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Buchliebe

Warum Bücher nicht zu teuer sind

In meiner Tätigkeit als angehende Buchhändlerin bekomme ich bei gebundenen Büchern immer wieder das selbe zu hören: „Das ist aber teuer!“ Und dazu möchte ich mich heute äußern. Achtung: heute wird Klartext gesprochen!

 

Wie sehe ich das eigentlich?

Für mich ist dieser Preis gar nichts ungewöhnliches. Ich habe schon früher, zu Taschengeldzeiten, sehr viele Jugendbücher gelesen und in diesem Genre ist es vollkommen normal, dass Titel zu allererst als Hardcover erscheinen. Ich war also nichts anderes gewohnt und deshalb hat mich der aller erste „Zu teuer“-Aufruf sehr erstaunt.

Man neigt leicht dazu, ein 20€-preisiges Buch als teuer zu bezeichnen. Denn gerade für uns Vielleser hält selbst ein fetter Schinken nicht lange. Ich lese tatsächlich auch im Internet immer wieder, dass Bücher viel zu teuer seien. Was kein Wunder ist, denn keine andere Branche ist seit so vielen Jahren ohne Preiserhöhungen ausgekommen. Wir sind einfach verwöhnt, weshalb uns Bücher teilweise teuer erscheinen.

Aber mit diesem Mythos möchte ich heute aufräumen. Denn:

 

Bücher sind nicht zu teuer!

Ganz im Gegenteil. Denn an einem Buch hängen unglaublich viele Leute dran. Im ersten Moment denkt man vermutlich nur an den Verlag und den Autoren. Aber tatsächlich kommt sehr viel mehr dazu.

 

Zu erst einmal nimmt die Herstellung natürlich einen Teil der Kosten ein. Da wären zum einen Druck, zum anderen die Mitarbeiter im Verlag, wie zum Beispiel Lektoren, und das Honorar für den Cover-Designer kommt auch noch dazu. Und natürlich möchte auch der Autor an seinem Werk mitvredienen.

Anschließend geht es zur Auslieferung, die ebenfalls kostet, an den Zwischenbuchhandel. Also der Lieferant, der die Bücher zu den Buchhandlungen bringt. Buchhandlung und Zwischenbuchhändler bekommen einen Rabatt, denn auch sie haben Personal-, Miet- und andere Kosten.

Damit dann auch alle Vielleser und begeisterten Blogger und Fans etwas von den neu erscheinenden Büchern mitbekommen, muss Werbung gemacht werden. Und ratet mal: Auch die kostet wieder Geld.

 

Der mairisch Verlag hat eine sehr schöne, übersichtliche Kalkulation veröffentlicht wie sich die Kosten eines Buches verteilen. Das verdeutlicht sehr gut, was ich ausdrücken möchte. Ihr findet die Kalkulation hier. Aus dieser Kalkulation habe ich auch die Zahlen für das Diagramm entnommen.

 

Kein Luxusleben durch Bücher

Wie ihr seht, ist ein 20€-Buch eigentlich gar nicht so teuer, wenn man darüber nachdenkt, wer da alles mit dranhängt, und wie wenig für den einzelnen tatsächlich übrig bleibt. Als Verleger und Autor kann man nicht unbedingt reich werden. Auch Buchhandlungen machen kein riesiges Geschäft.

 

Deshalb:

Wenn euch das nächste Mal ein Buch als zu teuer erscheint, erinnert euch an diesen Beitrag und denkt daran, dass von euren ausgegebenen 20 € jeder an der Herstellung und dem Verkauf des Buches beteiligte Mensch nur einen winzig kleinen Bruchteil verdient. Selbst der Autor, ohne den es das Buch erst gar nicht gäbe, verdient nicht einmal 10% daran.

