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Rezension

REDWOOD LOVE – ES BEGINNT MIT EINEM BLICK von Kelly Moran

Ich hatte mal wieder Lust auf eine Liebesgeschichte. Eine wirklich schöne, mit Kitsch, Romantik und Happy End – also quasi mit allem Drum und Dran. Zu dieser Zeit war die „Redwood Love“-Reihe in aller Munde und sie ist mir von so einigen Leuten empfohlen worden.

 

Klappentext

Redwood, ein malerisches kleines Städtchen in Oregon. Genau der richtige Ort für einen Neuanfang. Und den braucht Avery Stowe nach einer desaströsen Ehe dringend, ebenso für sich wie für ihre autistische Tochter Hailey. Da gibt es nur ein Problem: den attraktiven Tierarzt Cade O‘Grady. Eine neue Beziehung ist das Letzte, was Avery will. Sie ist sich nur nicht sicher, wie lange sie Cade widerstehen kann. Vor allem, da sich anscheinend der ganz Ort gegen sie verschworen hat und Amor spielt …
Quelle: Rowohlt

 

Meine Meinung

Im ersten Moment klang die Geschichte sehr vielversprechend. Es geht um eine Frau, die einen Neuanfang möchte, was mich angesprochen hat, denn so beginnen auch die meisten Romane von Susan Elizabeth Phillips, die ich ja sehr liebe. Zudem hat die Protagonistin ein autistisches Kind, was eine wichtige Thematik ist. Gut gefallen hat mir, dass Autismus zwar Thema ist, aber nicht im Mittelpunkt steht, es sollte der Liebesgeschichte keinen Abbruch tun.

Die nächste Überraschung kam mit dem Bruder des Protagonisten, der gehörlos ist und damit einen weiteren spannenden Konflikt schafft. All das klang so, so gut, so vielversprechend, dass ich dachte, mit „Redwood Love“ hätte ich ein Highlight in der Hand.

 

Ganz anders als erwartet

Wieso es dann nicht so war? Das ganze Problem hat sich schon in Kleinigkeiten angedeutet, bei denen ich während des Lesens immer mal wieder die Augen verdrehen musste. Weil es kitschig war, was an sich okay ist, es war nur leider nicht die Art Kitsch, die ich wollte. Darüber konnte ich anfangs noch hinwegsehen, weil mich die Geschichte dennoch so gefesselt hat, doch dann kam irgendwie alles zusammen.

Diese Möchtegern „sexuelle Spannung“ zwischen den Protagonisten ist so übertrieben dargestellt, dass mir beim Augen verdrehen beinahe die Augen ausgefallen wären. Als Beispiel: Sie schluckt einmal (eine ganz normale Sache, tun wir schließlich alle), aber er sieht das und denkt sich sofort: „Wie sie da wohl schmeckt?“ – Was. Soll. Das. Verdammt? Ich wollte eine Liebesgeschichte, klar auch mit sexueller Spannung, aber doch nicht so übertrieben als wären die Protagonisten Primitivlinge.

 

Plötzliche Wendung

Aber das ist ja noch gar nicht alles, denn nicht nur die sexuelle Spannung wurde völlig überzogen, so ziemlich der gesamte Rest ab dem ersten Drittel ebenfalls. So wird der Protagonist aus heiterem Himmel als übelster Aufreißer dargestellt. Allerdings nur von seinen Freunden und Familie, weshalb er sich sehr missverstanden fühlt. Meine Frage: Sollten seine Freunde es nicht besser wissen?

Und da er so ein Aufreißer ist, darf die Konkurrentin der Protagonistin nicht fehlen. Und das wird dich jetzt vermutlich überraschen: Sie ist DIE Superschlampe. Ernsthaft, wieso müssen die Konkurrentinnen immer als Flittchen dargestellt werden? Mit Kleidung, die mehr freigibt als verdeckt, Brüsten so groß wie Medizinbälle und der unangenehmen Angewohnheit, sich dem Protagonisten immer an den Hals zu werfen. Dies ist vermutlich das Klischee, das ich am meisten hasse! Nur weil eine Frau auf den gleichen Typen steht wie die Protagonistin muss sie doch nicht gleich so negativ dargestellt werden.

