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Rezension

DIESES LEBEN GEHÖRT: ALAN COLE von Eric Bell

Das Jahr beginnt direkt mit einer guten Tat für meine Vorsätze. Denn ich präsentiere dir heute eine Rezension, die längst überfällig ist und die vielleicht sogar eine der wichtigsten ausstehenden ist.

 

Von diesem Buch versprach ich mir eine tolle Coming-Out-Geschichte rund um Familie und Freundschaft. Bekommen habe ich eigentlich auch genau das, allerdings gab es ein paar bittere Pillen zu schlucken.

Klappentext

Alan Cole ist zwölf Jahre alt, ein Kunstgenie, und er hat ein Geheimnis: Er ist in seinen Mitschüler Connor verliebt – aber das darf niemand erfahren! Doch dann bekommt ausgerechnet sein älterer Bruder Nathan davon Wind, und er erpresst Alan. Sieben hundsgemeine Aufgaben muss er erfüllen, sonst erzählt Nathan der ganzen Schule von Alans Schwärmerei. Zum Glück hat Alan genügend Mut, um sich seiner Herausforderung zu stellen – und er hat noch etwas: zwei verrückte Freunde, die fest zu ihm halten.
Quelle: Fischer

 

Meine Meinung

Schon zu Beginn bekam ich einen ganz guten Eindruck von Alan Cole. Er ist ein kleiner Nerd, der sich eher zurückhält, introvertiert ist und sich in seiner Kunst auslebt. Sein größter Widersacher scheint sein großer Bruder Nathan zu sein, der es sich zur Hauptaufgabe gesetzt hat, seinen kleinen Bruder zu ärgern, wo er nur kann. Und dabei bleibt es nicht bei harmlosen Streichen, er wird teilweise auch handgreiflich.

In diesem Buch geht es um eine alte „Tradition“ zwischen den Brüdern. Nathan nennt das Spiel CgC – Cole gegen Cole – und dabei geht es darum, dem Gegenüber Aufgaben zu stellen, die dieser in einer bestimmten Zeit erfüllen muss. Nathan trickst dabei so gut, dass er immer gewinnt. Deshalb ahnt er, dass Alan bei diesem Spiel nicht mehr lange mitmachen möchte und droht ihm: Er wird der ganzen Schule erzählen, dass sein kleiner Bruder schwul ist. Und er stellt es so dar, als würden ihn dann alle hassen.

Die Thematik ist an sich also eigentlich ganz toll, oder bietet zumindest viel Konflikt-Potenzial, an dem die Protagonisten wachsen können. Aber wie schon erwähnt, ist hier nicht alles so rosig.

 

Nathan und Alans Konkurrenzkampf existiert eigentlich nur aus einem Grund: dem Vater. Der ist grundsätzlich von seinen Kindern enttäuscht und lässt sie das auch regelmäßig spüren, in dem er ihnen Namen wie „Goldfisch“ und „Ferkel“ verpasst, sie niedermacht oder ihnen eine andere Identität aufdrückt, um bei einem Firmenessen zu punkten. Dieses Gehabe des Vaters ist meiner Meinung nach ein bisschen zu dick aufgetragen. Ein strenger Vater erscheint im ersten Moment sehr interessant für den Konflikt des Coming-Outs, aber hier war es einfach zu viel von allem.

Und Mr. Cole ist nicht das einzige Elternteil, das durch solche Negativität auffällt. Auch die Eltern eines Freundes von Alan haben es faustdick hinter den Ohren. Sie triezen ihren Sohn zum Abnehmen und bemerken dabei nicht einmal, wie sehr es ihm zu schaffen macht.

Was ist mit den Eltern in diesem Buch los? Ich frage mich, ob das so gewollt war, ob der Autor auf diese Weise mit Eltern abrechnen möchte, oder ob es nur Zufall war. Genau zu diesem Thema hat Yvonne von Seitenglück einen tollen Beitrag geschrieben. Den du unbedingt lesen solltest.

 

Leider konnte mich auch die Geschwister-Thematik nicht richtig mitreißen. Nathan hasst seinen Bruder aus Gründen, die sich einem erst nach und nach erschließen. Trotzdem wird die ganze Zeit ziemlich deutlich, dass er eifersüchtig auf Alan ist. Und diese Eifersucht treibt ihn zu gnadenloser Gemeinheit. Es war fast schon peinlich mitanzusehen und hat bei mir beim Lesen nicht unbedingt für Spannung gesorgt, sondern eher für ein ungutes Bauchgefühl.