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10 COMMENTS
  • Miss PageTurner
    3 Monaten ago

    Huhu =)
    Schöner Beitrag und sehr informativ. Ich gebe dir recht, dass ein 20 Euro Hardcover nicht zu teuer ist, auch wenn sich mein Studentengeldbeutel es nur schwer verkraftet xD
    Was ich aber unverschämt finde ist, wenn Bücher im deutschen wie z.B Black Dagger zweigeteilt werden, die im Original eins sind und die Übersetzung von der Seitenzahl auch beim Übersetzen des ganzen Buches her nicht so viel gewesen wäre.
    Und ich finde es doof, wenn man allein für den Namen eines Autors gut 10 € drauf zahl wie bei Dan Brown oder Ken Follet. Klar sind die Lizenzen da teurer, aber auch nicht so viel mehr, dass diese Preis geerechtfertigt wären.

    Aber bei den „normalen“ Büchern gebe ich dir voll und ganz recht =) Andere wie z.B Gamer geben für ihr Hobby viel mehr aus.

    • Kate
      3 Monaten ago
      AUTHOR

      Hallöchen,
      mein Budget sprengen Bücher auch immer wieder 😀 Aber was soll man machen, wenn sie so nach einem rufen?
      Ja, da gebe ich dir recht. Ich habe mal mit Black Dagger angefangen, ohne das zu wissen. Und das hat mich dann so extrem genervt, dass ich die Reihe nach dem ersten Band sofort wieder abgebrochen habe. Diese Methode finde ich auch unmöglich!
      Ich glaube, dass es gar nicht an den Lizenzen lag. Zum Teil natürlich schon. Ich glaube aber auch, dass die Verlage mal höhere Preise etablieren wollten und da fängt man am besten mit so mega erfolgreichen Autoren an. Man könnte aber sagen, dass sie da ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen sind.

      Ja, da hast du Recht. Wenn ich mir überlege, wie viel Geld mein Freund für Spiele ausgibt. Und viel mehr Zeit verbringt man mit denen auch nicht als mit einem fetten Schinken 🙂

      Liebste Grüße ♥

  • Lara
    3 Monaten ago

    Super Post, ehrlich! Ich bin ebenfalls angehende Buchhändlerin und habe seit Beginn meiner Ausbildung auch viel über das Thema nachgedacht und kann dir nur zustimmen. Ich weiß, dass es bei dem neuen Ken Follett für 36€ (es waren 36 oder?) einen totalen Aufschrei gab. Was meine Lehrerin dazu nur gesagt hat: Alles wird teurer, egal was. Das Benzin, die Butter, die Wohnungen, alles. Nur das Buch kostet schon seit ewigen Zeiten das gleiche und das ist nun wirklich nicht viel!
    Wir haben uns alle schon total gefreut, dass der Taschen Verlag seine ganzen Preise auf die volle Zahl aufgerundet hat 😀
    Liebe Grüße, Lara von Bücherfantasien 🙂

    • Kate
      3 Monaten ago
      AUTHOR

      Hallöchen,
      der Ken Follett hat natürlich auch einen saftigen Preis. An sich finde ich es gut, wenn die Preise endlich mal erhöht werden, weil wie du sagst: Das ist seit einer Ewigkeit nicht passiert. Der Sprung beim Follett war jetzt schon extrem, aber an sich ein Schritt in die richtige Richtung.
      Preise als volle Zahlen fände ich sowieso super! Diese Cent-Beträge braucht kein Mensch 😀

      Liebste Grüße ♥

  • Madame Lustig
    3 Monaten ago

    Ganz toller Beitrag, liebe Kate!
    Ich selbst habe in meiner angeheirateten Familie auch den ein oder anderen Kandidaten, der Bücher als teuer bezeichnet. Allerdings glaube ich nicht, dass das auch genau so gemeint ist. Vielmehr geht es bei dieser Aussage um das Hobby Lesen, das nun mal wirklich kein günstiges ist. Zumindest dann nicht, wenn man Bücher so sehr verschlingt, wie viele von uns Leseratten es tun. „Verbraucht“ man also 4, 5, 6 oder mehr Bücher pro Monat, geht das schon ordentlich ins Geld. Weiter glaube ich, dass die Tatsache, dass so ein Buch nicht lange „vorhält“, sondern spätestens nach ein paar Tagen ausgelesen ist, ebenfalls dafür sorgt, dass zum Beispiel Schenker sagen „Dafür, dass X nach 3 Tagen wieder ein neues Buch braucht, sind mir 20€ zu viel“.

