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Rezension

EINSAME SCHWESTERN von Ekaterine Togonidze

TRIGGERWARNUNG: psychischer und physischer Missbrauch

Ich schreibe diese Rezension gerade ganz frisch. Ich habe das Buch diese Woche erst beendet, stehe noch unter Schock und weiß gar nicht, wie ich meine Gedanken in Worte fassen soll.

 

Inhalt

Diana und Lina sind keine gewöhnlichen Geschwister, sie sind siamesische Zwillinge, teilen sich ab der Brust den gleichen Körper. Alles was sie kennen, sind ihre eigenen vier Wände und den Garten hinter dem Haus. Die Stadt oder andere Menschen als ihren Cousin und ihre Großmutter haben sie nie gesehen. Ihre Mutter ist bei der Geburt gestorben und seit dem werden sie vor der Außenwelt versteckt gehalten, bis die Großmutter stirbt und die beiden Mädchen bei einem Hochwasser weggespült werden. Nach einem kurzen Aufenthalt im Krankenhaus landen Lina und Diana in einem Zirkus.

Meine Meinung

Die Geschichte von Diana und Lina ist ganz einmalig. Die beiden wachsen so isoliert auf, dass sie eine gewisse Weltfremdheit und Naivität ausmacht. Diana ist die etwas pessimistischere von beiden. Sie rechnet immer wieder mit etwas schlechtem und scheint zu jeder Zeit auf die Grausamkeit der Welt vorbereitet zu sein – Spoiler: sie ist es nicht. Lina hingegen ist die Träumerin, sie liebt es Zeitschriften auszuschneiden, möchte Modedesignerin werden und hat von der Außenwelt eine teilweise eher surreale Vorstellung.

„Einsame Schwestern“ ist aus den Sichten der beiden Mädchen geschrieben, allerdings wird die komplette Handlung in Tagebucheinträgen dargestellt. So bekommen wir als Leser die Gedanken der Zwillinge ungefiltert mit. Unterbrochen werden die Einträge durch kurze Sequenzen, die von dem Vater der beiden handeln. Er weiß nichts davon, dass er siamesische Zwillinge gezeugt hat und wird immer wieder von einem Krankenhaus kontaktiert, dass wissen möchte, was mit seinen toten Kindern geschehen soll.

Ja, Lina und Diana sind schon gestorben, als wir die Tagebucheinträge lesen, als auch der Vater von ihnen erfährt. Wir wissen von Beginn an, dass etwas schreckliches geschehen wird. Doch trotz dieses Wissens war ich nicht darauf vorbereitet, was noch passieren würde.

Das Tragische während der ganzen Geschichte sind Lina und Diana selbst. Die beiden träumen davon ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, fühlen sich die ganze Zeit aber als Anhängsel der Schwester. Trotz dieser Tragik und den Geschehnissen – der Tod der Großmutter, der Krankenhausaufenthalt und das Eintreffen im Zirkus – konnte mich die Geschichte nicht richtig mitreißen. Die Worte haben mich nicht berührt, haben kaum Emotionen geweckt. Vielleicht ist das Absicht, um das Ende umso schockierender wirken zu lassen.

Ja, ich war schockiert. So schockiert hat mich vermutlich schon lange kein Buch mehr. Ich war fassungslos und wie erstarrt. Das Ende ist heftig, daher bitte ich dich, die Triggerwarnung ernst zu nehmen, die ich am Anfang dieser Rezension ausgesprochen habe.

Fazit

„Einsame Schwestern“ ist keine leichte Kost. Ganz im Gegenteil ist es ein tragisches Buch über das Leben zweier Mädchen, die sich so viel von ihrer Welt versprochen haben und nichts davon bekommen konnten. Während mich das Ende vollkommen schockiert zurückgelassen hat, konnte mich das restliche Buch emotional nicht besonders ergreifen.

 

 

 

EINSAME SCHWESTERN von Ekaterine Togonidze

Septime | 2018 | 180 Seiten

erhältlich als Hardcover | eBook

 

 

 

 

 

Meinungen anderer Leser

Leselust

 

 

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4 COMMENTS
  • Janna | KeJas-BlogBuch
    5 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)

    Huhu, ich habe schon Julias (Leselust) Rezension vor geraumer Zeit gelesen und du entfachst nochmals meine Neugierde bezüglich der Geschichte! Sehr intensiv hast du deine Eindrücke geschildert, eine wirklich wundervolle Rezension! Nur ecke ich aufgrund des INhalts etwas mit dem Cover an …

    Mukkelige Grüße (=

    PS: schade das du kein Kommi-Abo hast, hoffe ich vergesse nicht, nochmal hier vorbeizuschauen!