Das Ende ist toll. Es ist wirklich schön, aber auch sehr vorhersehbar. Man weiß von Anfang an wie das Buch endet. Große Überraschungen hält es nicht bereit, was einerseits schade ist, andererseits sehr zum Buch passt. Auch die Auflösung der Konflikte wirkt überspitzt und eigentlich ist man nur froh, wenn die Achterbahnfahrt überstanden ist.

 

Fazit

Ich hatte mir eine schöne Coming-Out-Geschichte erhofft, die vor allem auch für jüngere Leser geeignet ist. Leider wurde ich enttäuscht, denn die nebenfließenden Konflikte waren so penetrant, dass die Thematik „Homosexualität“ beinahe schon zu kurz gekommen ist. Die Berziehungen zu Alans Bruder und Vater sind sehr bedenklich dargestellt und auch der Umgang mit Alans Coming-Out im Buch ist alles andere als schön.

„Dieses Leben gehört: Alan Cole“ ist eher eine Freundschaftsgeschichte über einen nerdigen Jungen, der seine Ängste überwindet und über sich hinauswächst. Er findet nicht nur loyale Freunde, sondern auch eine Familie, die er verloren glaubte.

 

 

 

DIESES LEBEN GEHÖRT: ALAN COLE von Eric Bell

Fischer | 2018 | 304 Seiten

erhältlich als Hardcover| eBook

 

 

 

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2 COMMENTS
  • Yvonne
    3 Wochen %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)

    Obwohl ich das Buch nicht gelesen habe, kann ich deine Kritik sehr gut nachvollziehen! Ich mag es auch nicht, wenn das so dick aufgetragen ist. Vielen lieben Dank auch für die Verlinkung zu meinem Artikel, das hat mich sehr gefreut! 🙂
    Liebe Grüße,
    Yvonne

    • Kate
      2 Wochen %1$s %2$s vor %3$s (%4$s)
      Autor

      Hallöchen,
      „dick aufgetragen“ trifft es ganz gut! 🙂
      Gerne, der hat ganz gut gepasst ♥

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  • Was für eine Woche! Im Süden Deutschlands ist Schneechaos ausgebrochen. Zum Glück hatte ich frei und konnte deshalb all meine Zeit im Warmen verbringen. Eigentlich perfekt zum Lesen oder? Habe ich nur leider nicht gemacht 🙈 dafür kam die lang schlummernde Sims-Sucht zurück, ich habe endlich die Serie Downton Abbey beendet und alle noch ausstehenden Rezensionen geschrieben. Die werden jetzt nach und nach veröffentlicht 😊
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📷: #dieunsterblichen von #chloebenjamin .
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  • Werbung. „Die Unsterblichen“ ist ein Buch, dass mich sehr nachdenklich zurückgelassen hat. Nachdenklich wegen der Charaktere und deren Geschichten, wegen der Handlung und wegen meiner Meinung zu diesem Buch. Schwierig, schwierig 😅
Mehr dazu in der Rezension auf meinem Blog! (Link ist im Profil)
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#bookstagram #dieunsterblichen #btbverlag
  • Werbung. Neues Bild! Was man halt so macht, wenn man Urlaub hat und deshalb ganz aus dem Häuschen ist 💃🏻
Ich habe gestern aufgeräumt und gesaugt. Und heute viel am Blog gearbeitet (Ich habe einen neuen Header!). Ach ja, und ich hab Bilder gemacht. Solche Bilder wie das hier, du kriegst mich jetzt also öfter zu sehen 😊
Wer feiert mit mir meinen Blick? 😂 Vielleicht kannst du daran erraten, das wievielte Foto das ist 🤔
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📷 „Die Unsterblichen“ von Chloe Benjamin aus dem @btb_verlag .
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  • Wow, schon ist der erste Tag des Jahres wieder vergangen. Hast du ihn gut verbracht?
Für mich heißt es heute zu arbeiten. Aber zum Glück nur bis Freitag, dann habe ich endlich Urlaub. Mein letzter Urlaub bei meiner momentanen Arbeitsstelle. Aufregend 😂
.
Auf dem Bild noch einmal ein Highlight aus meinem letzten Bullet Journal. Das ist mit eine meiner liebsten Seiten.
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  • Frohes Neues! 🎆 
Ich hoffe, du bist gut ins neue Jahr gestartet? Ich darf heute mein neues Bullet Journal anfangen und bin schon ganz aufgeregt. Zur Inspiration habe ich mal mein altes durchgeblättert und das ist mein April-Titelbild 😍
Mehr dazu gibt es auf meinem Blog, Link ist im Profil.
Hast du auch ein Bullet Journal?
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  • Mein Dezember-Layout 😍
Ich habe diese Woche meine liebsten Bullet Journal-Layouts in einem Beitrag zusammengefasst. Zu finden auf meinem Blog, der Link ist wie immer im Profil!
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