    Kurzum, ich denke nicht, dass sich diese Aussagen auf den Wert des Buches beziehen, sondern darauf, wie lange jemand etwas davon hat, oder wie groß das Loch im Geldbeutel wird, wenn man sich den gesamten Monat mit Lesefutter versorgen will.

    Ganz liebe Grüße,
    Maike

    • Kate
      2 Monaten ago
      AUTHOR

      Liebe Maike,
      ich kann die Argumente vollkommen verstehen. Wobei auch andere Hobbys wirklich teuer sein können. Eine Kollegin von mir zahlt zum Beispiel 60 Euro im Monat für ihr Fitness Studio.
      Das ein Buch nicht so lange vorhält ist aber tatsächlich irgendwie war. Andererseits kann man richtig gute Bücher immer wieder lesen. Und oft ist ja auch noch ein versteckter Mehrwert drin. Ein Buch kann einen positiv beeinflussen, man kann etwas daraus lernen, etc. Also bei dem Argument ist das echt schwierig 😀

      Du könntest aber definitiv recht haben, dass sich das ganze eher auf die Langfristigkeit eines Buches bezieht, statt auf den Preis an sich. Wobei ich auch Kunden hatte, die nicht so viel zahlen wollen, weil sie das Buch danach sowieso wegschmeißen wegen Platzmangel. Da kann ich es einerseits verstehen, andererseits hängt ja trotzdem viel Arbeit an einem Buch, auch wenn es am Ende weggeschmissen wird. Was ich wirklich tragisch finde!

      Liebste Grüße ♥

  • Mikka
    2 Monaten ago

    Huhu!

    Du hast recht, wir sind sehr verwöhnt davon, dass Bücher in den Letzten 20 Jahren eigentlich nur sehr wenig im Preis gestiegen sind.

    Gleichzeitig sind eigentlich auch die Möglichkeiten gestiegen, Bücher ganz legal kostengünstiger zu bekommen – mein Bibliotheksausweis kostet mich 25 Euro im Jahr und ich habe eine eBook-Flatrate für € 7,99 im Monat. Rein theoretisch habe ich also für etwa 10 Euro im Monat so viele Bücher, wie ich will. Und wenn ich Bücher unbedingt als Printausgaben besitzen will, gibt es inzwischen so viele Anbieter, wo man gebrauchte Bücher sehr kostengünstig bekommt – oder wahlweise Anbieter, die ungelesene Restauflagen und Mängelexemplare verkaufen.

    Ich muss gestehen: Dennoch habe auch ich mir manchmal beim Anblick eines dünnen Hardcovers gedacht: Wow, € 24 für 224 Seiten… Oder ein bisschen gestutzt bei einem eBook für € 22.

    Aber im Grunde habe ich ja die Wahl: Printbücher oder eBooks ausleihen, eBooks im Aboservice, Printbücher gebraucht Kaufen, auf das Taschenbuch warten… Oder mir vielleicht wenige Bücher im Monat kaufen und dafür auch neue Hardcover.

    Wir als Blogger haben es ja unendlich gut, dass uns zusätzlich noch die Option zur Verfügung steht, Leseexemplare anzufragen.

