für sich selbst muss man sich bewusst, unter Umständen sogar brüstk, freischaufeln.
– Seite 124

Beim Kalsarikänni ist so ziemlich alles erlaubt: Du darfst unter der Woche abends Alkohol trinken, wenn dir danach ist und du einen Abend so ausklingen lassen möchtest. Du darfst das ungesündeste Essen in dich reinstopfen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, weil auf Instagram alle so healthy sind. Du darfst einfach tun und lassen, was immer du möchtest, denn Kalsarikänni ist dein Ritual.

Neben lustigen Informationen rund um Finnland und seine Einwohner finden sich in diesem kleinen Büchlein auch ein paar Rezepte für Bowle und leckere Cocktails, mit denen man seinen Kalsarikänni sofort starten kann. Aber auch ein kritisches Kapitel zum Thema Alkohol fehlt nicht, was ich wirklich gut finde. Denn wenn es einem beim Kalsarikänni nur noch um den Alkohol geht, stimmt etwas nicht. Der Alkohol ist nur ein Werkzeug des Kalsarikänni, um lockerer zu werden und eine gelöste Stimmung zu begünstigen. Er steht nicht im Mittelpunkt, man macht Kalsarikänni nicht wegen dem Alkohol. Gerade dieses kritische Auge auf diese Tradition darf hier auf keinen Fall fehlen.

 

FAZIT

„Kalsarikänni“ ist eine unterhaltsame Lektüre für zwischendurch, die vor allem durch ihre tolle Aufmachung besticht. Mit kleinen Bildern und Anekdoten über Finnland lockert das Buch auf und sorgt dafür, dass man sich mal wieder etwas bewusster mit sich selbst beschäftigt und sich Zeit für sich selbst freischaufelt. Ein Must-Read ist es meiner Meinung nach nicht, aber ein kleiner Augenöffner.

 

 

 

KALSARIKÄNNI von Miska Rantanen

Goldmann | 2018 | 184 Seiten

erhältlich als Taschenbuch | eBook

 

 

 

Hierbei handelt es sich um ein Rezensionsexemplar.

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2 COMMENTS
  • Stella
    9 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)

    Wow das klingt echt nach nem abgefahrenen Trend. Ich denke man muss das mit dem Alkohol einfach mit Humor nehmen und das es hierbei viel mehr darum geht sich auch mal locker zu machen. Sich nicht an jede Richtlinie zu halten, sondern zu genießen und zu leben. Nichtsdestotrotz liebe ich den Scandi Look und auch das Hygge-Gefühl. Ich empfinde es sogar als entspannend, mein Heim toll zu gestalten und solange man dabei nicht in Stress verfällt ist das okay 🙂
    Dieses Buch möchte ich mir auf jeden Fall mal genauer ansehen. Es klingt wirklich amüsant.
    Klasse Beitrag!

    Liebste Grüße, Stella

    • Kate
      9 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)
      Autor

      Hallöchen,
      Ich kann dir Kalsarikänni nur empfehlen, sowohl das Buch als auch den Trend 😀 Es ist unterhaltsam und es verdeutlicht einem, wirklich mal wieder nur an sich und seine Me-Time zu denken. Die Botschaft ist an sich ja eigentlich wirklich gut!
      Liebste Grüße