    • Kate
      5 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)
      Autor

      Hallöchen,
      das Cover ist tatsächlich auch etwas, das mir nicht ganz begreiflich ist. Aber vielleicht wurde es so gewählt, weil Lina und Diana so unterschiedlich sind und halt trotz gleichem Körper zwei eigene Persönlichkeiten.
      Freut mich jedenfalls, dass dir meine Rezension gefällt 🙂
      Danke für den Hinweis, über ein Kommi-Abo habe ich noch nie nachgedacht. Da muss ich mich mal informieren.
      Liebste Grüße

  • -Leselust Bücherblog-
    5 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)

    Liebe Kate,
    Es freut mich, dass dich dieses Buch genauso begeistern konnte, wie mich. Ich finde auch, diese Geschichte ist wirklich etwas Besonderes. Sie berührt und bewegt. Und ja, mich hat es auch schockiert. So viele Emotionen, trotz des eher nüchternen Schreibstils.
    Vielen Dank für die Verlinkung, übrigens. 🙂
    Liebe Grüße, Julia

    • Kate
      5 Monaten %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)
      Autor

      Liebe Julia,
      ich danke dir dafür, dass du mich auf dieses Buch Aufmerksam gemacht hast. Auch wenn es mich nicht durchweg packen konnte, war es das Lesen wert 🙂

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  • Mein neues #CurrentlyReading ♥️
Ich habe bisher ja noch nie ein Buch von Agatha Christie gelesen. Da hoffe ich sehr, dass „Das krumme Haus“ eine gute erste Wahl war.
Welches ist euer Lieblings-Christie?
  • In meiner Urlaubswoche habe ich so viele Bücher in so kurzer Zeit gelesen, dass ich mit den Rezensionen kaum hinterherkomme. Und dass es mir total schwer fällt, eine zu schreiben.
Eines dieser Bücher war der erste Band der "The Ivy Years"-Reihe und er hat mir überraschend gut gefallen. Mit New Adult ist das bei mir ja immer etwas kritisch, aber hier haben mich vor allem die Charaktere überzeugt.
Vieles erinnert mich an "The Deal" von Elle Kennedy, das ich auch sehr mochte. Vielleicht liegt es daran. Jedenfalls war der Umgang mit der Protagonistin im Rollstuhl toll. Ich hatte die Befürchtung, dass ihre Darstellung total unrealistisch wäre, aber ich fand ihre Handlungen und Gedanken immer total nachvollziehbar. Eine wirklich schöne Liebesgeschichte!
  • Wow, war dieser Thriller gut!
Man muss sich ein bisschen drauf einlassen, weil er aus drei Sichten geschrieben ist und schon vor dem Mord einsetzt. Aber es ist so, so spannend!
Einziges Manko: der Täter wird am Ende nicht verraten, man muss selbst darauf kommen (oder Google fragen).
Mehr in der Rezension auf meinem Blog! Link ist im Profil 😊
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Was ist euer Lieblingsthriller?
  • Das ist ein Teil der von mir gelesenen Bücher im Juni. Tatsächlich sind es doppelt so viele geworden, mehr als sonst. Wozu Urlaub so gut ist 😊
Meine Meinung zu den Büchern könnt ihr in meinem Monatsrückblick auf dem Blog nachlesen! 😊
  • Anzeige. Mein Currently Reading begleitet mich ja immer überall hin. Egal ob in die Arbeit, zu meinem Freund oder auf Ausflüge. Erst letztens habe ich den Fehler gemacht, zu einem Termin keines mitzunehmen und natürlich musste ich genau da fast eine Dreiviertelstunde warten 😅 Kennt ihr sowas?
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Mein aktuelles #cr ist #DieWeltdurchdeineAugen von @s.arahheine und es gefällt mir bisher gut. Ich kann mich teilweise gut mit der Protagonistin identifizieren - sie ist ein heftiger Grantler, wie wir in Augsburg sagen würden 😂 Das passt gut zu mir. Aber die wahren Highlights des Buches sind die Szenen mit Lydia und Elliot. Diese Sprache! ♥️🙏🏼
  • Diese zwei Bücher sind vor einem Jahr bei mir eingezogen, aber - Schande über mich - ich habe sie noch nicht gelesen. Welche Bücher verstauben auf eurem SuB schon seit über einem Jahr?
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  • Anzeige. Nachdem mir "Maschinen wie ich" leider nicht so gut gefallen hat (Rezension auf dem Blog!), möchte ich es trotzdem noch mit Ian McEwan versuchen. Deshalb habe ich mir "Kindeswohl" als Lektüre in den Urlaub mitgenommen.
Habt ihr schon ein Buch von McEwan gelesen? Und wie fandet ihr es?
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  • Heute ging ein neuer Beitrag auf meinem Blog online! Darin berichte ich über meine Neuzugänge vor einem Jahr. Das sind unter anderem die Bücher auf diesem Bild und leider habe ich sie noch nicht gelesen. Habt ihr eines davon gelesen? Welches sollte ich unbedingt von meinem SuB befreien?
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