    Ein bisschen erinnert mich das Ganze daran, dass Freunde von uns eine Band haben und sich viele sogenannte Fans beschweren, die Tickets für die Konzerte sein zu teuer. Da wird auch nie bedacht, dass ja nicht nur die Musiker und der Sänger bezahlt werden wollen, sondern auch die Leute, die die Bühne auf- und abbauen, die Plattenfirma, der Veranstalter, der Busfahrer, die Ton- und Lichttechniker, die Backliner und, und, und.

    Im Grunde lassen sich die Leute die sich beschweren, bei Büchern und Tickets in dieselben Kategorien einteilen: Die, denen einfach nicht bewusst ist, wie sich der Preis zusammensetzt, und die sich deshalb übervorteilt fühlen, und die, denen das im Prinzip auch egal ist, weil sie eine egoistische Anspruchshaltung haben. Letztere sind dann auch am ehesten die, die sich eBooks illegal herunterladen. Natürlich gibt es auch die, die einfach wenig Geld für Bücher zu Verfügung haben, aber denen stehen ja die eben erwähnten anderen Optionen zur Verfügung.

    LG,
    Mikka
    Mikka liest von A bis Z

    • Kate
      2 Monaten ago
      AUTHOR

      Wow, was für ein langer Kommentar. Danke ♥
      Da hast du vollkommen Recht. Mir geht es ja nicht anders, ich denke mir auch oft: Wow, ist das teuer! Aber dann denke ich darüber nach, wo all das Geld hinfließt (und letztendlich finanziert das ja auch mein Gehalt) und dann erscheint es mir nicht mehr ganz so teuer. Ich will nur ein bisschen zu diesem Gedankengang wachrütteln.
      Ich selbst kaufe auch bei Gebrauchthändlern, weil ich auch sparen will, wo es nur geht. Das ist irgendwie ja auch verständlich 😀 Wenn ich mal nicht mehr als Buchhändler arbeite, werde ich mir auch so eine eBook-Flat zulegen. Mittlerweile bin ich so ein bisschen vom Bücher-Besitzen abgekommen 😀

      Ja, das passiert in so vielen Branchen. Man denkt häufig auch einfach nicht darüber nach. Gerade bei Konzerten sieht man ja zum Beispiel auch nur die Band auf der Bühne. Aber wie du sagst, da hängt mehr hinten dran. Da muss man einfach erst mal drüber nachdenken, damit einem das klar wird.
      Also ich stimme dir da einfach in allem zu. Ich denke, dass es vielen einfach nicht bewusst ist und mit diesem Beitrag möchte ich ein bisschen dagegenwirken. Aber du hast ja gute Alternativen genannt 🙂

      Liebste Grüße! ♥

  • Let 'em eat books
    2 Monaten ago

    Huhu,

    ich glaube, ich muss dir ein wenig widersprechen. Nicht bei deinen Rechnungen, aber bei deiner Einschätzung zu Preiserhöhung und zu der Notwendigkeit von Werbung.
    Einerseits gab es in den letzten 20 Jahren eine Preiserhöhung von etwa 100%. Denn die Bücher, die heute als Taschenbuch 10 Euro kosten, bekam man damals noch für 10 Mark. Das ist mir neulich aufgefallen, als ich einer Freundin einen Pratchett-Band kaufen wollte. Ich habe damals für manche Doppelbände sogar nur 8,99 DM ausgegeben, maximal aber 10 DM, heute kosten sie – die Alten, nicht die Neuerscheinungen – das Gleiche in Euro, teilweise sogar bis 12,99€. Für Neuerscheinungen kann ich das verstehen. Ebenso, zähneknirschend, für die alten Romane, die nicht mehr verlegt werden und langsam selten geworden sind. Aber nicht für die, die es seit 20 Jahren mit dem selben Cover vom selben Verlag gibt.

    Andererseits finde ich Werbung nicht nur unnötig, sondern lästig. Ich kaufe Bücher explizit nicht, die richtig finanzierte Werbung machen, weil mir das einfach unsympathisch ist. So eine Geldverschwenderei, die eben dafür sorgt, dass das Buch noch teurer wird. Aber Neuerscheinungen sind ja zum Glück eh nicht meine Welt, sofern ich den Autor nicht zu sehr liebe.