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  • Anzeige. Meine Instagram-Motivation streikt gerade sehr. Oder eher die Kreativität? Jedenfalls mache ich momentan kaum Bilder, aber ich arbeite daran, dass ihr wieder regelmäßiger von mir hört. Vielleicht bringt das Wochenende neues 😊
Übrigens hat sich dafür auf dem Blog ein bisschen was getan. Er sieht ein kleines Bisschen anders aus und da kommt noch mehr 😉
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📷: momentan lese ich ein paar Bücher parallel. Eines davon ist „Frau in der Themse“ vom @diogenesverlag, das irgendwie vom Feeling her wie eine coole Mischung aus Wildem Westen mit Detektiven in London wirkt.
  • Morgen starte ich mit @zeilenwanderer einen Buddyread zu „Rabenherz & Eismund“. Ich freue mich schon riesig auf das Buch und genauso sehr auf den Austausch mit Janika. Ich habe schon ewig kein Buch mehr mit jemandem zusammen gelesen und ich glaube, genau das brauche ich gerade. Das gemeinsame Schwärmen über ein Buch 😍
Was haltet ihr von Buddyreads?
  • Ich wünsche euch einen wunderschönen ersten Advent! 🎄♥️
Während mein Freund und ich anfangs ausgemacht hatten, dass wir erst nächstes Jahr die volle Weihnachtsoffensive starten, sind wir neulich beim Weihnachtsshopping so eskaliert, dass ich doch schon dieses Jahr meinen ersten eigenen Adventskranz gestalten konnte. Und ich liebe ihn 😍😍
Fensterschmuck haben wir auch und sogar ein Leuchtbäumchen für den Balkon. Von kein Weihnachtskrams sind wir also zu volle Dröhnung (außer Weihnachtsbaum) gewechselt. Und es ist großartig!
Seid ihr schon in Weihnachtsstimmung und leuchtet eure Wohnung auch schon in allen Ecken?
  • Nina Blazon-Fans unter uns?
Ich bin ja fast vom Stuhl gefallen, als ich bei @zeilenwanderer gesehen habe, dass es ein neues Jugendbuch von Nina Blazon gibt. Und natürlich hab ich es mir gleich am nächsten Tag geholt. Nur gelesen hab ich es noch nicht (weil Stress und wenig Zeit und die Leselust macht gerade auch Pause), aber der Anfang gefällt mir schon so gut. Ich liebe einfach Blazons Fantasy und die Stimmung, die ihre Bücher vermitteln! 😍
Was ist euer liebstes Buch von Nina Blazon? Ich kann mich nur schwer entscheiden zwischen „Faunblut“ und „Der Winter der schwarzen Rosen“.
  • Ein kleiner Ausschnitt meines Bücherregals. Es sind immer noch nicht alle Bücher verräumt 🙈 aber dieser kleine Teil sieht schon ziemlich gut aus oder? 😍
Wie ist euer Regal sortiert?
  • Anzeige. Ich bin zurück! Seit fast einem Monat habe ich kein Bild mehr gepostet (das schockiert mich gerade selbst!), aber jetzt gibt es wieder etwas neues 😊
Mit der Rezension zu "Watercolor - Wild & Free" habe ich auf meinem Blog endlich eine neue Kategorie eingeläutet. Dabei soll es nicht nur um Aquarell gehen, sondern um Hobbys und Kreatives im Allgemeinen.
Seit diesem Sommer versuche ich mich an der Aquarellmalerei, musste dieses Hobby aber kurzzeitig einstellen, weil ich keinen vernünftigen Arbeitsplatz hatte und dann umgezogen bin. "Watercolor - Wild & Free" habe ich mir in der Hoffnung, dass ich ganz viel daraus nachmalen werde, geholt. Wie ich feststellen musste, sind die Motive aber leider noch etwas zu schwierig für mich, deshalb nehme ich das Buch als Motivation und Ansporn, so viel zu üben, bis ich das alles auch kann. Mal sehen, wie lange es dauert 🙈
Mehr zum Buch könnt ihr auf meinem Blog nachlesen. Die Rezension ging heute online.
  • Anzeige. Meinen Lesemonat Oktober gibt es ab sofort auf dem Blog zu lesen 😊 es sind leider nur drei Bücher geworden und keines war herausragend, aber sie waren doch alle gut.
Der Oktober war aber nicht nur lesetechnisch turbulent, auch privat war mit dem Umzug und den Klausuren in der Berufsschule einiges los. Ach ja, und dann war da ja auch noch die #NaNoPrepChallenge, die ziemlich viel Aufwand mit sich brachte. Das und noch mehr könnt ihr ab jetzt auf dem Blog nachlesen 😊
Was war euer Highlight im Oktober?
  • Tag 31 der #NaNoPrepChallenge!
Wow, es ist geschafft. Heute ist der letzte Tag der Challenge, 31 Tage haben wir jetzt zusammen verbracht und an unseren Projekten gearbeitet.
Ich hoffe, ihr seid jetzt perfekt auf den NaNoWriMo vorbereitet und könnt direkt durchstarten. Vielleicht ja schon heute zur Geisterstunde? 🤓 Ich hab voll Bock in den NaNo reinzuschreiben, falls sich jemand anschließen möchte, lade ich recht herzlich dazu ein.
Aber jetzt erst einmal zur heutigen Aufgabe: wo auch immer ihr schreiben werdet, räumt diesen Platz frei! Es gibt nichts schlimmeres als keinen Platz zum Schreiben zu haben. Da ist die Chance zur Prokrastination auch gleich viel höher, denn dann muss ja erst mal aufgeräumt werden 😅 Deshalb: bereitet Euern Schreibplatz vor!
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Die heutige Schreibübung: ihr dürft eine Fernsehshow erfinden. Beschreibt sie.
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📷: ein paar meiner weißen Bücher 😍 Der Rest ist noch in Umzugskartons.