 

Fazit

Diese Schimpftirade ist länger geworden als geplant, aber daran merkt man wohl, wie sehr mich dieses Buch enttäuscht hat. Dabei hätte es so gut werden können, denn das Potenzial war da. Leider überwiegen die negativen Aspekte, sodass Themen wie Autismus und Gehörlosigkeit untergehen. Eine perfekte Liebesgeschichte habe ich leider in diesem Buch ganz und gar nicht gefunden.

 

 

 

REDWOOD LOVE – ES BEGINNT MIT EINEM BLICK von Kelly Moran

Rowohlt | 2018 | 384 Seiten

erhältlich als Paperback | eBook

 

 

 

 

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Jedenfalls habe ich tolle Neuigkeiten: Ich darf noch ein bisschen länger ausgelernte Buchhändlerin spielen und werde Übergangsweise im Mai unter anderem unsere Krimi/Thriller-Abteilung übernehmen. Und dafür möchte ich mich natürlich vorbereiten. Genaueres kannst du auch gerne auf meinem Blog nachlesen (Link im Profil).
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Bild: #Monsterjäger von #RichardSchwartz
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Lest ihr eure Neuzugänge immer sofort, oder sammelt sich bei euch auch der SuB der Schande an (Schande, weil aktueller Stand: ca. 70)?
  • Was muss ein Buch für euch haben, damit es euch begeistern kann?
Ich finde das ja immer schwierig zu beantworten. Ich mag es, wenn ein Buch sprachlich was hergibt, also nicht zu seicht ist, aber sich trotzdem gut lesen lässt. Ich mag aber auch überraschende Wendungen oder Liebesgeschichten, die real sind und nicht so übertrieben kitschig, übertreiben mit Liebe vollgestopft. Ich mag es auch gerne mal humorvoll, aber da lieber weniger, als dass es albern wirkt (was mir schnell so vorkommt).
Wie sieht das bei euch aus?
  • Vor ein paar Tagen habe ich euch einen richtig guten Thriller empfohlen, heute kann ich absolut keine Empfehlung aussprechen. Ich habe "Ich. darf. nicht. schlafen." von S.J. Watson gelesen und die Handlung hat mich mehr als nur enttäuscht. Es ist kaum Spannung aufgekommen. Zwar wollte ich beim Lesen schon wissen, was passiert und wie sich das ganze auflöst, aber mitgerissen hat es mich überhaupt nicht. Nebenbei haben sich die Charaktere auch noch sehr widersprüchlich verhalten und so ein paar Logiklücken gab es hier und da auch. Also absolut nicht mein Fall, aber genaueres kannst du in der Kurzrezension auf meinem Blog nachlesen.
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Welches Buch hat euch zuletzt so richtig enttäuscht?
  • Auf dem Bild seht ihr zwei der Diogenes-Titel aus meinem Regal. Und zwar die beiden, auf die ich am meisten gespannt bin. Von John Irving wollte ich schon immer mal etwas lesen, denn er soll eine ganz besondere Art des Erzählens haben. Und die Geschichte hinter "Die Maske" klingt auch wahnsinnig spannend. Da bleibt nur noch die Frage, wann ich die Bücher denn lesen werde 😄
Wie ist das bei euch so? Freut ihr euch auch immer so sehr auf bestimmte Bücher und dann versauern sie irgendwie doch auf eurem SuB?
  • Das sind nur ein paar meiner Neuzugänge aus dem März. Obwohl ich mich so sehr darauf freue, lese ich auch im April fast nur Neuerscheinungen. Es ist wie ein Fluch! Vor allem, wenn man in einer Buchhandlung arbeitet und ständig alle Neuerscheinungen vor sich hat. Wie soll man da nur widerstehen? 😄
Was sind eure besten Tipps gegen die Kaufeskalation bei Büchern?