    Im Übrigen habe ich auch das Gefühl, dass es sehr wohl eine schleichende Preiserhöhung gibt. Dass in den letzten 10+ Jahren jeweils die neuerscheinenden Bücher immer teurer werden. Kostete früher ein Taschenbuch in der Neuerscheinung zwischen 7,99 und 12,99 (für ein normales Format und 300-500 Seiten), findet man heute selbst Taschenbücher für 16,99 und der Einstiegspreis ist auch einen Euro gestiegen. Das ist nicht die Welt, das zahl ich. UND es ist mit Inflation zu erklären, also wirklich nicht dramatisch. Nur eben das andere Ende der Skala stimmt einen doch etwas traurig.
    (Bei Hardcover habe ich die Übersicht verloren. Ich kaufe sie so gut wie nie, weil sie einfach zu sehr weh tun, wenn sie einem mal auf den Fuß fallen. Und zu schwer für all meine Lesepositionen sind sie obendrein. Aber auch da sind mir im Buchhandel schon normale Romane, nicht einmal ganz neu, für 24 Euro aufgefallen. Keine Überlänge mit mehr als 500 Seiten, keine irgendwie hochtrabende Belletristik für Literaten, die eben mehr Geld zu haben scheinen. Schlichte Fantasy.
    Sind vielleicht Ausreißer, aber die sorgen eben für das subjektive Gefühl, dass Bücher teurer werden. Und für mehr Abwanderung zu Rebuy und Co.

    Auf der anderen Seite sehe ich, dass Autoren sich kaum ernähren können. Die Bücher werden teurer, aber der Autorenanteil bleibt maximal gleich oder schrumpft sogar. Irgendwie scheint da ein Fehler im System zu sein. Erst recht, wenn die Produktionskosten trotz technischem Fortschritt so hoch bleiben.
    Und selbst die Buchhändler, die vom Kuchen theoretisch am Meisten abbekommen, kämpfen um ihr Überleben. Während arme Leute (Studenten, H4ler, etc.) sich kaum Bücher leisten können, weil sie mehr und mehr zum Luxusgut werden.

    Irgendwas läuft da doch schief. Keiner kriegt genug Geld und dennoch werden Bücher so teuer, dass man sie sich nicht mehr leisten kann.

    (Ich frage mich, ob wirklich günstige Bücher nicht besser sind, weil dann vielleicht die Leute zurückkommen, die lieber im Ausland (ohne Buchpreisbindung, oft billiger Versand), bei Rebuy und Ähnlichem kaufen, und auch mehr von denen, die jetzt gar nicht kaufen, zurückkommen. Dass man statt mit Klasse mit der Masse Gewinn macht. Aber wenn das Experiment schief gehen würde, sind zu viele Existenzen betroffen, daher kann ich verstellen, dass keiner in der Branche sich das traut.)

    Was mir aber am schwersten im Magen liegt, ist, dass der soziale Aspekt dabei nicht bedacht wird. Bücher im Haushalt haben nach der sozialen Herkunft den größten Einfluss auf den schulischen Erfolg und damit die sozioökonomische Positionierung eines Kindes. Bücher zu lesen, kann sogar gegen die Effekte von Armut etwas gegensteuern und vor allem wirken sie gerade bei der Unterschicht noch stärker als bei den ohnehin schon privilegierten Kindern. Daher wäre es so unglaublich wichtig, wären Bücher gut zugänglich. Natürlich gibt es dafür schon offene Bücherregale, und in manchen Gemeinden auch Bibliotheken. Aber Bücher direkt zur Hand haben zu können, würde eben noch besser wirken.
    Dass Bücher teurer werden, droht sich also zusätzlich noch auf die Schere von Arm und Reich auszuwirken. /Dazu siehe Pierre Bourdieus Kulturkapital, sowie die internationalen und nationalen PISA-Studien-Veröffentlichungen.)

    Versteh mich nicht falsch, ich weiß selbst nicht, wie man das gut auflösen kann. Wie man es hinkriegt, alle am Buch beteiligten satt zu kriegen, und dennoch etwas gegen die Verarmung der Gesellschaft zu tun. UND Menschen wieder zum Lesen zu kriegen. Es ist ein Dilemma, für das ich keine Lösung zur Hand habe. Staatliche Subventionen könnten da helfen, klar, aber die zahlen nicht mal genug, um Schulen in einem halbwegs begehbaren Zustand zu halten, daher ist das wohl eine Utopie.

    Am Ende bleibt also nur der Punkt: Bücher sind vielleicht nicht zu teuer für die Mehrheit, und definitiv nicht teuer genug, um ihre Hersteller zu ernähren, aber dennoch zu teuer, um ihre positive Wirkung nutzbar zu machen.

    Am Ende gibt es gerade irgendwie nur Verlierer.

    LG
    Taaya

    • Kate
      2 Monaten ago
      AUTHOR

      Wow, das ist ja mal ein megalanger Kommentar. Erst einmal vielen Dank dafür ♥
      Und gleich noch ein Sorry hinterher. Ich war bis gestern im Urlaub und konnte deshalb noch nicht antworten.

      Mit der DM-Euro-Sache hast du natürlich recht. Ich habe die mal rausgelassen, weil mir das allein schon wie eine Grundsatzdiskussion erscheint, auf die ich gar nicht eingehen wollte. Klar, die Erhöhung ist an sich schon wirklich heftig. Das ist wahrscheinlich einfach wieder sowas gewesen wie: „Oh, das ist die Gelegenheit, die nutzen wir!“ Schritteweise wäre das wahrscheinlich angenehmer gewesen.
      Was die Werbung betrifft. Da gibt es wirklich übertriebene Aktionen, von denen wahrscheinlich viele absehen. Aber zu Werbung zählen auch Leseproben, die in Buchhandlungen manchmal ausliegen oder passende Lesezeichen. Das ist keine aggressive Werbung, sondern eher ein: „Hey schau mal, wir bringen ein tolles Buch raus.“ Und das finde ich an sich gut.

      Was ich in meinem Beitrag tatsächlich vergessen habe zu erwähnen – das wird mir jetzt erst durch deine Worte bewusst – ist, dass es jetzt gerade tatsächlich Erhöhungen gibt. Wie du sagst, gab es die in den letzten Jahren immer mal wieder in 1€- oder 1ct-Schritten, aber jetzt merkt man es tatsächlich deutlicher. Es wurde ausprobiert, wie viel Kunden bereit sind für Bücher (in den unterschiedlichen Formaten) zu zahlen und die Verlage haben dann wohl gemerkt, dass es mehr ist. So genau weiß ich da nicht bescheid, ich weiß nur, dass die Preiserhöhungen jetzt etwas höher ausfallen, als die letzten Male.

      Ob es besser laufen würde, wenn Bücher günstiger werden … das ist wirklich eine schwierige Frage. Wie du sagst, könnte das wirklich so eine Abwärtsspirale sein. Das ist aber ja leider in ganz vielen Branchen so.

      Du hast da jetzt wirklich ein paar Argumente gebracht, die mich sehr zum Nachdenken bringen. Im Endeffekt wollte ich gar nicht zu sehr in die Tiefe gehen oder eine Lösung finden oder so etwas. Das kann ich in meiner Position auch nicht. Ich wollte mit meinem Beitrag einfach nur bewirken, dass sich die Leute darüber bewusst werden, wie viel an so einem Buch dranhängt.

      Danke für deinen tollen Kommentar!
      Liebste Grüße

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